Das EintrachtTV-Team trifft Jan Aage Fjörtoft wenige Stunden vor dem Anpfiff unweit der Themse. Der internationale Markenbotschafter des Vereins spricht über das Duell gegen Chelsea FC und Erinnerungen an 1999.

Jan Aage Fjörtoft drückt der Eintracht die Daumen.
Jan Aage Fjörtoft drückt der Eintracht die Daumen.

Jan Aage, schön dass wir dich erwischen, du bist von den Fans ja fast nicht wegzubekommen, sie feiern dich scheinbar immer noch für 1999!
Ja, es ist wirklich lustig. Ich war heute auf einer Veranstaltung, zu der unter anderem auch die Weltmeister Uwe Bein, Bernd Hölzenbein und Andreas Möller geladen waren, aber viele Leute schauten erstmal auf mich. Das zeigt für mich aber auch, dass jeder Mensch einen Verein braucht, der untereinander verbindet. Das war während der anderen internationalen Auswärtsreisen nicht anders. Darum sind wir hier, an der Stamford Bridge in London. Es ist schön, ein Teil des 99er Teams zu sein!

Der Spirit von damals lebt also weiter?
Auch wenn die Erinnerungen zeitlich weit weg sind, sind sie sehr schön. Es wird viel über das 5:1 gesprochen. Aber wichtig war, dass wir davor vier Spiele am Stück gewonnen haben, erst daraufhin ist dieser Spirit entstanden. Wir haben zwar nicht so viele Trophäen, dafür aber viele Herzen gewonnen. Die Mannschaft von heute hat das mit dem Pokalsieg gegen die Bayern schon geschafft, was mich sehr freut. 20 Jahre sind eine lange Zeit, aber man wächst als Begleiter mit der Entwicklung des Vereins mit.

Was heißt das für die heutige Partie?
Zunächst ist es entscheidend, welche Chelsea-Mannschaft antritt. Das meine ich nicht personell, sondern hinsichtlich ihres Auftretens: Funktioniert Hazard und sie spielen hinten konzentriert, wird es schwer. Aber es gibt auch die andere Chelsea-Mannschaft: Viele Spieler haben ein anderes Selbstverständnis als in der Europa League zu spielen. Das ist ein Vorteil für die Eintracht. Chelsea hat die höhere Klasse, Frankfurt die bessere Mannschaft. Als Team und mit ihrem typischen Auftreten kann es die Eintracht packen. Liverpool und Tottenham haben es vorgemacht: Es gibt Wunder! Alles ist möglich!

Inwiefern kann das 1:1 aus dem Hinspiel Mut machen und eine Chance sein?
Prag hätte es fast erfolgreich vorgemacht im Rückspiel. Zudem ist Haller zurück im Kader. Ich bin gespannt, ob ihn Adi Hütter gleich spielen lässt, um ein Signal zu senden. Ich hoffe, dass sich die Jungs von der Atmosphäre an der Stamford Bridge inspirieren lassen und sich sagen: Das ist eine einmalige Chance für uns! Chelsea wird das 1:6 in Leverkusen wahrgenommen haben, uns weiter unterschätzen. Das ist ein Vorteil. Ich hoffe, dass die schlechte Seite von Chelsea zum Vorschein kommt, dann ist alles drin. Ein Tipp fällt mir schwer, aber ich hoffe auf ein Elfmeterschießen. Das gewinnen, erst recht gegen Engländer, erfahrungsgemäß die Deutschen…


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