Die Eintracht trifft auf einen direkten Konkurrenten im Kampf um das internationale Geschäft, der vor nicht allzu langer Zeit noch andere Sorgen hatte.

Situation

Für den VfL ist diese Ausgangsposition in der laufenden Spielzeit keine Selbstverständlichkeit. Nach einer unter den eigenen Ansprüchen liegenden Saison 2017/18, die mit der gewonnen Relegation ein glückliches Ende fand, befindet sich der Klub aktuell im Umbruch. Durch personelle Veränderungen, sowohl im Kader als auch in der Vereinsführung, konnte der Deutsche Meister von 2009 überraschend schnell für mehr Stabilität und Ruhe rund um das Wolfsrudel sorgen.

Seit Mai 2018 hat Jörg Schmadtke das Ruder in der Geschäftsführung des VfL übernommen. Darüber hinaus besetzt mit Exprofi Marcel Schäfer eine echte Identifikationsfigur den Posten des Sportdirektors. Der Klub bastelt also fleißig an einer neuen Identität. Bis auf wenige Leistungsträger wie Maximilian Arnold, Koen Casteels oder Robin Knoche wurde der Kader nahezu komplett umgekrempelt und dabei deutlich verjüngt. Dass es auch sportlich wieder besser läuft, ist nicht zuletzt Chefcoach Bruno Labbadia zu verdanken, der einer verunsicherten Truppe wieder einen klaren Plan an die Hand gegeben hat.

Trotz allem hat die Arbeit von Labbadia keine Zukunft in Wolfsburg – das vermeldete der Klub vor einigen Wochen. Der Umbruch ist also weiter in vollem Gange. Mit einem neuen Trainer und einer attraktiven Spielphilosophie will der VfL in Zukunft wieder an die jüngsten Erfolge, den DFB-Pokalsieg sowie die Vizemeisterschaft 2015 anknüpfen. Für diese Entwicklung wird das neu zusammengestellte Team noch Zeit brauchen.

Viele neue Gesichter haben dem Spiel des VfL frische Impulse verliehen. Dabei verließen sich die Verantwortlichen nicht wie in den Vorjahren auf namhafte Transfers, sondern entwickelten auch Talente und unbekanntere Spieler zu Stammkräften. Jerome Roussillon beispielsweise, vom HSC Montpellier verpflichtet, gehört auf der Außenverteidigerposition zu den Neuentdeckungen der Saison. Im Sturm hat Wout Weghorst von AZ Alkmaar mit aktuell zwölf Treffern auf sich aufmerksam gemacht. 

Formkurve

Die Formkurve des VfL hat sich von einer echten Erfolgsserie zum Ende der Hinrunde wieder im Normalbereich eingependelt. Das spiegelt auch der aktuelle Tabellenplatz neun wider. Nach zwei Siegen aus den vergangenen fünf Spielen ist der europäische Wettbewerb nach wie vor greifbar, wofür aber weitere Erfolgserlebnisse nötig wären.

Trainer

Zu Beginn der Rückrunde 2017/18 kam Bruno Labbadia, um den kriselnden VfL wieder auf Kurs zu bringen. Das gelang ihm zunächst nur bedingt. Zu viele Baustellen innerhalb des Kaders, Unstimmigkeiten im Management und die allgemeine Stimmungslage erschwerten dem Trainerfuchs die Trendwende. Am Ende reichte es nur für die Relegation gegen Holstein Kiel, die das Team dann allerdings souverän meisterte. Nach einem radikalen Umbruch im Sommer gelang es dem 53-Jährigen, der Mannschaft ein neues, auf Ballbesitz ausgelegtes Spielkonzept einzuimpfen und viele Skeptiker eines Besseren zu belehren, die ihn als Feuerwehrmann oder kurzfristigen Retter abgeschrieben hatten. Trotz der positiven Entwicklung muss Labbadia im Sommer gehen. Um seine geleistete Arbeit zu krönen, hat er im Saisonendspurt noch die Chance, den VfL in den europäischen Wettbewerb zu führen.

Taktiktafel

Eine wesentliche Veränderung, die Labbadia im Spiel des VfL vorgenommen hat, ist die präferierte Umstellung auf ein offensives 4-3-3. In dieser Formation ist das Spiel der Wölfe darauf ausgelegt, fußballerische Lösungen zu finden und schnell im letzten Drittel aufzutauchen. Doch das taktische System ist keineswegs in Stein gemeißelt, denn unter Labbadia verfügen die Niedersachen über eine hohe Variabilität. Dahinter steckt die Absicht, den Gegner auch während des Spiels immer wieder vor neue Herausforderungen zu stellen. Unangefochtene Mosaikstücke innerhalb dieser Spielidee sind derzeit Stürmer Weghorst, Joshua Guilavogui auf der Sechser-Position und John Anthony Brooks in der Innenverteidigung. Auf dem Platz bilden sie die zentrale Achse.

Spieler im Fokus: Jerome Roussillon

Auch wenn er, wie Trainer Labbadia bereits durchblicken ließ, immer ein bisschen braucht, um auf Touren zu kommen, ist Roussillon einer der Senkrechtstarter im Team der Wölfe. Als Linksverteidiger ist er gesetzt und war in 27 von 29 Ligaspielen mit von der Partie. Aus Montpellier gekommen, hat sich der Franzose ansatzlos in der Bundesliga akklimatisiert. Kein Wunder also, dass er von anderen Klubs bereits heiß umworben sein soll. Seine enorme Schnelligkeit und der ständige Offensivdrang zählen zu seinen großen Stärken. In 27 Spielen kommt der Außenverteidiger auf drei Treffer und fünf Assists.

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