Eintracht-Mittelfeldmann Francisco "Chico" Geraldes gilt als regelrechter Bücherwurm. Im Rahmen der Buchmesse äußerte sich der Portugiese zu seinen literarischen Vorlieben.

Chico, warum liest du so viel?
Jedes Buch verändert mein Leben. Mein Leben verändert sich dauernd durch die Auffassungen meiner Handlungen und ich denke, dass jedes Buch einen wachsen lässt, weil jedes einzelne, das ich gelesen habe, mich zum Nachdenken angeregt hat. Dadurch ergeben sich Selbstreflexionen, die ich ohne das Lesen nie erfahren hätte. Es erschafft eine Stufe des Bewusstseins, die man nie verliert. Ich erinnere mich gerne daran, wie mich mit 16 Jahren mein erstes Buch darin bestärkt hat, weitere zu lesen. "Der Alchemist" des brasilianischen Autors Paulo Coelho war ein Schlüsselmoment, der mir für das Leben geholfen hat. Es handelt von einem Schäferjungen, der nach einem Schatz jagt, den er unter den Pyramiden Ägyptens vergraben glaubt.

Was liegt aktuell auf deinem Nachttisch?
Aktuell lese ich einen portugiesischen Autor, den ich eher als Psychologen bezeichnen würde. Er hat "O Mágico que não acreditava em magia" geschrieben, das sich mehr oder weniger mit "Der Magier, der nicht an die Magie glaubte" übersetzen ließe. Es handelt von einem Menschen, der die Kontrolle über sein Leben verliert, privat wie beruflich. Als er zufällig einen alten Freund trifft, hilft dieser ihm als Psychologe, sein Leben wieder in einen Zustand zu leiten, der ihm zuvor unerreichbar schien: Glück.

Gibt es ein Buch, das du lieber nicht gelesen hättest?
Ich kann nicht wirklich sagen, dass es speziell "dieses eine" Buch gibt, das ich nicht mochte. Wenn mir eines nicht gefällt, höre ich einfach auf zu lesen. Es gibt schon eher ein weltweit berühmtes Buch, das ich schon immer lesen wollte, weil ich glaube, dass es gut ist: "Wer die Nachtigall stört" von Harper Lee.

Wie stehst du zu verfilmten Büchern?
Normal sind 99 Prozent der Filme, die an Bücher angelehnt sind, schrecklich. Es geht beim Lesen darum, dass jeder im Kopf seine eigenen Vorstellungen entwickelt. Wenn man die Handlung auf die große Leinwand projiziert, sieht jeder dieselben Bilder, die aus der Vorstellungen einer einzigen Person, des Produzenten, entstanden sind. Ich mag keine Filme, die die Handlungsstränge des Buchs kaputtmachen.

Hören wir neben dem Fußballer auch irgendwann etwas vom Autor Geraldes?
Ich denke, dass ich ein guter Schreiber wäre oder zumindest gute Ideen besitze, die ich in meinem Notizbuch festgehalten habe. Natürlich würde ich es lieben, viele Bücher zu schreiben.

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