Der Auftritt in Guimaraes war sicher keiner für Feinschmecker. Umso wörtlicher nahm Frankfurt den Gegner Vitória.

„Es war kein schöner Sieg – aber ein verdammt wichtiger“, brachte Frederik Rönnow das 1:0 beim Vitória SC auf den Punkt. Der Torhüter hatte am Donnerstagabend besonders im Fokus gestanden, wie er sich selbst bewusst war: „Es war mein erstes Spiel seit der Auswärtspartie bei Lazio Rom.“ Das war Mitte Dezember 2018. Seither war der Däne meist zum Zuschauen verdammt oder, wenn sich die Chance auf einen Einsatz bot, verletzt. „Er hat seinen Teil dazu beigetragen, dass wir zu Null gewonnen haben“, freute sich Adi Hütter hinterher für seinen Schlussmann. Auch die Dreierabwehr, die ohne Kapitän David Abraham und Organisator Makoto Hasebe auskommen musste, lobte der Cheftrainer ausdrücklich. In dieselbe Kerbe schlug Bruno Hübner, der hervorhob: „Es freut mich, dass wir mit einer neuen Kombination in der Dreierkette und neuem Torhüter fast nichts zugelassen haben, abgesehen von dem Pfostenschuss.“

Grundsätzlich betrafen die Umstellungen vom eigenen bis zum gegnerischen Strafraum eine komplette Achse. Vor Rönnow gab Martin Hinteregger den Abwehrdirigenten, in den Augen von Landsmann Hütter war der Österreicher „überragend, der Fels in der Brandung.“ Davor rotierte Sebastian Rode für Daichi Kamada in die Mittelfeldzentrale, in der Spitze begann Goncalo Paciencia für Bas Dost. Womit in der Wiege des Landes des amtierenden Europameisters auf hessischer Seite doppelt so viele Portugiesen in der Startelf standen wie beim Gastgeber, wo einzig Torhüter Miguel Silva mehrmals gegen Namensvetter André Silva zur Stelle war. Die Umstellungen ließ Hütter gleichwohl nicht als Ausrede gelten, „in der ersten Halbzeit zu wenig vertikal und zu selten über die Außen“ agiert zu haben. Umso wichtiger war daher, dass eine Standardsituation fruchtete, als Djibril Sow, der drei der vergangenen fünf Treffer vorbereitete, für Evan Ndicka servierte, der mit dem Rücken zum Kasten zum Tor des Tages einköpfte. „Es ist natürlich klasse, wenn ein solch junger Spieler, der mehrere Wochen nicht gespielt hat, das Goldene Tor erzielt“, hob Coach Hütter auch hervor, wohl wissend, dass die Pausenführung nicht unbedingt den Spielverlauf widerspiegelte.

You can’t always get what you want

Um dem forschen Anlaufverhalten von Guimaraes mit drei Angreifern entgegenzuwirken, ließ sich Gelson Fernandes nach dem Seitenwechsel häufiger neben Hinteregger fallen, die Halbverteidiger klebten quasi an den Außenlinien, Erik Durm und Filip Kostic positionierten sich ohnehin vorgezogen, wodurch sich bei eigenem Ballbesitz gewissermaßen ein 4-4-2 ergab. Losgelöst von taktischen Überlegungen präsentierte sich die Eintracht im weiteren Spielverlauf vor dem eigenen Gehäuse weit konsequenter als vor dem des Gegners. „In der zweiten Hälfte hatten wir Chancen zum 2:0. Wenn uns das gelungen wäre, hätten wir die Partie im Griff gehabt“, hätte sich Rode mehr Kontrolle gewünscht. Dafür hatten die Gäste den eigenen Sechzehner im Griff, allen voran Ndicka, der acht der 18 Frankfurter Rettungsaktionen verzeichnete – und damit mindestens doppelt so viele wie jeder andere Feldspieler auf dem Rasen!

Der französische U21-Nationalspieler zeigte sich entsprechend überglücklich „nach meinem Comeback, wenn man es so nennen möchte, eine gute Leistung“ gezeigt zu haben. Der Innenverteidiger auf sich selbst wie Hütter auf Rönnow bezogen bemühten im Nachgang die Metapher vom „durchschrittenen Tal“ und stellten entsprechend am Ende den Sieg, zumal ohne Gegentor, über alles. Ndicka eindeutig: „Man kann nicht immer alles haben und den Sieg mit einer Gala verbinden. Lieber so als anders herum.“

Oder es mit Sportdirektor Hübner zu halten: „Dass wir solch ein Kampfspiel für uns entscheiden konnten, macht es umso schöner.“ Es war gewissermaßen stilbildend für den Einheitstag.

Die Pressekonferenz vor dem Spiel – präsentiert von Krombacher

Krombacher präsentiert die Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel.
Krombacher präsentiert die Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel.

Die letzten Informationen vor dem Bundesligaspiel erhaltet ihr auf der Pressekonferenz mit Cheftrainer Adi Hütter. Live zu sehen auf EintrachtTV und Facebookpräsentiert von Krombacher.

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