Sportvorstand Bobic und Chefcoach Hütter sind sich über die deutliche Leistungssteigerung nach der Pause einig, Sow und Toure verraten ein schneller als gedacht eingelöstes Versprechen.

Sportvorstand Fredi Bobic: Ein Sieg fühlt sich immer gut an, aber gegen den Tabellenführer ist es natürlich immer etwas Besonderes. Leipzig hat in der ersten Halbzeit überragend gespielt, da konnten wir froh sein, dass wir mit einem 0:0 in die Kabine gegangen sind. In der zweiten Halbzeit hat mir vor allem gefallen, wie leidenschaftlich wir nach dem Tor von Almamy das eigene Tor verteidigt haben. Das ist uns vor Weihnachten ein bisschen abgegangen. Das war heute eine tolle Mannschaftsleistung, jeder ist für den anderen gelaufen. Das 2:0 nach dem tollen Spielzug war natürlich die Krönung. Wir sind heute sehr glücklich, aber wir müssen weiter hart arbeiten, dann kommen die Erfolge von allein. Wir tun uns gegen Mannschaften, die oben stehen und auch Fußball spielen wollen, einen Tick leichter. Bald haben wir Leipzig wieder vor der Brust. Das wird wieder ein 50:50-Spiel, darauf freuen wir uns. Es ist ganz wichtig für die Jungs, dass sie sich diese Erfolgserlebnisse holen – gerade vor den bald anstehenden Englischen Wochen.

Cheftrainer Adi Hütter: Ich freue mich sehr über den Sieg, wobei ich klar sagen muss, dass wir in der ersten Halbzeit deutlich unterlegen waren. Wir hatten nur einen Abschluss von Abraham nach einer Ecke. Leipzig war aber auch sehr stark im Umschaltspiel und in den Zweikämpfen. Wir waren sehr ungefährlich und sehr schlampig nach eigenem Ballgewinn, als wir die gefährlichen Räume nicht gefunden und uns einfach zu wenig zugetraut haben. In der zweiten Halbzeit haben wir uns viel mehr in die Zweikämpfe gelegt. Das frühe Tor von Almamy hat Leipzig ein bisschen den Zahn gezogen. Wir haben dann alles reingeworfen und sehr gut verteidigt. Das 2:0 am Ende ist sehr gut herausgespielt und die Krönung. Wir haben die Zeit in der Winterpause gut genutzt. Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie taktisch diszipliniert sie auftritt und wie schnell sie die Viererkette verinnerlicht hat.

Almamy Toure: Wir haben am Dienstag noch darüber gesprochen, dass ich mal ein Tor schießen muss. Jetzt konnte ich mein Versprechen schon einlösen. Wir Außenverteidiger wissen, dass wir uns in gewissen Situationen offensiv einschalten müssen. Das üben wir im Training. Ich wusste in diesem Moment, dass ich sofort abziehen muss, weil der Ball perfekt kam. Ich habe ihn zum Glück perfekt getroffen. Der Sieg gibt uns viel Selbstvertrauen für die nächsten Wochen. Wir wussten, wie stark Leipzig ist und dass sie sehr schnell umschalten. Aber wir haben Leipzig gerade in der zweiten Halbzeit sehr gut im Griff gehabt.

Djibril Sow: In der ersten Halbzeit hatten wir viel Mühe und kamen erst nach einer halben Stunde etwas besser ins Spiel. Wir standen zu tief, kamen nicht wirklich in die Zweikämpfe und haben die Bälle zu schnell verloren. Entscheidend war, wie wir aus der Kabine gekommen sind. Das war ein ganz anderes Spiel. In unserer Situation tut natürlich jeder Sieg richtig gut. Vor allem gegen den Tabellenführer, der für mich aktuell die beste Mannschaft Deutschlands ist. Ich glaube, Almamy wusste selbst nicht, dass er so einen Schuss hat. Nach seiner Chance vergangene Woche hat er ein Tor versprochen und das heute schon eingelöst.

Julian Nagelsmann (Trainer Leipzig): Wir waren in der ersten Halbzeit gut drin, in den ersten 25 Minuten sehr gut. Frankfurt hatte nur eine gefährliche Situation durch Abraham. Ansonsten waren wir präsent, aber im letzten Drittel zu unsauber und haben dort zu viele falsche Entscheidungen getroffen. Die Eintracht hat die Räume gut geschlossen. Nach der Pause sind wir eigentlich gut rausgekommen, waren aber wieder zu unsauber. Frankfurt geht dann in Führung, und nach dem 1:0 ist die Niederlage verdient. Nicht zu 100 Prozent, aber es war kein glücklicher Sieg für Frankfurt. Wir mussten später aufmachen, hatten aber nicht die Momente um zurückgekommen. Das ist ein Prozess, und da sind wir noch nicht so weit. 22 Schüsse und kein Tor, das ist natürlich zu wenig. Das müssen wir uns im Training wieder erarbeiten. Wir waren heute engagiert. Aber es geht um die letzten paar Prozentpunkte, die haben gefehlt.

Teilen
Funktionen