2020 läuft ergebnismäßig nach Plan. Passend dazu nimmt Marco Russ das Lauftraining auf. Die neue Trainingswoche lässt nicht darauf schließen, dass die Eintracht etwas dem Zufall überlässt.

„Wir müssen weiter hart arbeiten, dann kommen die Erfolge von allein.“ Gesagt nach dem 2:0 gegen Leipzig am Samstag von Sportvorstand Fredi Bobic, getan am Dienstag, als sich die Frankfurter Belegschaft weit länger als anderthalb Stunden auf dem Rasenplatz vor der Commerzbank-Arena nicht allein auf den Charaktertest am Samstag bei Schlusslicht Fortuna Düsseldorf vorbereitete.

Vielmehr bildet die Fahrt ins Rheinland den Auftakt eines Mammutmonats mit sieben Spielen binnen 27 Tagen. Fortgeführt am Dienstagabend im DFB-Pokal gegen Leipzig, abgeschlossen am 27. Februar mit dem Rückspiel der UEFA Europa-League-Zwischenrunde in Salzburg. Wobei – selbst danach warten im Wochenrhythmus vier Bundesligaspiele bis zur Länderspielpause. Losgelöst von der Tabellensituation warnt Goncalo Paciencia, der sich erst am Samstag bis 2023 zur Eintracht bekannt hatte, nach nasskalten knapp 100 Minuten: „Es ist nur drei Spiele her, als wir mit Paderborn gegen den Letzten verloren haben. Das ist Bundesliga, alle Spiele sind schwierig.“

Umso wichtiger in diesem Zusammenhang, dass Cheftrainer Adi Hütter annähernd der komplette Kader zur Verfügung steht. So fehlte neben den langzeitverletzten defensiven Mittelfeldspielern Gelson Fernandes und Lucas Torró (zog im Innenraum sein Aufbauprogramm durch) einzig Bas Dost mit Magen-Darm-Problemen. Paciencia, der im zuletzt angewandten System mit nur einer Spitze die Jokerrolle innehatte, bleibt entspannt: „Das ist Fußball. Wir blicken immer nach vorne und konzentrieren uns auf die Arbeit. Natürlich möchte ich immer spielen, aber am Ende geht es um den Erfolg des Vereins.“

Taktische Fortschritte

Ein langjähriger Teil davon ist längst Marco Russ, der erstmals seit seinem Achillessehnenriss Mitte August wieder parallel zu den Kollegen eine Laufeinheit absolvierte. Somit befanden sich im Mannschaftstraining 20 Akteure, was sich ideal für Übungen im gruppen- wie mannschaftstaktischen Bereich eignete. Ein Spielelement, das Hütter zuletzt viele lobende Worte entlockt hatte. „Wir haben in den vergangenen Wochen stark an unserem Defensivverhalten gearbeitet“, bestätigt Paciencia, sozusagen als Mittelstürmer der erste Verteidiger. Immerhin war die Eintracht zuletzt seit Mitte Oktober nicht mehr ohne Gegentor geblieben – ehe das 2:0 gegen die Roten Bullen, ihres Zeichens mit 51 Treffern die torgefährlichste Mannschaft der Liga und bis dato nicht ohne eigenes Tor geblieben, die erste weiße Weste seit zehn Partien bedeutete. Paciencia meinte dazu: "In Portugal sagen wir: Wenn du gut verteidigst, greifst du noch besser an.“

Weitere Erfolgsrezepte müssen bis auf Weiteres verborgen bleiben, da bis zum 20. Spieltag am 1. Februar die verbleibenden Trainingseinheiten nicht öffentlich sein werden. Die Hessen überlassen weniger denn je dem Zufall.

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