Adi Hütter ist sich der Offensivpower des nächsten Gegners bewusst. Mut machen dem Cheftrainer die eigenen stabilen Auftritte.

…das Spiel in Straßburg: Mir geht es immer ums Kollektiv. Wir gewinnen und verlieren zusammen. Das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend, trotzdem waren wir in der zweiten Halbzeit mutiger und hatten das Geschehen im Griff, zwei gute Möglichkeiten sowie einen nicht gegebenen Elfmeter. Das Gegentor können wir besser verteidigen. Die Aufgabe wird jetzt schwerer, aber zuerst zählt Leipzig.

…den Zustand der Mannschaft: Betrachten wir die vergangenen beiden Spiele, hatten unsere Gegner nicht viele Chancen. Hoffenheim hatte nur optisch mehr vom Spiel, Strasbourg seine Möglichkeiten, weil wir bei Ballbesitz zu viele Fehler gemacht haben. Dafür konnten wir Ajorque aus dem Spiel nehmen und haben grundsätzlich bei Standards wenig zugelassen. Im Offensivspiel hingegen haben wir Nachholbedarf. Mit Daichi Kamada bin ich sehr zufrieden, er war gestern ein absoluter Aktivposten. Ich hätte ihm ein Tor gegönnt. Wir sind noch nicht bei 100 Prozent.

…den vermeintlich defensiveren Spielansatz: Dieser Eindruck mag entstehen, weil wir uns noch nicht so viele Chancen herausspielen wie im Vorjahr. Trotzdem versuchen wir, auf einer gewissen Höhe zu verteidigen. Weil uns noch die Durchschlagskraft abgeht, ist das Bild vielleicht ein anderes. Natürlich ist die Grundordnung mit aktuell einer Spitze und zwei hängenden dahinter eine andere, aber das kann sich auch wieder ändern.

…die Personalsituation: Ich bin zwar für Überraschungen gut, aber für Djibril Sow käme ein Einsatz am Wochenende zu früh. Wir müssen die kommende Woche abwarten, aber ich bin überzeugt, dass er spätestens nach der Länderspielpause bereit ist. Frederik Rönnow hat in dieser Woche schon wieder mittrainiert und könnte am Wochenende ein Thema für den Kader sein. Mijat Gacinovic musste gestern wegen Adduktorenproblemen raus. Wir gehen kein Risiko ein, für Sonntag ist er fraglich. Angesichts zwei Auswärtsspielen innerhalb von vier Tagen mache ich mir Gedanken, ob es Veränderungen geben wird.

…Leipzig: Vor dem Spiel würde ich ein 0:0 wie vor einem Jahr mitnehmen. Aber es könnte trotzdem sein, dass wir unerwartet das bessere Team sind. Leipzig ist gut in die Saison gestartet, praktiziert das Spiel gegen den Ball unter Julian Nagelsmann weniger intensiv, agiert dafür bei Ballbesitz flexibler. Die Grundordnung ist mit Dreier- statt Viererkette eine andere, mal mit einer Sechs, mal mit zwei. Sie sind sehr, sehr flexibel. Es kommt eine schöne Lawine auf uns zu. Wir müssen Mittel finden, diese Offensivpower in den Griff zu bekommen. Leipzig ist der Favorit.


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