Eintracht Frankfurt hat am Mittwochnachmittag das Testspiel gegen den russischen Drittligisten Kazanka Moskau mit 5:3 (3:1) gewonnen. Marijan Cavar debütierte für die Adlerträger, Alex Meier feierte sein Comeback nach fast zehn Monaten.

Schon zur Halbzeit lobte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner die Spielfreude seines Teams, das unter der Leitung der Co-Trainer Robert Kovac und Armin Reutershahn viel Ballbesitz hatte. Chefcoach Niko Kovac sah wie auch Vorstandsmitglied Fredi Bobic vom Funktionsgebäude aus, wie 17 seiner Spieler im Riederwaldstadion zum Einsatz kamen. Die Partie nutzte die Eintracht, um den Reservisten Spielpraxis zu verschaffen. Kazanka Moskau absolviert in Rüsselsheim ein zwölftägiges Trainingslager, die Russen befinden sich noch in der rund viermonatigen Winterpause. Das Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Lediglich einigen russischen Fans wurde der Eintritt erlaubt, mit Gesängen und teilweise oberkörperfrei unterstützten sie ihre Mannschaft. Und nach dem Spiel gab es sogar noch einen Heiratsantrag im "Fanblock", die Kazanka-Spieler hatten sich dazu an der Balustrade versammelt.

Zu seinem Debüt kam der im Winter verpflichtete Marijan Cavar, der im defensiven Mittelfeld durchspielen durfte. Ebenfalls Einsatzzeit erhielt U19-Verteidiger Noah Schmitt, während nach 73 Minuten Alex Meier eingewechselt wurde. Der „Fußballgott“ hatte seit dem DFB-Pokalfinale im Mai kein Spiel mehr absolviert. Die Tore erzielten Branimir Hrgota, Marco Fabián, Danny Blum, Luka Jovic und Daichi Kamada.

Die Eintracht begann mit viel Spielfreude und schnürte den Gegner durchgehend in deren Hälfte ein. Willems traf zunächst mit einer verunglückten Flanke die Latte, Hrgota kam dann noch überraschend an den Ball und konnte nicht schnell genug reagieren. Kazanka befreite sich nur selten, aber in der 16. Minute richtig gefährlich. Tugarev lief alleine auf das Tor, wurde aber von Jan Zimmermann abgedrängt. Per Doppelschlag ging die Eintracht binnen drei Minuten mit 2:0 in Führung. Zunächst brauchte Hrgota nach Kamadas Querpass nur noch einzuschieben (21.), ehe Tugarev Fabián zu Fall brachte und der Gefoulte den Elfmeter per Flachschuss verwandelte. Überraschend kam das vom Ex-Schalker Denis Klyeyev gecoachte Drittliga-Team (Zweiter in der Westgruppe) zum Anschlusstreffer, als Dorofeev Artem Galadzhan auf die Reise schickte und dieser Zimmermann überlupfte (29.). Zwei Minuten später scheiterte Tugarev am glänzend reagierenden Zimmermann. Vor der Pause dominierte die SGE wieder. Zunächst erkämpfte sich Danny Blum das Leder selbst und schoss aus 16 Metern zum 3:1 ein (41.), kurz danach scheiterte Hrgota an Kazankas Torhüter Nikolaev (43.).

Auch in der zweiten Halbzeit blieben Tore nicht Mangelware, wie schon beim vergangenen Test am Riederwald gegen Sandhausen im November (4:2). Roman Tugarev verwandelte einen Foulelfmeter (Barkok an Anisimov), an dem Zimmermann noch dran war (61.), zum 2:3 aus Sicht des Farmteams von Lokomotive Moskau. Auf der anderen Seite bediente Tawatha mit einer gut getimten Flanke Jovic, der zum 4:2 einköpfte (65.). Kazanka verkürzte wiederum durch Doppeltorschütze Galadzhan (72.), ehe Alex Meier am nächsten Eintracht-Treffer beteiligt war. Der 35-Jährige legte auf Hrgota, der mit einem genauen Querpass Daichi Kamada bediente – 5:3 (79.).

Nach der Partie bilanzierte Armin Reutershahn: "Die Mannschaft hat sich gut bewegt, das war eine sehr gute Trainingseinheit für uns. Wir sind froh, dass Alex Meier wieder dabei ist. Wie lange er noch braucht, bis er wieder Bundesliga spielen kann, weiß ich nicht. Wir wollen ich nicht mit einer Zeitangabe unter Druck setzen." Meier selbst sagte: "Es war schön, wieder dabei zu sein. Alles hat gehalten, das ist wichtig. Ich hoffe, dass der Fuß schmerzfrei bleibt. Ziel ist, diese Saison noch zu spielen. Sonst würde ich mir die harte Reha und alles, was bis zum richtigen Comeback dazugehört, nicht antun."

SGE: Zimmermann – Willems (46. Tawatha), Falette (46. Salcedo), Russ (61. Schmitt), Barkok – Stendera (61. Gacinovic), Cavar – Blum (61. Jovic), Fabián (74. Meier), Kamada – Hrgota.

Tore: 1:0 (21.) Hrgota, 2:0 (23.) FE Fabián, 2:1 (29.) Galadzhan, 3:1 (41.) Blum, 3:2 (61.) FE Tugarev, 4:2 (65.) Jovic, 4:3 (73.) Galadzhan, 5:3 (79.) Kamada.

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