Der FC Augsburg überzeugt auch in diesem Jahr mit einer geschlossenen und kompakten Spielweise, die den Fuggerstädtern in der Tabelle eine komfortable Position eingebracht hat.

Der FC Augsburg ist einfach nicht kleinzukriegen. Einmal mehr von vielen vor Saisonbeginn als heißer Abstiegskandidat gehandelt, strafen die Fuggerstädter von Woche zu Woche ihre Kritiker Lügen. Mit geschlossenen und überzeugenden Auftritten hat sich der FCA einen komfortablen Vorsprung von elf Punkten auf den Relegationsrang erarbeitet und darf sogar in Richtung Europapokalplätze schielen. Es läuft in Augsburg - wären da nicht die kleinere Personalsorgen, die das Team von Trainer Manuel Baum jüngst heimgesucht haben.

Manager Stefan Reuter hatte den großen, 33 Mann fassenden Kader, im Winter ein wenig ausgedünnt. Mit Georg Teigl (Braunschweig), Jan-Ingwer Callsen-Bracker (Kaiserslautern), Konstantinos Stafylidis (Stoke), Eri Thommy (VfB Stuttgart), Tim Rieder (Breslau), Dong-Won Ji (Darmstadt), Moritz Leitner (Norwich) und Marvin Friedrich (Union Berlin) verließen gleich acht Spieler den FCA in der abgelaufenen Transferperiode, wobei mit Ausnahme von Thommy alle Spieler nur ausgeliehen beziehungsweise mit Option verkauft wurden. Neuzugänge gab es indes keine, da auch im Grunde kein Bedarf bestand.

Umso schmerzhafter für Augsburg, dass sich Abwehrchef Jeffrey Gouweleeuw beim jüngsten 1:1 beim 1. FC Köln einen Innenbandteilriss im Knie zuzog, Top-Torjäger Alfred Finnbogason mit einer Muskelverletzung ausfällt und zudem Sechser Rani Khedira gesperrt ist. Statt innerhalb des Kaders zu moderieren ist Trainer Manuel Baum diesmal gefragt, die Schlüsselposition der personellen Not wegen neu besetzen. Umso mehr dürfte es auf Leistungsträger wie Caiuby ankommen. Schließlich besorgte das Brasilianer in Köln den nicht unverdienten Ausgleich und stellt neben Eintracht-Torjäger Sébastien Haller die Zweikampfmaschine in der Bundesliga. 367 Duelle Mann-gegen-Mann hat Caiuby bislang bestritten, 51 Prozent der Zweikämpfe konnte er gewinnen.

"Der unbedingte Wille, jedes Spiel zu gewinnen, zeichnet uns aus", skizziert Fünf-Tore-Mann Caiuby das Rezept der Augsburger Mannschaft. "Einer läuft bei uns für den anderen, jeder stellt seine Interessen und sein Ego zurück. Das mögen viele Teams von sich behaupten, bei uns ist es auf jeden Fall tatsächlich so. Und das ist wohl unsere größte Stärke." Bereits im siebten Jahr in Folge spielen die bayrischen Schwaben in der Bundesliga - und auch in der kommenden Saison wird sich an dieser Tatsache wohl kaum noch etwas ändern. "Deshalb ärgert es mich durchaus, wenn wir vor jeder Saison aufs Neue als potenzieller Absteiger gehandelt werden. Ich empfinde das ein Stück weit als respektlos", betont der 29-jährige Brasilianer und demonstriert damit das Selbstbewusstsein, dass der FC Augsburg durch seine Geschlossenheit mittlerweile gewonnen hat.

Drei im Fokus

Caiuby: Air Augsburg

Auf der linken Außenbahn der Augsburger hat sich Caiuby zu einem echten Leistungsträger entwickelt. In der vergangenen Saison noch mit einer Knieverletzung lange außer Gefecht gesetzt, war der Brasilianer in der laufenden Spielzeit in 20 Partien an acht Treffern direkt beteiligt. Im Gastspiel beim 1. FC Köln traft Caiuby bereits zum dritten Mal per Kopf und erzielte damit das neunte Augsburger Kopfballtor dieser Saison. Damit ist ab sofort ein Rekord möglich, denn noch nie erzielte der FCA zehn Kopfballtore in einer Saison. Ligaweit waren nur die Bayern per Kopf erfolgreicher. Alle fünf Saisontore von Caiuby, der im Hinspiel in Frankfurt per Schlenzer traf, bereitete im Übrigen Philipp Max vor...

Philipp Max: Rekordmann auf der Außen

Spätestens nach dem Kreuzbandriss von Marcel Halstenberg ist Philipp Max, der Sohn des einstigen Schalker Torjägers Martin Max, ein ernstzunehmender Kandidat für den WM-Kader von Bundestrainer Joachim Löw. Die Zahlen jedenfalls sprechen für Max, der in dieser Saison bereits satte zwölf Assists beisteuern konnte. Damit stellte der 24-Jährige schon jetzt den Rekord für einen Augsburger Spieler in einer kompletten Saison ein, den hielt bislang Tobias Werner, der in der Saison 2013/14 ebenfalls auf elf Assists kam. Im Hinspiel in Frankfurt erzielte Max, Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, übrigens sein bislang einziges Saisontor.

Marcel Heller: Warten auf den ersten Treffer

Marcel Heller spielt gegen seinen Ex-Verein, der Flügelflitzer war von Anfang 2007 bis Sommer 2008 und dann noch einmal von 2009 bis 2011 im Eintracht-Trikot unterwegs und kam in 34 Bundesliga-Spielen auf zwei Tore und einen Assist. Das sind genauso viele Scorer-Punkte wie er nun in Augsburg für den FC sammelte, allerdings wartet er nach wie vor auf seinen ersten Treffer für Augsburg.

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