Cheftrainer Hütter und Kapitän Abraham erkennen beide eine veränderte Wahrnehmung, ziehen Motivation aus frischen Erinnerungen und zeigen sich selbstbewusst.

Adi Hütter über…

…den Arsenal FC: Die Gegneranalyse steht bei uns erst bevor. Aber ich habe das Spiel gegen Watford gesehen. Sie hatten nach 2:0-Führung Glück, nicht noch verloren zu haben. Trotzdem würde ich nicht alles daran festmachen. Sie versuchen, von hinten heraus Fußball zu spielen. Ihre Philosophie ist klar erkennbar. Ich gehe davon aus, dass sie auch morgen entsprechend auftreten werden. Dagegen brauchen wir einen klaren Plan. Die Lösungen und Mittel dafür haben wir.

…den Unterschied von nationalen und internationalen Spielen: Ich finde nicht, dass es einen eklatanten Unterschied gibt. Vielleicht gehen wir die Bundesliga etwas anders an. Wir wissen, zu was wir in Frankfurt imstande sind zu leisten. Die Fans machen international noch mehr Dampf als ohnehin. Vielleicht kitzelt die Stimmung noch zehn Prozent mehr aus der Mannschaft heraus.

…die Wahrnehmung in Europa: Sicher ist die Erwartungshaltung gestiegen. Wir wissen aber auch, dass die Runde kein Selbstläufer wird. Das vergangene Spieljahr war mit dem Halbfinale und insgesamt 14 Spielen außergewöhnlich. Die Latte liegt hoch, aber wir bleiben bescheiden und wollen trotzdem so weit wie möglich kommen. Aufgrund unserer Leistungen und der Tatsache, beinahe im Finale gestanden zu haben, werden wir anders wahrgenommen.

…Unai Emery: Wir haben noch nicht gegeneinander gespielt. Er ist ein sehr erfahrener Trainer, der auf viele internationale Spiele und drei Europa-League-Titel in Folge zurückblicken kann. Ein absoluter Fachmann. Die Systeme ändern sich manchmal. Gegen Watford war es ein 4-4-2 mit Raute, aber Arsenal beherrscht auch ein 4-2-3-1. Entscheidend ist dennoch die Art und Weise, wie sie auftreten. Wir müssen uns auf verschiedene Aufstellungen vorbereiten. Aber auch wir haben unsere Qualitäten, die wir morgen auf den Platz bringen möchten.

…die Personalsituation: Bei Sebastian Rode sind die Einsatzchancen sehr gering. Er hat im Training einen Schlag auf sein lädiertes Knie bekommen. Es hat alles gehalten, aber er hat starke Schmerzen. Glück im Unglück sozusagen. Filip Kostic ist auf einem sehr guten Weg. Ich gehe von einem Startelfeinsatz aus. Mijat Gacinovic wird voraussichtlich am Montag ins Training einsteigen.

…Gefühlswelten: Die Anspannung ist bei allen da, was auch wichtig ist, weil das automatisch die Konzentration erhöht, bei allen im Verein und speziell bei den Spielern. Uns erwartet eine unglaubliche Atmosphäre, was wir auf dem Platz mit Leistung zurückzahlen möchten. Am Ende geht es um das Ergebnis, wir möchten zum Auftakt einen Sieg landen. Das war für uns auch im Vorjahr der Türöffner zu einer Gruppenphase mit sechs Siegen. Wir müssen den Gegner neutralisieren und an unsere Stärken glauben. Uns erwartet ein Topspiel.

David Abraham über…

…den Unterschied von nationalen und internationalen Spielen: Das ist nicht so leicht zu beschreiben. Aber es trifft zu, dass man international eine zusätzliche Euphorie, noch mehr Adrenalin verspürt. Das ist nicht besser oder schlechter, sondern einfach anders. Wichtig ist, diese Euphorie in die Bundesliga zu transportieren und die nötige Aggressivität an den Tag zu legen. Wir müssen von Anfang an fokussiert sein.

…die Qualifikationsphase: Die Spiele waren hilfreich, um Fahrt aufzunehmen. Uns war von Anfang an bewusst, welche Stimmung uns wieder erwartet, die Erinnerungen haben Appetit auf die neue Europapokalsaison gemacht. Schon gegen Strasbourg hat uns diese Kulisse entscheidend weitergeholfen. Morgen erwarte ich eine ähnlich emotionale Atmosphäre. Wir freuen uns auf die Unterstützung unserer Fans.

…die veränderte Wahrnehmung: Vor einem Jahr waren wir noch ein unbeschriebenes Blatt, haben dann eine tolle Europa-League-Saison gespielt. Das hat uns europa- und weltweite Anerkennung gebracht. Die Gegner haben unseren Spielstil kennen gelernt, der Respekt ist auf natürliche Weise gestiegen. Unser Spielansatz hat für viel Furore gesorgt.

…Pierre-Emerick Aubameyang: Nicht nur ich habe des Öfteren gegen ihn gespielt, sondern etwa auch Makoto Hasebe und Martin Hinteregger. Wie wir gegen ihn antreten werden, ist Sache des Trainers. Wir kennen seine Qualitäten. Aubameyang ist schnell, bewegt sich gut zwischen den Räumen und sprintet oft in den Rücken der Abwehr. Aber auch im Strafraum sorgt er für Gefahr. Wir müssen uns gegenseitig helfen, wie wir es immer gemacht haben. Das zeigt sich nicht zuletzt in den Ergebnissen, die wir in der vergangenen Saison gegen große Mannschaften erzielt haben.


Pressekonferenz und Training vor dem UEFA Europa League Spiel gegen Arsenal FC

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