Uwe Rösler soll die Fortuna aus dem Tabellenkeller führen. Bauen kann er dabei auf Topscorer Rouwen Hennings. Beiden gemein sind Erfahrungen in England.

Situation

Die Fortuna aus Düsseldorf steht nach 19 Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz. Nach dem Aufstieg 2018 zählten die Rheinländer schon in der vergangenen Saison zu den Abstiegskandidaten. Allerdings spielten sie eine überraschend starke Saison, landeten auf Rang zehn und konnten die Spielklasse halten. In dieser Saison haben die Fortunen aber die zu erwartenden Schwierigkeiten. Dennoch ist das erklärte Ziel der Klassenerhalt. Der Rückstand auf den Relegationsrang beträgt nur zwei Punkte und auf den 15. Platz drei Zähler. Für die Mission Klassenerhalt griffen die Verantwortlichen am Mittwoch zum äußersten Mittel und entließen Trainerurgestein Friedhelm Funkel, der daraufhin sein Karriereende verkündete. Mit Uwe Rösler, der zuletzt bei Malmö FF unter Vertrag stand, steht der langfristig verpflichtete Nachfolger bereit.

Formkurve

Seit Saisonbeginn geht es für die Fortuna im Prinzip bergab. Am ersten Spieltag gewann sie noch mit 3:1 bei Werder Bremen, doch dann folgte eine Niederlage auf die andere. Nur am vierten Spieltag konnten sie gegen Wolfsburg noch einmal punkten (1:1). Nach sieben Spielen standen die Fortunen auf dem 15. Platz. Dann konnten sie wieder einen Sieg einfahren. Mit 1:0 besiegten sie den 1. FSV Mainz. Es folgte eine weitere Niederlage gegen den SC Paderborn (0:2), ein Sieg gegen den 1. FC Köln (2:0) und ein Unentschieden auf Schalke (3:3). Gegen Bayern (0:4), Dortmund (0:5) und Leipzig (0:3) setzte es jeweils eine mehr oder weniger eindeutige Klatsche, auch gegen Augsburg stand am Ende ein 0:3. Der letzte Sieg gelang unmittelbar vor der Winterpause mit 2:1 gegen Union Berlin. Am vergangenen Spieltag übernahm F95 nach einer 0:3-Niederlage gegen Bayer Leverkusen die Rote Laterne des SC Paderborn, der mit 2:0 gegen Freiburg gewann.

Trainer

Mit Uwe Rösler stieß ein Bundesliganeuling zur Fortuna. Zumindest als Trainer. Für den 1. FC Nürnberg, Dynamo Dresden und den 1. FC Kaiserslautern stand Rösler in den Neunzigern in als Spieler auf dem Platz. Zuletzt war er als Trainer beim schwedischen Erstligisten und Jugendteam von Zlatan Ibrahimovic, Malmö FF, tätig. Seine Laufbahn als Coach startete der heute 51-Jährige im Januar 2005 in Norwegen bei Lillestrøm SK. Dort beendete er auch im Sommer 2003 seine Spielerkarriere. Zwei Jahre später wechselte Rösler zum Ligakonkurrenten Viking FK aus Stavanger und drei weitere Jahre später zu Molde FK. Ende 2010 beendete der gebürtige Altenburger das Kapitel Norwegen und schlug im Sommer 2011 seine Zelte in England auf. Beim damaligen Drittligisten FC Brentford aus London blieb Rösler etwas länger als zwei Jahre, ehe er beim Zweitligisten Wigan Athletic anheuerte. Ein Jahr darauf machte er zwölf Spiele lang Halt bei Leeds United, ehe er zum Drittligisten Fleetwood Town weiterzog. Schließlich wurde Malmö auf Rösler aufmerksam und nahm ihn im Juni 2018 unter Vertrag. Seit Mittwoch ist er bei Fortuna Düsseldorf im Amt.

Taktiktafel

Eine Prognose, auf welche Startelf und mit welcher Formation Rösler spielen wird, ist kaum zu wagen. Unter Friedhelm Funkel spielten die Fortunen meist im 4-3-3-System. Eine Knieverletzung von Stammkeeper Zack Steffen zwang Funkel in den vergangenen Spielen zu einem Wechsel zwischen den Pfosten. Der 22-jährige Florian Kastenmeier durfte sich beweisen. Gegen Frankfurt könnte der US-Amerikaner Steffen wieder zum Einsatz kommen. Bestand hat davor seit drei Spielen die Viererkette. Links der erfahrene Österreicher Markus Suttner, in der Mitte André Hoffmann und Kaan Ayhan und rechts Matthias Zimmermann. Am vergangenen Spieltag agierte Marcel Sobottka als alleiniger Sechser. Ihn flankierten Kapitän Oliver Fink und Alfredo Morales auf den Achterpositionen. Erik Thommy stürmte über den linken und die Schalker Leihgabe Steven Skrzybski über den rechten Flügel. Die einzige Spitze bildete Rouwen Hennings.

Spieler im Fokus: Rouwen Hennings

Ohne Übertreibung ist Rouwen Hennings die Lebensversicherung der Fortuna. 61 Prozent aller Düsseldorf-Tore gehen auf das Konto des Mittelstürmers. Das ist anteilig der höchste Wert aller Bundesligaspieler. In konkreten Zahlen bedeutet das: Elf von 18. Wenn Hennings nicht traf, kam noch kein Sieg zustande. In vier von neun Ligapartien, in denen der 32-Jährige traf, gewannen die Rheinländer, in zwei weiteren Spielen mit Hennings als Torschützen spielten sie Unentschieden.

Der in Bad Oldesloe, ein kleines Städtchen zwischen Hamburg und Lübeck, geborene Linksfuß ist schon viel rumgekommen. Angefangen hatte es für ihn 2001 in der Jugend des Hamburger SV. Über die zweite Mannschaft empfahl er sich für die Profis. Da er sich dort allerdings nicht nachhaltig durchsetzen konnte, wurde er im Sommer 2007 an den VfL Osnabrück verliehen und ein Jahr später an den Stadtrivalen St. Pauli. Dort wusste er zu überzeugen und wurde daraufhin 2009 fest verpflichtet. Bei den Kiezkickern verweilte Hennings zunächst für zweieinhalb Jahre, ehe er sich erneut leihweise Osnabrück anschloss. Ab Juli 2012 erlebte er beim Karlsruher SC einen kometenhaften Aufstieg und schoss den KSC erst in die zweite Bundesliga und 2015 beinahe ins Oberhaus, sich aber ausgerechnet sein Ausbildungsverein HSV glücklich in der Relegation durchsetzte. Das machte den damaligen englischen Zweitligisten FC Burnley auf ihn aufmerksam, der ihn wenige Wochen später unter Vertrag nahm. In England konnte Hennings aber nicht an seine Leistungen aus Karlsruhe anknüpfen. Schon ein Jahr später tütete die Fortuna eine Leihe Hennings ein und verpflichtete den Offensivmann im Sommer 2017 fest, der in seinem Heimatland wieder zu bewährter Treffsicherheit zurückfand.

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