Woche eins eines neuen Fußballerlebens: Trainingslager unter Quarantäne. Almamy Toure begrüßt die Vorkehrungen und zwei genesene Abwehrkollegen.

Um zu wenig Abwechslung muss sich ein Fußballprofi von Eintracht Frankfurt beileibe nicht sorgen. Im Sommer zwei Trainingslager in der Schweiz und Österreich, im Januar die Rückrundenvorbereitung in Florida, seit Montag das von der DFL Deutsche Fußball Liga zur Bedingung gemachte einwöchige sogenannte Quarantänetrainingslager. Alpenrepublik, Sunshine State, Mainmetropole. „Es fühlt sich tatsächlich an wie eine Vorbereitung, zumal wir über einen längeren Zeitraum im Hotel wohnen und nicht nur in der Nacht vor dem Spiel. Das wurde mir spätestens klar, als ich alle Klamotten fein säuberlich in den Schrank geräumt habe“, schildert Almamy Toure die Eindrücke des Anbeginns eines Fußballerleben der anderen Art. Dass sich die Abläufe zwischen Unterkunft und Trainingsgelände doch etwas von herkömmlichen Vorbereitungen unterscheiden, zeigt sich allein an der Tatsache, dass der gesamte Tross in zwei getrennten Mannschaftsbussen statt einem gemeinsamen Gefährt zwischen Mainufer und Stadtwald pendelt.

Hinteregger und Russ zurück

Das bekräftigt auch Toure: „Wir haben viele Maßnahmen ergriffen, die wir verfolgen, um größtmögliche Sicherheit herzustellen. Das geht weit über den Mund-Nasenschutz hinaus.“ Tatsächlich bot sich zufälligen Beobachtern am Vormittag ein für eine Sportmannschaft eher unübliches Bild: Bis unter die Augen maskiert marschierten die Hessen in die Umkleiden und entledigten sich ihrer Atemschutzmasken erst mit Betreten des Trainingsplatzes. Auch so übten die Adler dick eingepackt, die Temperaturschwankungen führten zum Wochenstart zu eisigen Windböen. Während die Spieler dahingehend mit der entsprechenden Bekleidung Abhilfe schaffen konnten, verweist Toure eher auf sportliche Auswirkungen: „Die Flugbahn der Bälle war heute weniger berechenbar, aber insgesamt haben wir gut trainiert.“ Zwar nicht übermäßig viel, wie der Verteidiger mit Blick auf die Belastungssteuerung aufzeigt, „aber wir freuen uns, dass wir wieder als Mannschaft trainieren können.“ Zumal sich die Belegschaft weiter vergrößert. So kehrten nämlich Toures zuletzt lädierte Abwehrkollegen Martin Hinteregger und Marco Russ in die Trainingsgruppe zurück.

Zurück im Hotel stand neben Mahlzeiten am Nachmittag und Abend in zwei Essensräumen vor allem Regeneration im Mittelpunkt. Am Dienstag steht eine Doppelschicht auf dem Plan. „Wir wussten natürlich, was uns erwartet, also habe ich ein paar Bücher und meinen Laptop eingepackt“, lässt Toure seine Freizeitgestaltung bis Samstag erahnen.

In jedem Fall wirken die Adlerträger in Gedanken gut vorbereitet. Inwiefern das in doppelter Hinsicht gilt, möchten sie am Samstagabend im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach beweisen. „Es wird sich ohne Zuschauer und Fans sicher anders anfühlen. Die Zeit zu Hause war schön und gut, aber der aktive Fußball bleibt unsere Leidenschaft“, kann der 24-Jährige den Neustart kaum erwarten. Warm anziehen, so wie heute, mögen sich dann aber allenfalls die Gäste vom Niederrhein.


KW 20: Quarantänetrainingslager am Montag

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