Personalien, Systeme, Trainerwechsel, Serien. Viele Fragen vor dem Rhein-Main-Duell, Adi Hütter gibt die Antworten.

Cheftrainer Adi Hütter blickt mit den Adlerträgern einem prickelnden Nachbarschaftsduell entgegen.
Cheftrainer Adi Hütter blickt mit den Adlerträgern einem prickelnden Nachbarschaftsduell entgegen.

Adi Hütter über…

…die angeschlagenen Spieler: Sebastian Rode und Bas Dost trainieren heute. Das bedeutet, dass wir nach dem morgigen Vormittagstraining entscheiden werden, ob einer von ihnen oder beide spielen. Gelson Fernandes ist noch vom Spiel in London angeschlagen. Seine Familiengeschichte ist aber sicher kein Kriterium hinsichtlich der Aufstellung. Almamy Toure muss bereit sein. Er steht seit mehreren Wochen im Training, wir hoffen, dass er schnell in die Partie findet. Dass er dazu in der Lage ist, hat er in der Vergangenheit bewiesen. Frederik Rönnows Verletzung hat sich als nicht schwerwiegend herausgestellt, sonst hätte er auch nicht weiterspielen können. Gestern haben wir ihn aus dem Training herausgenommen, das Abschlusstraining wird er absolvieren. Er macht eine gute Figur.

…den Befreiungsschlag in London: Frederik hat eine tolle Leistung gezeigt und uns vor einem höheren Rückstand bewahrt. Das 2:1 war ein historischer Sieg. Gegen Arsenal zu gewinnen, ist außergewöhnlich, speziell nach drei Niederlagen in Folge, einer schwachen ersten Halbzeit und einem Rückstand zur Pause. So zurückzukommen beweist, dass die Mannschaft im Frühjahr unbedingt die K.o.-Runde spielen möchte, Mentalität und Charakter hat. Die Halbzeitpause war eine wahnsinnige Situation. Die Korrekturen haben uns gutgetan, mit der Hereinnahme von Dominik Kohr und Mijat Gacinovic sowie den taktischen Umstellungen. Wir haben gewonnen, weil wir mutiger und überzeugender aufgetreten sind. Wir haben die Unterstützung der Fans, die am Ende irgendwie einen Platz im Stadion gefunden haben, genossen. Es hat uns geholfen, dass unsere Fans selbst außerhalb des Stadions lauter waren als die von Arsenal. Inwiefern der Sieg einen Wendepunkt darstellen kann, müssen wir natürlich abwarten.

…die zeitweise zwei Gesichter: Das war im vergangenen Jahr nicht grundlegend anders, allerdings haben in der Vorsaison häufiger die Ergebnisse gestimmt. Es stimmt, dass wir speziell in der ersten Halbzeit Schwierigkeiten haben, was auch mit einer gewissen Verunsicherung nach drei Niederlagen zusammenhängen kann. Aber am Ende des Tages geht es um Ergebnisse. Nicht über 90 Minuten die Spiele im Griff zu haben, stört auch die Spieler. Andererseits geht das vielen anderen Mannschaften genauso – siehe Arsenal nach der Pause.

…den Ergebnisfluch in Mainz: Jede Serie geht einmal zu Ende. Wir wissen aber auch, dass Mainz seit dem Trainerwechsel unter Achim Beierlorzer einen ganz anderen Fußball spielt. Das hat jeder in Hoffenheim gesehen. Deswegen haben wir diese Begegnung in der Analyse komplett zerlegt. Wir wissen, was uns erwartet: Eine schnelle Mannschaft, die sehr giftig und aggressiv auftritt. Ich glaube, dass morgen von der ersten Minute an dieser Kampf angenommen wird. Um diese Serie zu durchbrechen, benötigen wir eine sehr, sehr gute Leistung.

…die Herausforderungen im Rhein-Main-Duell: Achim lässt sicher das von ihm gewohnte 4-2-2-2 spielen, hat in Hoffenheim aber auf ein 3-4-1-2 mit Edimilson Fernandes als zentralem Innenverteidiger zurückgegriffen. Ob er das auch gegen uns anwenden wird, weiß ich nicht, auch wenn es sich anbieten würde. Es kann aber auch sein, dass er die Mannschaft in dieser Woche anders vorbereitet hat. Ganz egal, wir wissen, was auf uns zukommt: Pressing, hohes Anlaufen, hohe Aggressivität, gute Restverteidigung. Es wird rauf und runter gehen. Wir müssen zusehen, dass wir hinter die Abwehr kommen.

…die Rolle des Montagsspiels: Regionalduelle sind emotional gesehen immer hochinteressant. Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die einen ähnlichen Spielstil anstreben. Es ist toll, dass uns über 6.000 Fans begleiten. Für mich als Trainer macht es keinen großen Unterschied, ob wir sonntags- oder montagsabends spielen. Flutlicht tut uns grundsätzlich immer gut. Das sind gute Vorzeichen.


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