Das letzte Spiel des Jahres steht an. Adi Hütter verrät, wie er gegen Paderborn drei Punkte holen möchte.

Adi Hütter
Will die Leistungsdelle zum Ende bringen und zum Jahresabschluss einen Sieg feiern: Adi Hütter.

Adi Hütter über …

… den SC Paderborn: Wir treffen auf eine Mannschaft, die bedingungslos nach vorne spielt. Sie spielen erfrischenden Fußball. Wir wollen nach den vergangenen Niederlagen eine Reaktion und uns von der allerbesten Seite zeigen, um die Punkte mitzunehmen.

… Goncalo Paciencia und Sebastian Rode: Für beide Spieler kann ich noch kein grünes Licht geben. Ich werde morgen sehen, wie es beiden geht und dann entscheiden, ob sie mit nach Paderborn fahren können.

… die aktuelle Situation: Die Jungs waren sehr selbstkritisch mit der Partie gegen Köln, speziell in Bezug auf das Verhalten nach dem 2:0. Ich möchte das auch nicht gelten lassen, dass das an der Kraft liegt. Ich glaube, es liegt an der Konsequenz, die letzten zehn, 15 Prozent rauszuholen. Jetzt müssen wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Vielleicht noch besser nach hinten arbeiten und noch konsequenter das Tor verteidigen. Wir müssen uns selbst aus diesem Sumpf ziehen. Das müssen wir jetzt unbedingt am Sonntag nochmal gemeinsam schaffen. Deshalb habe ich heute auch nochmal freigegeben, um auch eine gewisse geistige Frische zu bekommen. Wir sehen uns morgen beim Abschlusstraining und werden dann mit positiven Gedanken nach Paderborn fahren. Am Sonntag wollen wir dann nochmal ein richtig gutes Spiel machen, wo wir versuchen, über 90 Minuten mit viel Kraft und Energie das Spiel zu bestreiten.

… die Torhüter: Da sind wir schon ein bisschen vom Pech verfolgt, dass jetzt Torhüter Nummer eins und zwei verletzt sind. Trotz allem haben wir mit Felix Wiedwald und Jan Zimmermann zwei Torhüter, die jederzeit in der Lage sind zu spielen. Die Unterstützung von Zimbo beispielsweise für Felix Wiedwald in dem Spiel hat mir sehr gut gefallen. Die Jungs halten sehr gut zusammen und wir werden auch diese Situation überstehen.

… den Ausfall von Martin Hinteregger: Fakt ist, dass wir am Sonntag vier Verteidiger haben. Natürlich tut uns der Ausfall von Martin Hinteregger weh. Nicht nur weil er gute Leistungen gebracht hat, sondern auch weil er sehr torgefährlich ist. Die Mannschaft besteht aber aus mehreren Spielern und deshalb werden wir auch versuchen, Martin in seiner jetzigen Form zu ersetzen.

… die Standardstärke: In der Bundesliga sind wir meines Wissens die beste Mannschaft in puncto Standards. Das ist sicher ein probates Mittel, um vielleicht einen Spielverlauf auf den Kopf zu stellen, auch wenn es mal nicht so läuft. Wir haben das in der letzten Zeit kaum trainiert. Manchmal gibt es so Phasen, wo es richtig gut läuft. Aber es geht mir auch grundsätzlich um unser Spiel. Wir müssen versuchen auch aus dem Spiel zu treffen, was wir in der letzten Zeit einfach zu wenig gemacht haben.

… Djibril Sow: Öffentliche Kritik ist für einen Spieler nie angenehm. Djibril ist ein junger 22-jähriger Spieler, den wir im Sommer geholt haben. In Bern hatte ich Denis Zakaria, der dann nach Gladbach verkauft wurde und dort im ersten Jahr sehr wenig gespielt hat und auch kritisiert wurde. Sow haben wir aus Gladbach, der dorthin verliehen war, zurückgeholt und sind mit ihm Meister geworden. Ich sehe Djibril auf der gleichen Ebene wie Denis Zakaria. Zakaria ist momentan bei den absoluten Top-Vereinen auf der Einkaufsliste. Djibril war acht Wochen verletzt im Sommer und hat viele Spiele absolviert. Ich werde ihn nicht kritisieren. Ich sehe unglaubliches Pozential in ihm.

… die fehlende spielerische Komponente: Ich habe eine Mannschaft, die das selber weiß. Sie müssen versuchen, auch in einer Phase, in der nicht alles so läuft, wie man sich das vorstellt, trotzdem die Bälle zu fordern und trotzdem Fußball zu spielen. Das versuche ich ihnen mitzugeben. Momentan trauen wir uns einfach ein bisschen wenig zu, die Bälle spielen wir zu schnell und zu oft nach vorne in die Spitze und hoffen das irgendwas passiert. Das ist nicht der Ansatz. Wir müssen versuchen, spielerische Lösungen anzubieten. Sie müssen das auf dem Platz versuchen umzusetzen, auch wenn mal ein Fehler passiert.

... ein positives Ergebnis zur Winterpause: Das wäre natürlich gut. Das wir ein gutes Spiel zeigen und miteinander fighten. Es ist uns zu wünschen, dass wir mit einem Sieg aus der letzten Partie gehen. Ich habe ein gutes Gefühl und vollstes Vertrauen in die Mannschaft. Wir haben eine lange Saison hinter uns und müssen nochmal alles, was in uns steckt, raushauen.

… das Jahr 2019: Das Jahr hatte Höhen und Tiefen, das gehört zum Leben dazu. Es gab viele schöne Momente. Jetzt haben wir eine Phase die einfach nicht schön ist. Aber genau das gehört zum Leben eines Trainers dazu. Das finde ich auch immer wieder spannend und herausfordernd, solch eine Phase positiv zu überstehen. Das Wichtigste ist Zuversicht. Im Endeffekt muss man sagen das Jahr 2019 war sehr intensiv, auch mit dem Spektakel in der Europa League. Dann das Erreichen des siebten Platzes und die Qualifikation mit einem Spiel gegen Straßburg, in dem schon so viele Emotionen waren. Im Pokal sind wir weiter, in der Europa League sind wir weiter. In der Meisterschaft haben wir jetzt leider eine Delle drin, die wir aber versuchen wieder auszumerzen. Jetzt freue ich mich aber auf ein paar Tage Entspannung nach der Partie am Sonntag.

… über seine Weihnachtspläne: Ich fahre wie alle anderen auch nach Hause und im Kreise der Familie Weihnachten feiern. In der kurzen Zeit werde ich versuchen wieder Kraft und Energie zu tanken, damit ich dann in 2020 mit voller Vorfreude in die Rückrunde gehe. Ansonsten möchte ich allen, die der Eintracht verbunden sind einfach mal danke sagen. Speziell den Fans, die uns das ganze Jahr über begleitet haben, die inzwischen auch schon müde sein müssen, nachdem, was sie alles in Kauf genommen haben. Das muss man schon mal hervorheben. Da möchte ich einfach nur danke sagen. Und allen Mitarbeitern des Vereins wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest. Ich wünsche mir, dass wir alle gesund bleiben und aus dem Vollen schöpfen können und, dass die Mannschaft mit viel Energie in die Rückrunde geht.

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