Nach zwei Meistertiteln hintereinander scheinen die Young Boys die Vormachtstellung des FC Basel durchbrechen zu können. Der Erfolg weckte Begehrlichkeiten, auch am Main.

Situation

Der Uhrencup ist ein internationales Fußballturnier in der Schweiz, welches seit 1962 stattfindet. In der diesjährigen 55. Ausgabe des Cups sind neben Eintracht Frankfurt und den BSC Young Boys, auch der FC Luzern sowie Crystal Palace aus der Premier League vertreten. Eintracht-Trainer Adi Hütter ist nicht der einzige, der auf bekannte Gesichter trifft. In seiner Zeit in Bern begleitete ihn auch Co-Trainer Christian Peintinger. Neben dem Trainergespann kehrt einer zurück, der die Schweiz erst kürzlich verlassen hatte. Mittelfeldmotor Djibril Sow galt als das Herzstück des Teams, ehe er seinem Trainer aus der Saison 2017/18, der ihn zum gestandenen Profi formte, nach Frankfurt folgte. Auch auf Berner Seite gibt es ein in Frankfurt bestens bekanntes Gesicht: Sportchef Christoph Spycher, seit 2016 im Amt, verbrachte fünf Jahre in Frankfurt und führte die Eintracht sogar als Kapitän aufs Feld.

Die Vereine treffen das dritte Mal aufeinander. Die letzten Begegnungen liegen etwas länger zurück. Im November 1959 trugen Eintracht Frankfurt und der BSC Young Boys das Achtelfinale des Europapokals der Landesmeister aus. Nach einem 4:1-Erfolg der SGE in Bern reichte den Adlern im Rückspiel zuhause ein 1:1, um in die nächste Runde einzuziehen. Das Hinspiel war übrigens das erste internationale Pflichtspiel der Eintracht in einem UEFA-Wettbewerb. Die Reise führte damals bekanntlich bis ins Finale nach Glasgow, als die Eintracht Titelverteidiger Real Madrid in einem der spektakulärsten Endspiele aller Zeiten mit 3:7 unterlegen war.

Formkurve

Im vergangenen Jahr feierten die Young Boys unter Leitung Adi Hütters ihren ersten Meistertitel nach 32 Jahren. Der Österreicher verließ die Berner zwar Richtung Frankfurt, das Grundgerüst des Teams ist aber geblieben. Gerardo Seoane übernahm und führte das Team durch die Gruppenphase  der UEFA Champions League sowie zur Titelverteidigung. Das Aushängeschild des Schweizer Fußballs scheint längst nicht mehr der FC Basel. Es sind die Young Boys aus Bern, die es schafften, die vergangene Saison mit starken 29 Siegen aus 36 Partien sowie 99 erzielten Toren abzuschließen.

Trainer

Gerardo Seoane übernahm 2018 das Traineramt des BSC Young Boys. Der Schweizer mit spanischen Wurzeln war zunächst aktiver Spieler und anschließend Trainer des FC Luzern, ehe er sich den Bernern anschloss. In seinem ersten Jahr bei den Young Boys erreichte Seoane durch die Titelverteidigung die erneute Qualifikation für Champions League.

Taktiktafel

In der vergangenen Saison agierte der amtierende Schweizer Meister in der Regel in einem offensiven 4-3-3 mit drei zentralen Mittelfeldspielern, zwei Spielern auf den Flügeln und einem Mittelstürmer. Der Titelverteidiger ist aber nicht auf ein System festgelegt. Seoane lässt sein Team auch mal im 4-4-2, mit zwei Sechsern und Doppelspitze, agieren.

Spieler im Fokus: Gianluca Gaudino

Seit Anfang des Jahres befindet sich mit Gianluca Gaudino, der Sohn des einstigen Eintracht-Profis Maurizio, in Diensten der Schwarz-Gelben. Der gebürtige Hanauer machte 2014 in der Bundesliga auf sich aufmerksam, als er mit 17 Jahren sein Profi- und Bundesligadebüt für den FC Bayern feierte. Nachdem ihm unter Förderer Pep Guardiola dennoch der Durchbruch verwehrt blieb, suchte der zentrale Mittelfeldakteur sein Glück zunächst leihweise beim FC St. Gallen, dann bei Chievo Verona in Italien. Als letzteres Intermezzo ebenso wenig vom Erfolg gekrönt blieb, kehrte der technische versierte Spielmacher Anfang des Jahres in die Super League zurück – zum BSC. Seit Januar brachte es der 22-Jährige auf elf Einsätze, in denen er einen Treffer und drei Vorlagen zur Titelverteidigung beisteuerte.

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