Beim Freundschaftsspiel gegen Chemie Leipzig ist das Ergebnis zweitrangig, nichtsdestotrotz präsentiert sich die Eintracht in ansprechender Verfassung und gewinnt 5:1.

Ausgangssituation: Rückspiel mit Herz

Das Aufeinandertreffen zwischen Europapokalteilnehmer und Regionalligaaufsteiger war weit mehr als ein Lückenfüller in der Länderspielpause. Die Einnahmen aus der Begegnung sollten der Kampagne „Flutlicht für Leutzsch“ zufließen, um einen Beitrag zum Fortbestehen höherklassigen Fußballs im Leipziger Alfred-Kunze-Sportpark zu leisten. Gewissermaßen stieg in der PSD Bank Arena am Bornheimer Hang das „Rückspiel“, nachdem 2016 die Premiere zwischen beiden seit 15 Jahren fanfreundschaftlich verbundenen Vereinen 2:2 geendet hatte.

Personal: Konstante Abraham

Erwartungsgemäß gönnte Adi Hütter seinem in bereits zehn Pflichtspielen geforderten Personal eine Verschnaufpause. Von den elf Spielern mit den meisten Einsatzminuten 2019/20 stand einzig David Abraham in der Startformation, die sich im 3-5-2 ordnete. Neben dem Experiment mit Lucas Torró als zentralem Innenverteidiger fiel vor allem das Eintracht-Debüt von André Silva ins Auge.

Silva startet und sticht

Der Neuzugang aus Mailand besorgte auch prompt die Führung, als er einen wohltemperierten Flugball von Timothy Chandler elegant über Torhüter Benjamin Bellot chippte (15.). Bereits zuvor hatte Bas Dost zwei Mal das 1:0 auf dem Schlappen gehabt, jedoch entweder vorbei (6.) oder auf den Keeper gezielt (7.). Kaum hatten die Chemiker wieder angestoßen, zappelte die Kugel schon auf der anderen Seite im Netz, als Tomas Petracek das Leder aus spitzem Winkel unters Tordach jagte (17.). Ansonsten fand das muntere Treiben auf dem Rasen und von 9.000 Besuchern gefüllten Rängen kein eindeutiges Übergewicht, wenngleich der Gastgeber mehr Abschlüsse verzeichnete. Doch weder der geblockte Chandler (25.), noch der auf Bellot oder drüber köpfende Dost (26., 31.) vermochten es, das Runde im Eckigen unterzubringen. Auch Silva fand einmal im Leipziger Schlussmann seinen Meister (32.). Auf der Gegenseite hätte sich Jan Zimmermann fast beinahe von Petracek überwunden gesehen, dessen Bogenlampe an die Latte klatschte (39.). Im Gegenzug traf Erik Durm von der rechten Seite nach innen ziehend rotzfrech ins kurze Eck zum 2:1 (40.).

Geldregen folgt Torreigen

In der Pause hatte Vorstandsmitglied Axel Hellmann Leipzigs Präsident Frank Kühne unter großem Applaus einen symbolischen Scheck in Höhe von 100.000 Euro überreicht, welche die Eintracht inklusive der Einnahmen „Flutlicht für Leutzsch“ zugutekommen lässt. Sportlich hielt sich das Entgegenkommen dann aber in Grenzen.

Auch nach dem Seitenwechsel gehörte Dost zu den auffälligsten Akteuren – einmal mehr nach einer Durm-Flanke per Kopf (48.), dann schoss der Sturmtank Björn Nikolajewski auf der Torlinie ab (50.). Nach einer Stunde ging es dann Schlag auf Schlag. Erst führte ein scharfer Distanzversuch Sahverdi Cetins zur Ecke, welche dann im zweiten Anlauf zu Torró gelangte, der den Ball aus kurzer Distanz über die Unterkante der Latte zum 3:1 versenkte (61.). Nur wenige Augenblicke später war es eine vermeintlich verunglückte Hereingabe Chandlers, die zum 4:1 im langen Eck einschlug (64.). Kurz vor Schluss leitete dann ein schnell ausgeführter Freistoß auf den durchgestarteten Durm das 5:1 ein, als Silva den Querpass nur noch ins leere Gehäuse einschieben musste (84.).

Fazit: Stimmung und Tore

Konnten sich die Gäste vor der Pause sportlich noch in vielen Phasen ebenbürtig präsentieren, schaltete der Bundeslist nach der Pause zwei Gänge hoch und vermochte es vor allem – im Gegensatz zum ersten Durchgang – seine Chancen effizienter zu nutzen. Das 5:1 entsprach letztlich den Kräfteverhältnissen auf dem Rasen, während sich beide Fanlager auf den Rängen in nichts nachstanden.

So spielte die SGE

Zimmermann (46. Wiedwald) - Toure, Torró, Abraham - Durm, Fernandes, Chandler - Sow, Cetin (70. Kamada) - Dost (78. Müller), Silva (87. Kohr).

Tore

1:0 Silva (15.)
1:1 Petracek (17.)
2:1 Durm (40.)
3:1 Torró (61.)
4:1 Chandler (64.)
5:1 Silva (84.)

Testspiel: Eintracht Frankfurt - BSG Chemie Leipzig

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