Die möglichen Quali-Gegner der Eintracht haben in ihren heimischen Ligen bislang größere Spuren hinterlassen als in Europa.

Vor allem der FC Flora Tallinn ist in der estnischen Premium Liiga eine echte Hausnummer. Mit elf Ligatiteln ist der am 10. März 1990 gegründete Verein Rekordmeister seines Landes und seit der Zugehörigkeit und seit 1992 in der Meistriliiga neben JK Narva Trans der einzige Verein, der ununterbrochen dem estnischen Fußballoberhaus angehört. Während der letzte Meistertitel 2017 heraussprang, liegt Tallinn aktuell nach 16 Spieltagen mit 40 Punkten an der Tabellenspitze. Mit schon jetzt 16 Treffern führt der 19-jährige Erik Sorga die Torschützenliste an.

Zu den Jungspunden seiner Zunft zählt auch Cheftrainer Jürgen Henn. Der heute 32-Jährige trug einst selbst das Trikot Tallinns, ehe er Anfang 2018 mit 30 Jahren die Nachfolge von Arno Pijpers antrat. Parallel hatte Henn bereits fünf Jahre lang als Trainer der zweiten und dritten Mannschaft sowohl als Assistent der ersten Mannschaft Erfahrung an der Seitenlinie gesammelt. In der vergangenen Saison war er mit Flora in der ersten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League an Hapoel Be’er Scheva gescheitert (1:4, 1:3) und anschließend in der zweiten Runde zur UEFA Europa League gegen APOEL Nikosia ausgeschieden. Einem 0:5 im Hinspiel ließen die Esten immerhin zuhause ein 2:0 folgen. In die heimische A. Le Coq Arena passen 9.692 Zuschauer.

Serbische Seilschaften

Auch FK Radnicki Nis muss sich auf nationaler Ebene nicht verstecken. Erst in der vergangenen Saison sorgten die Serben für Aufsehen, als sie in der Superliga auf dem zweiten Platz landeten und nur Roter Stern Belgrad den Vortritt lassen mussten. Entsprechend dürfte Frankfurts erster Sommerneuzugang Dejan Joveljic den Gegner noch in frischer Erinnerung haben, auch wenn er lediglich zu zwei Kurzeinsätzen gekommen war (2:0, 2:2).

Etwas größeres Insiderwissen könnte im Falle eines Aufeinandertreffens von einem anderen Eintrachtler kommen: Markenbotschafter Dragoslav Stepanovic trat im Sommer 2014 eine Trainertätigkeit in Nis an, die aber bei sieben Spielen bis September überschaubar blieb. Überhaupt liegen die größten Erfolge des am 23. April 1923 gegründeten Vereins etwas weiter in der Vergangenheit. So zog der Klub aus der drittgrößten Stadt Serbiens 1982 ins Halbfinale des UEFA-Pokals ein, musste sich dem Hamburger SV aber nach einem 2:1 im Hinspiel im Rückspiel 1:5 geschlagen geben. In der vergangenen Europapokalspielzeit kam Radnicki bis in die zweite Qualifikationsrunde für die UEFA Europa League, in der nach einem 0:2 und 2:2 gegen Maccabi Tel Aviv Endstation war. Chefcoach ist mit Nenad Lalatovic seit 2018 ein ehemaliger Verteidiger, der unter anderem 2004 beim VfL Wolfsburg unter Vertrag stand.

Für den 41-Jährigen wie die beiden möglichen Gegner gilt somit: Am besten läuft es immer noch im heimischen Wettbewerb.

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