Die Eintracht liefert Chelsea FC einen Fight am absoluten Limit und hält sich mit dem 1:1 alle Möglichkeiten aufs Finale offen. Jovic (23.) und Pedro (45.) treffen.

Bei Frankfurt hielten sich unbändige Leidenschaft mit taktischem Geschick die Waage. Dennoch ließ sich gegen die individuell beschlagenen Londoner nicht alle Chancen verhindern. Gemessen am Spielverlauf können die Hessen mit dem 1:1 besser leben als die Blues.

Ausgangssituation: Genuss im Überfluss

Auch wenn dem Vierten der Bundesliga der Vierte der Premier League gegenüberstand, waren die Rollen klar verteilt: Hier der Emporkömmling aus Frankfurt, erstmals seit fünf Jahren international vertreten und überhaupt seit 39 Jahren wieder in einem Halbfinale. Dort Chelsea FC, Gewinner der UEFA Champions League 2012 und Europa League 2013 und in letzterem Wettbewerb seit 15 Partien ohne Niederlage. Gleichzeitig einte beide Seiten eine kleine Ergebnisdelle in ihren heimischen Ligen mit drei sieglosen Spielen am Stück, was den Kampf um die Königsklasse weiter verschärfte. Dahingehend standen die Gäste wesentlich mehr in der Pflicht, während die Adler den Ausnahmezustand vor allem genießen und eine vernünftige Ausgangssituation für das Rückspiel in einer Woche schaffen wollten.

Personal: Hasebe auf die Sechs, Gacinovic genesen

Adi Hütter griff auf die Maßnahme vom Auswärtsspiel in Lissabon zurück und zog Makoto Hasebe vor ins defensive Mittelfeld. Den freigewordenen Posten in der Innenverteidiger bekleidete Simon Falette links, Martin Hinteregger rückte in die Zentrale. Anstelle des gesperrten Ante Rebic begann der wiedergenesene Mijat Gacinovic in leicht hängender Position hinter der einzigen Sturmspitze Luka Jovic. Ansonsten hielt der Cheftrainer am Stamm der Vorwochen fest.

Großer Kampf und hohe Kopfballkunst

Die auf große Kompaktheit ausgerichtete Aufstellung füllten die Adler von der ersten Sekunde dank der richtigen Einstellung mit Leben. Angetrieben vom dauertosenden Publikum in der natürlich restlos ausverkauften Commerzbank-Arena warfen sich die Hessen in jeden Zweikampf als wäre es der letzte und entwickelten mit zunehmender Spieldauer auch nach vorne immer mehr Ideen. Die Blues hatten zwar mehr Ballbesitz, ließen ihren gefälligen Passstafetten aber keine zwingenden Chancen folgen, was nicht zuletzt der giftigen und aufmerksamen Herangehensweise der Hausherren geschuldet war. Ersten eigenen Torannäherungen über den Flügel, als Da Costa in die Arme von Kepa Arrizabalaga flankte (18.) und einen indirekten Freistoß, als David Abraham am langen Pfosten lauernd zu hoch zielte (21.), folgte Mitte der ersten Halbzeit die erste Stufe der Ekstase, als Jovic eine maßgeschneiderte Flanke von Filip Kostic unnachahmlich, fast waagrecht in der Luft liegend, ins lange Eck köpfte (23.). In der Folge erhöhte der Titelanwärter merklich die Schlagzahl. wenngleich der Titelanwärter bis zur Pause merklich die Schlagzahl erhöhte. Zunächst blieb ein am rechten Pfosten vorbeirauschender Distanzschuss von Pedro die einzige nennenswerte Offensivaktion (27.). Doch kurz vor der Pause verfehlte Ruben Loftus-Cheek aus halblinker Position erst knapp den Kasten und servierte wenige Augenblicke später in einer vergleichbaren Aktion für Pedro, der nicht lange fackelte und auf 1:1 stellte (45.).

Zu wenig Entlastung

Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Londoner mehr vom Ball und in der nächsten Viertelstunde die Führung auf dem Fuß. Erst pflügte der wuchtige Loftus-Cheek durch die Frankfurter Hälfte, erhielt von Pedro den Ball zurück und schoss aus zentraler Position freistehend über das Gehäuse (54.). Dann schlug beinahe die Stunde von David Luiz als der Innenverteidiger einen Freistoß auf den Kasten von Kevin Trapp abfeuerte, der Torhüter aber mit den Fingerspitzen und der Latte zur Ecke rettete (60.), ehe seine Vorderleute wieder mehr Zugriff auf das Geschehen bekamen. Dennoch blieb Chelsea das strafraumpräsentere Team. Loftus-Cheek prüfte Trapp, Hazards Nachschuss hatte den nächsten Eckstoß zur Folge (74.). Dann wieder nach einer Freistoßhereingabe David Luiz, dessen Kopfball bei Trapp in sicheren Händen war (77.). Fehlte über weite Strecken bei Frankfurt die nötige Entlastung, legten die Adler gegen Ende nochmal eine Schippe drauf, schlugen aber nicht mehr entscheidend zu.

Fazit: Alles offen

Auch wenn das Auswärtstor des Gegners die Ausgangslage fürs Rückspiel etwas verschlechtert, erhält sich die Eintracht mit diesem Resultat alle Möglichkeiten für Baku. Der Wert des 1:1 zeigt sich folglich erst in einer Woche. Allein das ist als Erfolg zu bewerten.

So spielte die SGE

Trapp - Abraham, Hasebe, Falette - Da Costa, Fernandes (73. Paciencia), Hasebe, Rode, Kostic - Gacinovic (90. + 2 Willems) - Jovic.

Tore

1:0 Jovic (23.)
1:1 Pedro (45.)

UEFA Europa League: Eintracht Frankfurt - Chelsea FC

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