Immer öfter ist heutzutage von mentaler Stärke die Rede. Dass der Kopf auch in herkömmlicher Weise entscheidend sein kann, stellte die Eintracht 2018/19 vermehrt unter Beweis.

Nicht nur Sportvorstand Fredi Bobic, Sportdirektor Bruno Hübner und die Scoutingabteilung um Ben Manga benutzen überaus erfolgreich ihr Oberstübchen, um die Entwicklung der Mannschaft voranzutreiben, auch auf dem Platz hat die SGE in der abgelaufenen Saison Stärke im Kopf bewiesen. Mit Sébastien Haller hat die Eintracht einen echten Spezialisten und den zurzeit wohl effektivsten Kopfballspieler der Bundesliga in ihren Reihen. Der Franzose weiß seine Physis gezielt einzusetzen und steht 2018/19 mit seinen 459 gewonnenen Zweikämpfen sowie 206 für sich entschiedenen Kopfballduellen jeweils an der Ligaspitze. Mit 915 gewonnen Kopfballduellen und nur fünf Gegentreffern nach Flanken stellte die Eintracht weitere Bestmarken in der Bundesliga auf, welche die Kopfballballspezialitäten der Hessen unterstreichen.

Die Frankfurter erzielten zudem zehn Kopfballtore (nur der FC Bayern mehr) und kassierten lediglich acht Gegentreffer nach Standards (nur Borussia Mönchengladbach weniger). Die Lufthoheit der Adler versinnbildlicht nicht zuletzt Goncalo Paciencia. Der Portugiese erzielte all seine fünf Pflichtspieltreffer mit dem mit dem Schädel. Nur ein Mysterium bleibt ungelöst: Wie die Eintracht mit 17 Prozent einerseits den geringsten Anteil an Gegentoren nach ruhenden Bällen aufweist, andererseits ebenso mit 17 Prozent den geringsten Anteil an eigenen Standardtreffern. Zumal zwei Tore durch Verteidiger ebenso Ligatiefstwert waren. Andernfalls sorgen die Diskussionen darüber, ob die Winger rechts und links eher der Abwehr- oder Angriffslinie zuzuordnen seien –nun ja – für Kopfzerbrechen eben.

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