Danny Da Costa trifft am Samstag auf seinen Ex-Klub Bayer 04 Leverkusen. Für den neusten "Adlerträger" im Kubmagazin und bei EintrachtTV haben wir ihn in seine Heimatstadt Köln begleitet.

Danny, du bist im Kölner Stadtteil Holweide bist du aufgewachsen. Wie war es so?

Danny Da Costa: "Man mag es vielleicht nicht glauben, aber vor ein paar Jahren habe ich hier noch in einer Drei-Zimmer-Wohnung mit meinen Eltern und meiner vier Jahre jüngeren Schwester gewohnt. Wir haben uns eine ganze Zeit lang ein Zimmer geteilt, was vor allem schwieriger wurde, je älter wir wurden. Als dann aber die zweite Schwester zur Welt kam, sind wir umgezogen."

Wie ist dein familiärer Hintergrund? Woher kommen die da Costas?

"Das ist alles ein bisschen zusammengewürfelt. Mein Vater kommt gebürtig aus Angola und ist mit 18 Jahren geflüchtet. Über zahlreiche Umwege im europäischen Ausland ist er letztendlich hier in Deutschland gelandet. Bei meiner Mutter lief das Ganze ein bisschen unkomplizierter. Sie ist einfach mit ihrer Familie aus dem Kongo hierher gereist und dann ausgewandert. Kennengelernt haben sich meine Eltern dann letzten Endes auch hier in Deutschland. Meine Mutter ist eine echte Frohnatur, ich habe sie selten traurig gesehen. Vielleicht habe ich es von ihr, dass auch ich eigentlich immer gut drauf bin."

Wie sah deine Kindheit aus? Was hast du gerne gemacht?

"Als Kind bin ich, wie die meisten Kinder hier in der Gegend, mit dem Kettcar oder dem Fahrrad durchs Viertel gefahren. Und als ich vier Jahre alt war, habe ich begonnen, auf dem Bolzplatz um die Ecke zu kicken. Hier sind sehr viele schöne Erinnerungen entstanden und ich denke hin und wieder gerne an die Zeit zurück."

Auf dem Bolzplatz um die Ecke. Welches Spiel war damals " in"?

"Wir waren damals immer ganz kreativ und haben immer "WM" gegeneinander gespielt. Da hat einfach jeder gegen jeden gespielt. Einen haben wir ins Tor gestellt, und wenn man getroffen hat, war man eine Runde weiter. So lange, bis nur noch zwei übrig blieben, die im Finale gegeneinander antreten mussten. Der Sieger durfte sich am Ende ganz stolz Weltmeister nennen. Oder die Familien, die sonntags hier waren, haben in zwei Mannschaften gegeneinander gespielt. Am Anfang wurden die Tore zwar noch gezählt, aber am Ende hieß es dann sowieso immer "das letzte Tor entscheidet". Egal, wie es stand. Das war schon ganz lustig."

Auch wenn du für Leverkusen gespielt hast, bist du ja eher verbunden mit Köln, oder?

"Ich würde schon sagen, dass ich sehr verbunden bin mit dieser Stadt. Ich bin zwar nicht in Köln, sondern in Neuss geboren, aber schon im Alter von zwei Jahren hierher gezogen und hier groß geworden."

Was ist typisch für Köln?

"Dass ab dem 11. November alle verrückt spielen. Das ist ganz wichtig und gehört zum Kölschen Grundgesetz. Normalerweise müsste man als Kölner auch das Kölsche Grundgesetz können - das kenne ich nicht komplett, nur ein paar Auszüge. Zum Beispiel: "Et kütt wie et kütt". Kölner können außerdem weder ein "sch" noch ein "g" sprechen. "Juten Tach" heißt das dann. Und in die Kirche kann man zum Beten gehen. Oder das Obst, also die Kirsche, eben essen. Ja, der echte Kölner kann schon sehr gut Kölsch, feiert Karneval und liebt sein Kölsch bei Sonnenschein. Wir lachen gerne und vor allem viel. Das ist das größte Merkmal. Ich glaube auch, dass Köln, ähnlich wie Frankfurt, sehr multikulti ist. Man heißt hier wirklich jeden willkommen. Ganz egal woher, lachen kann man immer zusammen."

Jetzt spielst du bei Eintracht Frankfurt. Mit dem Klub hattest du aber schon früher Berührungspunkte. Welche waren das?

"Ich habe mit der Jugend-Mannschaft der Eintracht relativ früh schon mal Bekanntschaft gemacht. Auch wenn es eine nicht ganz so erfreuliche war. Das war im Stadion vom FSV. Damals haben wir das Deutsche-Meisterschaftsfinale verloren in der U17. Aber im Nachhinein kamen nur noch positive Erfahrungen mit der Eintracht hinzu. Das Drumherum ist ja schon etwas ganz Besonderes. Von den Fans her und wie man hier aufgenommen wird, wenn man ein neuer Spieler ist. Das war schon etwas, was ich in der Form noch nicht kannte, mich aber von Anfang an sehr begeistert hat."

Was unterscheidet die Eintracht von anderen Vereinen?

"Für mich ist es schon eine ganz besondere Erfahrung bei einem Verein zu spielen, der so viel Tradition hat. Wenn es in einem Verein wirklich so viele Abteilungen gibt, ist das schon eher außergewöhnlich und nicht so alltäglich."

Du hast die Fans angesprochen. Wie war es denn für dich, bei deinem ersten Treffer im Stadion gefeiert zu werden?

"Ich habe ja jetzt zum ersten Mal erlebt, wie es ist, wenn man als Torschütze selbst gefeiert wird von den Fans. Auch das war eine schöne Erfahrung. Das wird mir jetzt ein Leben lang in Erinnerung bleiben. Es war mein erstes Bundesliga-Tor und dass es dann gleich so ein wichtiges Tor war, das vergisst man natürlich nicht. Ich glaube, ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht schon auch ein kleines bisschen stolz war in dem Moment."

Dannys bisherige Karriere

Für drei Vereine hat Danny Da Costa bisher in seiner Profikarriere gespielt. Bei Bayer 04 Leverkusen debütierte er in der Bundesliga, der Europa und der Champions League. Mit dem FC Ingolstadt feierte der Spaßvogel den Bundesliga-Aufstieg, und bei der Eintracht schoss Danny sein erstes Bundesliga-Tor gegen Hannover Anfang März. Für die deutschen U-Nationalmannschaften lief der 24-Jährige in 32 Partien auf, unter anderem unter Trainer Horst Hrubesch und an der Seite von Spielern wie Max Meyer, Yunus Malli und Emre Can.

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