Wenn die Adler beim Uhrencup antreten, werden sie auch von einigen Schweizer Eintracht-Fans unterstützt. Einer von ihnen ist Oliver Wünsche aus Zürich, der seit 2007 dort lebt.

In Hanau geboren, in Zürich zum Leben, der Eintracht verschrieben: Exil-Adler Oli.
In Hanau geboren, in Zürich zum Leben, der Eintracht verschrieben: Exil-Adler Oli.

Oliver ist in Hanau aufgewachsen. Durch die regionale Nähe und seine Freunde wurde er in den 1990ern zum glühenden Eintracht-Anhänger, zu seinem ersten Heimspiel ging er 1999, damals noch im alten Waldstadion. Wegen seines Studiums zog Oliver nach Tübingen, aber die Liebe zur Eintracht hat er natürlich nicht verloren. „Ich habe schnell andere Fans zum Eintracht gucken gefunden“, erzählt Oli und kennt sich mittlerweile allzu gut mit dem Leben als Exil-Adler aus.

Von Tübingen ging es dann weiter nach Zürich – noch weiter von der Eintracht weg. Aber auch diese Distanz konnte ihn nicht vom Fan-Dasein abbringen. Das Erste, das Oli in Zürich machte: Er suchte im Internet nach Kneipen, in denen Eintracht-Spiele übertragen werden. Zur gleichen Zeit wurde er in einem Fan-Forum aktiv und lernte über diese Aktivitäten schnell andere Schweizer Eintracht-Fans kennen, mit denen er seitdem regelmäßig Bundesliga schaut. Gemeinsam gründeten die Exil-Adler einen eigenen Schweizer Fanclub – die Swiss Eagles. Die Mitglieder des Fanclubs kommen aus der gesamten Schweiz, unter ihnen zahlreiche Hessen, die zu den Eidgenossen ausgewandert sind, aber auch einige Urschweizer sind mit dabei. Gemeinsam mit den Swiss Eagles ging es 2018 für Oliver nach Berlin zum Pokalfinale. Was dort geschah, ist allen bekannt. „Zwei Mal hatte ich wegen der Eintracht Tränen in den Augen. Einmal nach dem Pokalsieg 2018 und einmal nach dem Spiel gegen Reutlingen 2003“, erzählt Oliver, der in seiner Zeit als Adlerträger so manche Höhen und Tiefen erlebt hat.

Eintracht-Virus weitervererbt

Obwohl Oliver seit nunmehr zwölf Jahren in der Schweiz lebt, versucht er regelmäßig zu Spielen zu reisen. Seit ein paar Jahren gestaltet sich dies allerdings nicht mehr allzu einfach: „Bis 2013 war ich im Schnitt bei etwa fünf bis sechs Heimspielen in der Saison. Seitdem die Kinder da sind, sind es etwas weniger geworden. Aber bald sind sie in einem Alter, da können sie dann auch einfach mitkommen.“ Denn klar: der Papa wird die Kinder natürlich mit dem Eintracht-Virus infizieren.

Auf den bevorstehenden Uhrencup freut sich Oliver besonders, weil er dann die Eintracht mal wieder auf Schweizer Boden sehen kann. Der Traum, die Eintracht einmal in der UEFA Europa League gegen den FC Zürich spielen zu sehen, blieb ihm bis heute verwehrt. Sehnt sich Oliver nach Stadionatmosphäre und die SGE ist gerade zu weit weg, verfolgt er ab und an den FCZ im Stadion. „Das macht schon Spaß. Der FC Zürich ist ein netter Verein. Aber die richtigen Emotionen gibt’s natürlich nur bei der Eintracht. Da kommt einfach nichts anderes heran.“


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