Bei der Übergabe der 18.000 Atemschutzmasken von LOTTO Hessen und der Eintracht an fünf Institutionen wird die Notwendigkeit besonders deutlich.

Ronald Borchers hat „Menschen voller Emotionen“ gesehen, Timothy Chandler bezeichnet es als „Wahnsinn, was die Mitarbeiter [der Arche; Anm. d. Red.] leisten“, Martin Hinteregger spürt „viel Dankbarkeit und Freude bei den Menschen, denen wir die Masken überreicht haben.“ Die Erfahrungen von Borchers, Chandler und Hinteregger sind stellvertretend für die Eindrücke der Spieler und Markenbotschafter der Eintracht, die im Rahmen der „AUF JETZT!“-Kampagne in dieser Woche 18.000 FFP2-Atemschutzmasken an die fünf regionalen Institutionen überreicht haben. Was die Masken bedeuten, bringt Prof. Dr. Jürgen Graf aus der Direktion des Universitätsklinikums in Frankfurt auf den Punkt. „Sie sind unser Lebenselixier“, sagt er.

Die Arche Frankfurt, das Deutsche Rote Kreuz Frankfurt, die Diakonie Hessen, die Frankfurter Tafel und das Universitätsklinikum Frankfurt erhielten anteilig die FFP2-Atemschutzmasken, die Eintracht-Partner LOTTO Hessen zur Verfügung gestellt hatte. Deren Geschäftsführer Dr. Heinz-Georg Sundermann und eine Eintracht-Delegation begleiteten jede der fünf Übergaben, die an zwei Nachmittagen in dieser Woche durchgeführt wurden. Die „Maskenlieferanten“ nahmen sich Zeit, um mit den Vertretern der Institutionen ins Gespräch zu kommen, von deren Nöten und Ängsten zu erfahren – und sich von der Wichtigkeit der Masken zu überzeugen.

„Balsam auf die geschundene Seele“

Martin Hinteregger, kompromissloser Verteidiger der Eintracht, erhielt bei der Diakonie Hessen einen stimmungsvollen Empfang. „Im Herzen von Europa“ lief über eine Musikanlage, einige Mitarbeiter hatten sich mit Schals und Trikots im Hinterhof zusammengestellt, als Dankeschön gab’s für eine Eintracht-Mitarbeiterin einen Blumenstrauß. „Es war eine sehr nette Runde, in der ich viel über die Arbeit der Diakonie Hessen erfahren habe. Es ist ein wichtiges Zeichen, dass sie für die Menschen da sind. Hoffentlich bleiben alle gesund und hoffentlich erfährt die Diakonie auch nach der Coronakrise die Unterstützung aus der Bevölkerung, die sie verdient hat und benötigt“, sagte Hinteregger, für den es eine Selbstverständlichkeit ist, sich an der „AUF JETZT!“-Kampagne zu beteiligen. „Die Region steht immer hinter uns, auch wenn wir uns beispielsweise im Abstiegskampf befinden. Daher ist es gar keine Frage, dass wir in dieser Situation etwas an die Menschen zurückgeben“, betont der Österreicher, der in einer stillen Sekunde, inmitten der Diakonievertreter stehend, für einen Lacher sorgte, indem er in die Runde fragte: „Ihr habt jetzt die Gelegenheit, mich das zu fragen, was euch schon immer interessiert hat.“ Fragen kamen, Antworten freilich auch – ein rundum gelungener Besuch Hintereggers, insbesondere aufgrund seines Mitbringsels in Form von mehreren Kartons. Diakonie-Finanzvorstand Wilfried Knapp war sichtlich erfreut, die FFP2-Atemschutzmasken entgegennehmen zu dürfen. „Das bringt uns eine unglaubliche Entlastung. Danke, dass Sie so nah an den Menschen sind. Das ist ein ganz wichtiges soziales Zeichen“, rief er Hinteregger und Sundermann zu und machte deutlich: „Die Masken sind Goldstandard, auch das ist ein sehr wichtiger Punkt.“

Bei der Arche in Frankfurt war Timothy Chandler, einer von vielen Familienvätern bei den Adlerträgern, zu Gast – mit schwerem Gepäck. „Momentan können sie in der Arche kein Essen bekommen. Deshalb freut es mich sehr, dass das Essen jetzt nach Hause geliefert werden kann. Es ist Wahnsinn, was die Mitarbeiter leisten“, stellte der 30-Jährige fest. Daniel Schröder, Regionalleiter der Arche, freute sich, dass „diese Aktion eine solch große Bekanntheit bekommt und wir mit Masken versorgt werden. Wir wollen unsere Mitarbeiter schützen und gleichzeitig ein Vorbild für andere sein. Das ist eine tolle Sache und wir bedanken uns ganz herzlich bei LOTTO Hessen und der Eintracht für die Unterstützung.“

