Der 1. FSV Mainz 05 will sich durch ein Erfolgserlebnis im Heimatort von Coach Sandro Schwarz Rückenwind für die Liga holen.

Für den Trainer des 1. FSV Mainz 05 ist das Auswärtsspiel in der Commerzbank-Arena am Mittwochabend im Grunde genommen ein Heimspiel. Sandro Schwarz wohnt im Frankfurter Stadtteil Niederrad unweit der Heimstätte der Eintracht. Da das zuhause-Sein für seine Mannschaft am Mittwochabend nicht gilt, macht es das für den 39-Jährigen nicht einfacher, gab es für die Rheinhessen doch in der Liga in der Fremde bislang nicht einen einzigen Sieg. Da zuletzt auch im eigenen Stadion kein Punkt beim 0:2 gegen den FC Bayern München heraussprang, sind die Mainzer am vergangenen Wochenende nun erstmals seit dem 2. Spieltag wieder auf den Relegationsrang gerutscht. Die klare Devise deshalb: "Jeder Erfolg gibt einem Rückenwind für weitere Aufgaben. Wir wollen in Frankfurt ans Maximum gehen", wie Schwarz unterstreicht.

Geboren, aufgewachsen und fußballerisch großgeworden in der Hauptstadt von Rheinland-Pfalz, wurde Sandro Schwarz im vergangenen Sommer die große Ehre zuteil, die erste Mannschaft seines Heimatvereins 1. FSV 05 zu übernehmen. Zuvor hatte der 39-Jährige die U23 der Mainzer betreut, die er wie später die Profis vom Schweizer Martin Schmidt übernommen hatte, der mittlerweile in Wolfsburg tätig ist. Im Wissen, dass es eine schwere Saison werden würde, war Schwarz mit der Maßgabe angetreten, die typischen kämpferischen Mainzer Tugenden mit spielerischen Attributen zu verknüpfen. Der Saisonstart verlief ordentlich, mit drei Punkten aus vier Spielen in 2018 ist der Club aus der Karnevalshochburg zuletzt aber ein wenig ins Stocken geraten. Dennoch warnte auch SGE-Cheftrainer Niko Kovac jüngst: "Der Tabellenplatz spiegelt nicht die Leistungsstärke der Mainzer wieder. Sie verfügen über eine sehr starke Mannschaft."

In Frankfurt, gegen das man in der Liga in der heimischen Arena ein 1:1 holte, wird es für die Mainzer wieder "auf eine stabile Defensive ankommen", wie Schwarz betont. Dafür haben sich die 05er in der Winterpause unter anderem mit dem ehemaligen niederländischen Nationalspieler Nigel de Jong verstärkt. Gegen die Bayern saß der Sechser zuletzt jedoch draußen. Danny Latza und der aufstrebende Ivorer Jean-Philippe Gbamin spielten hier vor der Abwehr, in der neben dem früheren Eintrachtler Stefan Bell der Franzose Abdou Diallo zuletzt mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hat. Offensiv wird spannend zu beobachten sein, ob Rückkehrer Anthony Ujah alsbald zu seiner Form findet, in der er vor eineinhalb Jahren Deutschland verlassen hatte.

Drei im Fokus

Robin Zentner: Pokal bringt Stein ins Rollen

In der 2. DFB-Pokalrunde gegen Holstein Kiel änderte sich das Schicksal von Robin Zentner: Die eigentliche Nummer 1 Rene Adler verletzt sich schwer, Ersatzmann Zentner feierte als Joker sein Pflichtspieldebüt für die 05er und hütet seitdem den Kasten. So auch im Achtelfinale, als er gegen den VfB Stuttgart beim Stand von 0:1 einen Elfmeter parierte, sein Team damit im Spiel hielt und den Grundstein für den letztlichen Sieg legte. DFB-Pokal scheint Zentner zu liegen.

Abdou Diallo: Torgefahr von hinten

Neben Zentner war Abdou Diallo im Achtelfinale einer der Wegbereiter des Mainzer Sieges, der Verteidiger traf zur 2:1-Führung gegen den VfB Stuttgart, die Mainz dann sogar noch ausbaute. Fast schon traditionell sind die Abwehrspieler der 05er immer wieder für Tore gut, auch in der Bundesliga bejubelte dieser Mannschaftsteil bereits sechs Treffer (nur Mönchengladbach mehr). Zudem ist der 21-Jährige Diallo flexibel, bestritt der Franzose doch ungeachtet des 0:2 im jüngsten Ligaspiel gegen die Bayern eine überragende Partie auf der linken Abwehrseite.

Anthony Ujah: Ein neuer Anlauf

In der Saison 2011/12 lief Anthony Ujah schon einmal eine Spielzeit für den 1. FSV Mainz 05 auf, die mit zwei Treffern in zwölf Spielen vergleichsweise bescheiden ausfiel. Nun will der Nigerianer laut eigener Aussage noch etwas vollenden, was damals begonnen war. Nach Stationen in Köln, Bremen und zuletzt in China braucht der 27-Jährige aber derzeit noch etwas Rhythmus. 16 Minuten stehen in der Rückrunde bislang für den Angreifer zu Buche, der in der Bundesliga insgesamt 78-mal zum Einsatz kam und dabei an 31 Treffern beteiligt war.

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