Hinter der U17 liegt die erfolgreichste Saison seit der Deutschen Meisterschaft 2010. Platz drei und 56 Punkten stehen zahlreiche Superlative gegenüber. Nur ein Wermutstropfen bleibt.

Nach dem 5:1 im Saisonfinale gegen den feststehenden Staffelsieger FC Bayern sprach Jan Fießer schlichtweg von einer „sensationellen Runde“. Der Trainer, der gemeinsam mit Dominik Reichardt seit Ende März die Geschicke der B-Jugend verantwortete, hatte allen Grund zum Schwärmen. Auch wenn der bis zum Schluss greifbare zweite Platz nach der 0:2-Niederlage am 25. Spieltag bei der TSG Hoffenheim ein Wunschtraum blieb, stand nach dem Feuerwerk gegen die Bayern der Status als stärkste Rückrundenmannschaft. „Besser geht es fast nicht“, lobt Fießer.

Die Basis für das teilweise fulminante (Spiel-)Jahr 2019 lag unübersehbar im Spiel gegen den Ball, das zugleich bewies, das sich Defensivarbeit auch offensiv interpretieren lässt. Nicht nur, dass die Eintracht die mit 25 Gegentoren sicherste Hintermannschaft der Liga stellte. Viel beeindruckender wirken die insgesamt 15 Spiele ohne Gegentore, weshalb oftmals, genau genommen sieben Mal, ein 1:0 zu drei Punkten führte! Allein von Februar bis April gewannen die Riederwälder acht Spiele in Serie, der Erfolgssträhne konnte auch der Trainerwechsel nichts anhaben, immerhin hatten Fießer und Reichardt bereits seit Saisonbeginn als Assistenztrainer von Frank Leicht fungiert.

Umso überraschender wirkte daher das Aus im Hessenpokal gegen den SV Wehen Wiesbaden, als die Taunussteiner am Riederwald mit 3:1 gewannen. Drei oder mehr Gegentore hatten sich die Frankfurter Jungs in der Liga nur drei Mal gefangen. Beim 3:4 gegen den VfB Stuttgart und 0:5 gegen die TSG Hoffenheim in der Hinrunde sowie beim 0:3 beim FC Augsburg vor dem Jahreswechsel.

Flexibel und unberechenbar

Es folgte die genannte auf mit kompromisslosem Pressing- und konsequentem Umschaltverhalten fußende Siegesserie, für welche nicht zuletzt der äußerst ausgewogene Kader förderlich war. In Phasen höherer Beanspruchung funktionierte das Rotationsprinzip ohne Qualitätsverlust, frische und frühe Impulse von der Bank waren ebenso an der Tagesordnung. Damit einher ging eine große Unberechenbarkeit und Torgefahr von nahezu jeder Position. Insgesamt 15 verschiedene Torschützen sprechen eine deutliche Sprache. Gerade Standardsituationen auf die langgewachsenen Innenverteidiger waren eine regelrechte Waffe, von den dauerstürmenden Außenverteidigern ganz zu schweigen.

Nicht weniger vielfältig gestaltete sich auch die Zusammensetzung der Belegschaft. So tummeln sich bei den Hessen zwölf verschiedene Nationalitäten, in den vergangenen zwei Transferperioden stießen gleich vier Neuzugänge aus dem Ausland nach Frankfurt, für die kommende Saison ist schon der schwedische Juniorennationaltorhüter Amar Dževlan im Anflug.

Doch das ist Zukunftsmusik. Bevor es in der wohlverdiente Sommerpause ging, errangen die Frankfurter Jungs am Ende doch noch einen Titel: Am Pfingstwochenende krallten sich die Jungadler den Silphienergie Cup in Ostrach. Zwei von fünf Begegnungen endeten 1:0…

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