Borussia Dortmund steht nach einer turbulenten Saison 2017/18 vor einer Art Neustart, der unter Trainer Lucien Favre gut angelaufen ist.

Situation

Borussia Dortmund will es wissen. Mit über 70 Millionen Euro Transferausgaben rüstete der BVB im Sommer den Kader auf und gaben damit so viel aus, wie kein anderer Bundesligist. Die Schwarz-Gelben holten unter anderem die aus der Bundesliga bekannten Abdou Diallo (FSV Mainz), Thomas Delaney (SV Werder Bremen) und Ex-Adlerträger Marius Wolf. Die jüngste Errungenschaft kann wohl als Königstransfer angesehen werden: Stürmer Paco Alcacer wurde vom FC Barcelona ausgeliehen und soll die bisher noch nicht geschlossene Lücke von Pierre-Emerick Aubameyang stopfen.

Formkurve

Die Gelb-Schwarzen sind gut aus den Startlöchern gekommen. Im DFB-Pokal mauschelte sich die Favre-Elf zwar nur dank zweier Last-Minute-Treffer in der Verlängerung beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth weiter, die ersten beiden Auftritte in der Bundesliga waren allerdings schon besser. Mit 4:1 schickte der BVB beim Saisonauftakt Leipzig nach Hause, beim 0:0 in Hannover waren die Dortmunder das bessere Team, vergaben aber gute Chancen zum Sieg. Die Borussen sind somit bisher noch ohne Niederlage unter dem neuen Coach Lucien Favre.

Trainer

Der 60-jährige Favre ist ein alter Hase in der Bundesliga. 94 Mal saß er bei Hertha BSC auf der Bank, stolze 189 Mal bei Borussia Mönchengladbach. Bei beiden Klubs feierte er nachhaltige Erfolge und genießt dort immer noch ein hohes Ansehen. Die Hauptstädter führte er in die UEFA Europa League, die Fohlen rettete er erst sensationell vor dem Abstieg, um sie anschließend sowohl in die UEFA Europa League als auch in die Champions League zu führen. Und auch bei seiner letzten Station, dem französischen Erstligisten OGC Nizza, zog er fast in die Königsklasse ein. Nun steht Favre vor einer ganz neuen Herausforderung: Der akribische Fußball-Taktiker trainiert erstmalig einen Spitzenklub, wo der Druck höher sein wird als bei seinen bisherigen Stationen.

Taktiktafel

Favre war lange Sympathisant des klassischen 4-4-2 mit Doppelsechs, was er oft bei Hertha BSC und fast immer bei Borussia Mönchengladbach spielen ließ. Davon ist der Trainerfuchs mittlerweile abgerückt, die defensive Grundorientierung - erst das eigene Tor schützen - bleibt Favre trotz des offensiveren und neu bevorzugten 4-3-3-Systems in den Klamotten haften. So lässt Favre nicht wie unter seinen Vorgängern hoch anpressen, sondern verschiebt die Pressingfalle etwas weiter nach hinten. Der Ball soll erst im Mittelfeld gewonnen werden, wo die Achter Mahmoud Dahoud, Delaney und der Ankersechser Axel Witsel momentan das Dreieck bilden. Danach möchte Favre zügiges Umschalten über die schnellen Außen Marco Reus/Christian Pulisic und/oder Marius Wolf sehen. In der Sturmspitze agierte bisher Maximilian Philipp, der vom Neuzugang Paco Alcacer abgelöst werden könnte.

Spieler im Fokus: Mahmoud Dahoud

Die erste Saison von Mahmoud "Mo" Dahoud im Trikot der Dortmunder war noch keine für die Geschichtsbücher. Der 22-Jährige kam in der Bundesliga nur 23 Mal zum Einsatz, legte dabei vier Treffer vor. Nun hat sein Entdecker und Förderer Lucien Favre ihn aber wieder unter den Fittichen, und schon läuft es bei Dahoud. Gegen Leipzig spulte er nicht nur die meisten Kilometer seines Teams ab, sondern erzielte auch noch den ersten Treffer, seitdem er für den BVB spielt. Dahoud ist mit seiner Vielseitigkeit wie gemacht für Favres Achterposition und könnte in dieser Saison zu alter Stärke zurückfinden.

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