Die Eintracht verliert in Freiburg denkbar knapp durch ein Gegentor von Petersen (77.) mit 0:1. Frankfurt ist nach Gelb-Rot gegen Fernandes (45.+1) über eine Halbzeit in Unterzahl.

Ausgangssituation: Futter für die Wintertage

Zum Abschluss des elften Spieltages galt es für beide Kontrahenten, vor der letzten Länderspielpause des Jahres mit Punktgewinnen den Anschluss ans obere Tabellendrittel bis hoch zu Platz vier zu wahren. Während die neuntplatzierte Eintracht nach dem Spektakel gegen die Bayern am Donnerstag in Lüttich einen Stimmungsdämpfer erlitten hatte, blickte der Tabellensiebte Freiburg auf nur eine Niederlage aus den vergangenen sieben Bundesligaspielen und generell die beste Bilanz seiner Bundesligageschichte zurück. Dazwischen hatte der Sport-Club allerdings auch das Aus im DFB-Pokal gegen Union Berlin zu verdauen gehabt.

Personal: Vier neue in allen Mannschaftsteilen

Im Vergleich zur UEFA Europa League drei Abende zuvor erhielt Evan Ndicka seine nächste Bewährungschance von Beginn an, Makoto Hasebe erhielt dafür eine Pause, und Martin Hinteregger bekam die Chefrolle in der Abwehrzentrale zugeteilt. Außerdem startete Daichi Kamada anstelle Sebastian Sebastian Rodes, was im Mittelfeld eine Umstellung auf Doppelsechs hinter einem klaren Spielmacher nach sich zog. Zudem rotierten Erik Durm auf der rechten Außenbahn für Danny da Costa sowie Bas Dost in der Doppelspitze für André Silva neu in die Startformation.

Eintracht stabil, Fernandes fliegt

Bei frostigen Temperaturen im Schwarzwald-Stadion taten beide Seiten ihr Möglichstes, alsbald auf Betriebstemperaturen zu kommen, suchten die Zweikämpfe und bei Ballgewinn schnurstracks den Weg nach vorne. Den gefährlicheren Beginn erwischten dabei die Hausherren: Erst zog Vincenzo Grifo nach einer Ecke im zweiten Versuch nach innen, fand aber ebenso in Rönnow seinen Meister (7.) wie wenige Sekunden darauf Lucas Höler aus halbrechter Position (8.) und später Roland Sallai (28.). Auf der anderen Seite pflügte sich Hinteregger unnachahmlich in den Strafraum durch, prüfte Mark Flekken, Durms Nachschuss küsste die Oberkante der Latte (12.). Auch die zweite Gelegenheit gehörte dem Österreicher, der nach einem Doppelpass mit Dost im Fallen abschloss, Flekken die Kugel aber noch mit den Fingerspitzen über den Querbalken lenkte (35.). Insgesamt bot sich die erwartet intensive Auseinandersetzung zweier laufstarker Konkurrenten, die sich auch in dieser Hinsicht nichts schenkten. Bezeichnenderweise war nach einer halben Stunde Freiburg 34,38 Kilometer gelaufen, Frankfurt derer 34,41 – also marginale 30 Meter mehr. Ein Verhältnis, das sich zwangsläufig verschieben sollte, als Gelson Fernandes nach einem vermeidbaren Einsteigen an der Außenlinie Gelb-Rot sah (45.+1).

Die Schleusen öffnen sich

Zur zweiten Halbzeit reagierte Adi Hütter auf den verlorenen Defensivspieler und beorderte Dominik Kohr für Paciencia ins Team. Die Breisgauer versuchten erwartungsgemäß, die Gunst der Überzahl zu nutzen, erhöhten weiter die Schlagzahl, scheiterten aber in Person von Sallai einmal mehr an Rönnow (51.). Auf der Gegenseite war Flekken nach einem harten Geschoss Kostics im kurzen Eck auf seinem Posten (59.). In der Folge blieben die Hessen nicht weniger mutig als die Schwarzwälder, ließen es aber gleichermaßen an Durchschlagskraft vermissen. Dieser Annahme begegneten die Badener in der Schlussviertelstunde mit der Führung durch Nils Petersen nach einer nicht entschärften flachen Hereingabe von der linken Seite (77.). Die Adler schüttelten sich kurz, dann hielt Durm aus größerer Entfernung volley einfach mal drauf und zwang Flekken zu einer Glanztat (80.). Diese vollbrachte nur zwei Zeigerumdrehungen später auch Rönnow gegen Günter (82.). Fortan hagelte es Chancen im Minutentakt, doch wieder rettete Flekken aus nächster Nähe gegen Hinteregger (84.). Eine hektische Schlussphase mündete in zwei weiteren Platzverweisen gegen Abraham und Grifo in der Nachspielzeit.

Fazit: Schlüsselmoment zum Seitenwechsel

Was sich Frankfurt unter der Woche in der UEFA Europa League gewünscht hätte, erfuhren die Adlerträger in Freiburg am eigenen Leibe: Ein berechtigter Platzverweis. Bis dahin war die Partie an Ausgeglichenheit nicht zu überbieten. Doch auch nach dem Rückstand boten sich Gelegenheiten zum Punktgewinn, den jedoch SC-Keeper Flekken und eigenes Unvermögen verhinderten.

So spielte die SGE

Rönnow - Abraham, Hinteregger, Ndicka - Durm (83. Silva), Fernandes, Sow, Kostic - Kamada (67. Gacinovic) - Paciencia (46. Kohr), Dost.

Tore

1:0 Petersen (77.)

11. Spieltag: SC Freiburg - Eintracht Frankfurt

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