Für Eintracht-Legende Bernd Hölzenbein war das Pokalfinale 1981 gegen den 1. FC Kaiserslautern ein doppeltes Endspiel. Und es endete mit seinem dritten Pokaltriumph im SGE-Dress.

Erst holte Bernd Hölzenbein den Pott nach Frankfurt, zwei Tage später saß er mit seiner Familie in den Flieger nach Florida, wo er seine Fußball-Karriere langsam ausklingen lassen wollte. Vielleicht lag es am Umzug-Stress, dass der immer selbstkritische "Holz" mit seiner Leistung im DFB-Pokalfinale 1981 nicht zufrieden war. "Ich war einfach schlecht", grummelt er noch Jahrzehnte später. Was Trainer Lothar Buchmann jedoch völlig anders gesehen hatte: "Es war eine hervorragende Leistung der gesamten Mannschaft." Wobei Willi Neuberger, Ronald Borchers und Bum Kun Cha für die entscheidenden Tore beim 3:1-Sieg gesorgt hatten. Während Frankfurt jubelte, fuhr der 1. FC Kaiserslautern, unter ihnen auch Friedhelm Funkel, enttäuscht in die Pfalz zurück.

Im Eiltempo ins Finale

Zunächst war die Eintracht im D-Zug-Tempo durch diesen Pokalwettbewerb marschiert. 3:0 beim VfB Gaggenau, 6:0 gegen den VfB Friedrichshafen, erneut 3:0 gegen den SSV Ulm. Erst ab dem Achtelfinale wurde es spannend: 5:4 in einer verrückten Partie beim VfB Oldenburg, dann Heimsiege gegen den VfB Stuttgart (2:1) sowie gegen Hertha BSC (1:0). Und schon hatte der UEFA-Pokal-Sieger von 1980 erneut ein Finale erreicht.

Der Mann mit dem Tor-Riecher

Dass der letzte Auftritt von Bernd Hölzenbein einen Tag nach dem Finale auf dem Balkon des Frankfurter Römers stattfand, das hatte sich der Mann aus Dehrn bei Limburg in 15 Jahren redlich verdient. 1966 war er zur Eintracht gekommen, zunächst aber zu den Amateuren: "Mein Lohn im ersten Jahr war, dass ich aufs Mannschaftsbild der Großen durfte." Sein Bundesligadebüt feierte der Ehrenspielführer dann am 4. November 1967, als er beim 1:1 gegen den Hamburger SV eingewechselt wurde. Am Ende waren es dann stolze 420 Bundesligaspiele, in denen er 160 Tore erzielte. Das ist heute noch Eintracht-Rekord. Auch Bernd Nickel (138) und Jürgen Grabowski (108) konnten da nicht mithalten.

Gutes Omen für das Finale 2018

Auch nach seiner aktiven Karriere konnte Bernd Hölzenbein die Finger vom Fußball und speziell von seiner Eintracht nicht lassen. 1988 kehrte er als Vizepräsident sowie anschließend als Sportlicher Leiter an den Riederwald zurück. Er war der Baumeister der Mannschaft um Bein, Möller, Okocha und Yeboah, die mit "Fußball 2000" die Massen begeisterte und beinahe 1992 Deutscher Meister geworden wäre. Wenn, ja wenn da nicht die letzte Partie bei Hansa Rostock gewesen wäre... Noch heute ist der inzwischen 72-Jährige fast täglich in der Geschäftsstelle der Eintracht Frankfurt Fußball AG anzutreffen, für die er fast seit Gründung als Berater des Vorstandes sowie als Chefscout tätig war. Am Samstag ist Bernd Hölzenbein natürlich in Berlin dabei, wenn gegen die Münchner Bayern der Pott zum fünften Mal an den Main geholt werden soll. Vielleicht ist es ja ein gutes Omen: Der "Holz" ist wie 1981 im Umzug-Stress. Nach fast einem halben Jahrhundert Gravenbruch werden seine Ehefrau Jutta und er "richtige" Frankfurter. Es wird ja auch langsam Zeit, Bernd!


Teilen
Funktionen