Besonders angespannt ist die Situation im Universitätsklinikum Frankfurt. Prof. Dr. Jürgen Gräf aus der Ärztlichen Direktion berichtet, dass „bei uns nichts mehr so ist wie vor dem Bekanntwerden von COVID-19.“ Umso größer ist die Freude, dass „wir diese Solidarität spüren dürfen.“ Wichtig sei, Patienten und Personal zu schützen – nicht nur einen der beiden Teile. Die Masken seien ein Lebenselixier. Sein Stellvertreter Univ.-Prof. Dr. Dr. Kai Zacharowski ergänzte, dass Hilfe von außen „Balsam auf eine geschundene Seele sei.“ Der Vater eines U15-Spielers der Eintracht wäre kürzlich mit seinem Sohn beim Dallas-Cup gewesen, einem großen Jugendturnier in den USA. Dies fiel freilich aus. Weiterhin zur Verfügung stehe er aber, um Eintracht-Talente zum Thema Laienreanimation zu schulen. Ronald Borchers, Eintrachts Markenbotschafter, überbrachte gemeinsam mit Kollege Ervin Skela die Masken und sah „Menschen voller Emotionen. Wir gehen mit unserer Kampagne auf die Menschen zu, das sind sie nicht gewohnt. Es hat eine Aussagekraft, dass wir so wahrgenommen werden. Das haben wir uns erarbeitet. Ich bin von der Arbeit der Universitätsklinik tief beeindruckt.“

„Alle noch enger zusammenstehen“

Edith Kleber von der Tafel hat registriert, dass die „AUF JETZT!“-Kampagne für ihre Institution Früchte getragen hat. „Viele junge Menschen unterstützen uns tatkräftig an den Lebensmittelausgaben. Die Resonanz ist wunderbar und führt dazu, dass wir viele Spenden erhalten.“ Die Markenbotschafter Uwe Bindewald und Alexander Schur hatten die Masken im Gepäck und waren damit bereits zum zweiten Mal binnen kürzester Zeit bei der Tafel zu Gast. „Wir wollen helfen und sind hier an der richtigen Stelle“, stellte Uwe Bindewald fest, während Alexander Schur meinte: „Die Tatsache, dass wir unsere Partner einbeziehen, zeigt, dass wir eine große Familie sind. Jeder möchte sich engagieren, das ist toll. Wir zeigen damit, dass wir in diesen Zeiten alle noch enger zusammenstehen sollten.“

Beim Deutschen Roten Kreuz freute sich Geschäftsführer Dierk Dallwitz über die Spende der Eintracht und LOTTO Hessen. Er hatte sich gemeinsam an der Rettungswache in Bergen-Enkheim mit einigen Ersthelfern versammelt. „Menschen, die hier helfen, sind Helden. Diese Masken werden Menschenleben retten, da die Beschaffungswege für uns schwierig waren“, sagte Dallwitz und zeigte auf seine Helfer – hauptsächlich Ehrenamtler, rund 100 bis 120 sind bei jedem Eintracht-Heimspiel im Einsatz. „Das Signal von LOTTO Hessen und der Eintracht ist überragend“, betonte er.

Als „tolle Geste“ bezeichnete Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer von LOTTO Hessen, die Tatsache, dass Eintracht-Spieler und Markenbotschafter die Kampagne persönlich unterstützten. Schon bei der Übergabe der Masken von LOTTO Hessen an die Eintracht war neben Vorstandsmitglied Axel Hellmann auch Marco Russ vor Ort. Sundermann bilanzierte nach den fünf Übergaben: „Diese Kampagne ist großartig. Wir leben in schwierigen Zeiten. Diese Aktion wird uns dabei helfen, die Coronapandemie zu überstehen. Man kann sich bei der Eintracht nur dafür bedanken, dass sie sich so engagiert. Die Menschen bekommen Anerkennung für das, was sie tun. Sie werden die Masken nicht nur zum Schutz, sondern mit einem Lächeln tragen.“ Die Eintrachtler haben sicherlich wie ihre Kollegen David Abraham, Stefan Ilsanker, Sebastian Rode und Danny da Costa beim Besuch der Institutionen einen ganz besonderen Einblick in die Herausforderungen der aktuellen Krise bekommen. Und erfahren, dass FFP2-Atemschutzmasken ein Lebenselixier sind. Eigentlich ist das ein Wundertrank, der Jugend, Schönheit und langes Leben verleihen soll. Insbesondere zum letzten Punkt haben Eintracht Frankfurt und LOTTO Hessen ihren außergewöhnlichen Beitrag geleistet.


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