Die Leidenszeit von Marco Fabián ist endgültig vorbei. Nach seiner Bandscheiben-OP gab der 28-Jährige gegen Hoffenheim sein Startelf-Comeback. Fabian wirkte nicht nur frisch und agil, er fühlt sich auch so.

Stolze 317 Tage ist es her. Damals, am 27. Mai 2017, lief Mittelfeldmann Marco Fabián zum letzten Mal von Beginn an für die Eintracht auf. Es war das Pokalfinale in Berlin gegen Borussia Dortmund. Auf das Highlight sollte für Fabian aber schnell Ernüchterung folgen. Die wahrscheinlich schwerste Zeit seiner Karriere begann.

Lange Reha-Zeit

Schon länger hatte der schussstarke Rechtsfuß Probleme mit dem Rücken. Da eine Operation unumgänglich war, legte sich Fabián im August 2017 in Houston (USA) unters Messer. "Ziel ist es, dass Marco im Januar 2018 wieder auf dem Platz steht", sagte Sportvorstand Fredi Bobic damals. Der Plan ging zwar auf, dennoch brauchte der Leistungsträger der Saison 2016/17 noch ein wenig Zeit, um wieder zu alter Stärke zurück zu finden. Fabián, der in der vergangenen Saison in 24 Spielen stolze elf Scorerpunkte beisteuerte, sprühte im Trainingslager im spanischen Alicante Anfang des Jahres nur so vor Tatendrang. Um auf ein Fitnesslevel zu kommen, mit dem er dem Team weiterhelfen konnte, war allerdings noch eine Menge harte Arbeit gefragt. Aber mit zwei Einwechslungen bei den Partien in Augsburg und in Stuttgart endete die Leidenszeit sukzessive.

Mexiko macht Fabian froh

Ausgerechnet in der Nationalmannschaft holte sich Fabian den letzten Schliff. Während sich sein Teamkollege Carlos Salcedo während der Freundschaftsspiel-Reise erneut an der Schulter verletzte, zauberte Fabian gegen Island einen Freistoß ins Tor. Vom mexikanischen Coach gab es sogar ein Sonderlob: "Ich denke, es ist unsere Verantwortung, einem Mexikaner mit großem Talent eine Chance in der Nationalmannschaft zu geben."

Starke Alternative nach Rebic-Verletzung

Beim Auswärtsspiel in Bremen machte er nach seiner frühen Einwechslung für den verletzten Rebic einen stark verbesserten Eindruck. Sein Sahne-Pass zur Großchance für Luka Jovic in Halbzeit zwei - ein Hauch des Fabians, den die Fans noch aus der Saison 2016/17 kennen. Und eine Woche später sollte gegen Hoffenheim das Comeback in der Startelf folgen.

Frischzellenkur im Saisonendspurt

Nach 317 Tagen stand Fabian das erste Mal in der Startaufstellung, und das in so einem wichtigen Spiel. "Ich wusste, meine Chance würde kommen. Wenn ich gebraucht werde, bin ich da", sagte er nach dem kräftezehrenden Match. Und wie er da war. Ein Fallrückzieher, ein Weitschuss knapp über das Tor, und der vorletzte Pass zum 1:0-Führungstreffer - ein guter Auftritt des Mittelamerikaners. "Er hat das wirklich gut gemacht", lobte auch Niko Kovac seinen Schützling. Der Mittelfeldmann selbst fühlte sich toll und marschierte über die kompletten 90 Minuten: "Ich steh im Saft und freue mich, auf die restlichen Spiele." Ein frischer Fabián? Ein Faustpfand, der bei einer langen, schlauchenden Runde im Saisonendspurt noch wichtig werden könnte.

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