Sowohl Eintracht Frankfurt, als auch Flora Tallinn behalten das Rückspiel in guter persönlicher Erinnerung.

Angefangen bei Goncalo Paciencia, der, mit seinem Doppelpack das Weiterkommen sicherte und sich sowie die Eintracht an seinem 25. Geburtstag gewissermaßen selbst beschenkte. Präsente gab es in gewissen Maße auch den Umstehenden: Erstens die maßgeschneiderte Flanke von Danny da Costa zum 1:0, zweitens der zum 2:1 verwandelte Handelfmeter, der in die Kategorie „Kann man geben, muss man aber nicht“ fiel. „Ich habe zum zweiten Mal an meinem Geburtstag gespielt und zum zweiten Mal getroffen. Eine schöne Sache!“, freute sich der Matchwinner hinterher, zumal der Mittelstürmer nach einer schwierigen Premierensaison mit Verletzungen und Teilzeiteinsätzen derzeit als gesetzt gilt. Ein Geschenk war der nächste Startelfeinsatz sicher nicht. Selbst beim Test gegen den FC Wels am vergangenen Sonntag hatte der Portugiese als einziger im Hinspiel beanspruchter Akteur in der Startformation gestanden und just in der ersten Halbzeit einen Dreierpack geschnürt.

In diesem Zusammenhang erscheinen auch die weiteren Änderungen im Vergleich zum Hinspiel mehr als Belohnung denn als Experiment. So erhielten im ersten Heimspiel der Saison in der mit 48.000 ausverkauften Commerzbank-Arena auch Dejan Joveljic und Daichi Kamada die Chance, sich zu zeigen. In Oberösterreich hatte der Japaner dem Serben nach dem Seitenwechsel zwei Mal mustergültig zu den einzigen beiden Treffern in der zweiten Halbzeit aufgelegt. Das Neuzugang- beziehungsweise Rückkehrer-Duo hatte bereits nach einer Stunde in Tallinn sichtbar für Belebung gesorgt, der 19-jährige Joveljic gar das Siegtor geköpft. Damit einher ging wie zuvor eine Systemvariierung des Dreiermittelfelds, weg vom Trapez, hin zur Doppelsechs, sodass sich Kamada auf seiner Paradeposition hinter der Doppelspitze entfalten konnte.

Flora-Fraktion als Fans der Frankfurt Fans

Losgelöst von der personellen Besetzung sprach Cheftrainer Adi Hütter im Nachgang davon, „defensiv nicht so viel zugelassen, offensiv immer wieder etwas versucht und Chancen herausgearbeitet“ zu haben. Oder anders gedrückt: dem Gegner keine Geschenke bereitet zu haben. Was wiederum auf Gegenseitig beruhte: „Kompliment aber auch an den FC Flora Tallinn. Sie haben bewiesen, dass sie im Saft stehen und gut Fußball spielen können“, lobte der Österreicher die Gäste.

Die am Ende über das Aus weniger traurig als über das Erlebnis im Stadtwald begeistert schienen. „Die Fans der Eintracht waren großartig. Wir sind nach dem Spiel in die Kurve gegangen, um uns zu bedanken, weil das für uns die beste Atmosphäre war, die wir je erlebt haben“, war FC-Coach Jürgen Henn so euphorisiert wie seine Spieler, die sich im Anschluss sogar in die Nordwestkurve begaben und ein Trikot in die Menge warfen – es war dann doch das einzig greifbarere Geschenk.

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