Martin Hinteregger verrät, wie er seine freie Zeit verbringt, was seine nächsten Pläne im Garten sind und was es mit seinem Social-Media-Video auf sich hat.

Martin Hinteregger
Weiß sich mit Musik und Gartenarbeit zu beschäftigen: Martin Hinteregger.

Martin, wie sehr vermisst du es aktuell, auf dem Platz zu stehen?
Grundsätzlich fehlt mir das natürlich sehr. Man weiß aber auch, dass es nicht so emotional und interessant wäre, wenn wir ohne Zuschauer spielen würden. Wir befinden uns gerade in einer Ausnahmesituation, aber das wird sich hoffentlich bald wieder ändern. Man merkt jetzt, wie schön es wirklich war, Fußball spielen zu können.

Würdest du sagen, dass man gewisse Dinge aktuell mehr zu schätzen weiß?
Auf jeden Fall! Aber ich denke, dass man aus der Situation einfach das Beste machen sollte. Ich konnte jetzt eine Woche lang mal nur zuhause sein und zur Ruhe kommen. Das war auch für mich eine lehrreiche Zeit, die ich versucht habe, zu nutzen. Ich habe neue Talente entdeckt. In meinem Haus gibt es einige Reparaturarbeiten zu erledigen, für die ich sonst nie die Zeit gefunden habe. Jetzt konnte ich mich darum kümmern und auch den Garten mal auf Vordermann bringen. Ich werde bald ein paar Obst- und Gemüsesorten anpflanzen. Während des normalen Trainings- und Spielalltags kommt man überhaupt nicht zu solchen Dingen. Man muss die Zeit nutzen und ich denke, dass es für viele auch schön ist, mal mehr Zeit für die Familie zu haben. Ich versuche, die positiven Aspekte zu sehen.

Wird aus dir jetzt noch ein Gärtner?
Es macht auf jeden Fall Spaß. Man kann richtig abschalten, auch wenn es körperlich extrem anstrengend ist. Aber meine Fähigkeiten reichen nicht für einen richtigen Gärtner – da fehlt mir das kreative Denken (lacht).

"Im Herzen von Europa" auf der "Quetschn"

Du hast ein Video gepostet, in dem du eine Stormtrooper-Maske trägst und Ziehharmonika spielst. Was hatte es damit auf sich?
Das habe ich einfach aus Spaß gepostet, ich hatte Langeweile. Ich hätte gar nicht damit gerechnet, dass daraus so ein großes Thema wird, aber auf einmal war es in vielen Medien zu sehen. Ich habe gefühlt das ganze Stück falsch gespielt, auf jeden Fall waren ein paar Fehler drin. Hätte ich gewusst, welche Reichweite das Video bekommt, dann hätte ich natürlich ordentlicher gespielt. Das war spontan der erste Versuch und im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, dass ich mir mehr Mühe gegeben hätte. Jetzt lerne ich den Schneewalzer und hoffentlich kann ich bald auch „Im Herzen von Europa“ spielen. Ich übe das mithilfe der „Quetschn Academy“ im Internet. Ich habe eine Anfrage gestellt, ob die mir dabei helfen können, den Song zu spielen. Ich habe auch schon eine Antwort bekommen. Im Moment haben sie zwar viel zu tun, aber sie werden das Lied so bearbeiten, dass ich das auch auf meiner steirischen Harmonika üben kann. Wenn sie mir das schicken, werde ich auf jeden Fall sehr viel proben und dann kann ich das hoffentlich bald spielen.

Die Woche stand unter dem Motto #stayathomehero. Warum hast du ausgerechnet die Stormtrooper-Maske getragen?
Bei mir steht der Stormtrooper zuhause und ich finde einfach, dass das eine coole Figur ist. Ich mag Star Wars und habe natürlich auch noch andere Figuren, wie beispielsweise R2D2 oder Meister Yoda. Ich habe auch ein Laserschwert bei mir. Star Wars ist einfach Kult. Ich habe das alles nur aus Spaß gemacht und den Helm aufgesetzt, weil es extrem schwer ist, darunter zu spielen, weil sich die Klänge ganz anders anhören.

Wie weit bist du bei Star Wars? Hast du schon alles gesehen?
Nein, die neuen Filme habe ich bislang noch nicht geschaut. Ich will nicht alles auf einmal gucken, das wäre dann schade um die Zeit. Ich hebe mir das noch ein bisschen auf. Außerdem kann ich mich auch nicht konzentrieren, wenn ich mehrere Stunden am Stück Filme schaue. Also mache ich zwischendurch ein paar Tage Pause und dann nehme ich mir den nächsten vor.

Gartenarbeit und persönlicher Kraftraum

Wie hältst du dich neben dem Trainingsplan, den ihr absolvieren müsst, in der fußballfreien Zeit fit?
Ich habe mir schon vor einigen Wochen einen kleinen Kraftraum mit ein paar Gewichten eingerichtet. Jetzt habe ich endlich die Zeit, um den zu nutzen. Dann war das Wetter auch richtig gut, sodass ich im Garten ein paar Übungen machen konnte. Man hat momentan viel Zeit. Die gilt es, sinnvoll zu nutzen. Also fit bin ich auf jeden Fall.

Wie geht es deiner Familie in Kärnten?
Zum Glück sind alle gesund. Mein Dorf hat 700 Einwohner und da sind drei Fälle bekannt, bei denen  der Verdacht auf Corona besteht. Das Dorf steht unter Quarantäne, und auch meine Oma sperrt sich seit zwei Wochen ein. Das beruhigt uns alle. Wir tauschen uns aus und stehen in Kontakt, auch wenn wir nicht täglich voneinander hören.

Was kann man deiner Meinung nach aus dieser schwierigen Zeit mitnehmen?
Ich persönlich bin ein bisschen froh über diese Pause, weil ich zuletzt nicht mehr in der gleichen Form war, die ich im Herbst hatte. Für mich kann das sehr positiv sein, um wieder richtig in Schwung zu kommen. Das Ungewisse ist natürlich nicht so angenehm. Wir wissen alle nicht, wie es weitergeht. Außerdem merkt man, wie sehr uns der Fußball dann doch fehlt. Ich denke, dass keiner von uns Spiele ohne Zuschauer besonders toll findet, denn die Fans sind unfassbar wichtig. In der Hinsicht haben wir jetzt schon viel gelernt. Wir werden ein volles Stadion jetzt noch mehr schätzen und lieben. Ich hoffe auch, dass viele Familien sich durch diese Krise wieder ein bisschen näher kommen und mehr Zeit zusammen verbringen.
 

Teilen
Funktionen