Am Donnerstag präsentierte Finanzvorstand Oliver Frankenbach das finanzielle Abschneiden 2018/19.

Wie bereits nach der abgelaufenen Saison vorsichtig angedeutet, hat die Eintracht Frankfurt Fußball AG erstmals Erlöse von mehr als 200 Millionen Euro erzielt. Und damit Vorjahresprognosen, die von etwa 150 Millionen ausgegangen waren, mit Abstand übertroffen. Die tatsächlichen Erlöse von 201,4 Millionen Euro sind schon im Vergleich zu 2017/18 (140,8 Mio.) bemerkenswert, gegenüber 2016/17 (110,7 Mio.) und 2015/16 (109,3 Mio.) bedeuten sie nahezu eine Verdoppelung!

Abzüglich der Aufwendungen von 192,5 Millionen Euro verbleibt dabei ein Betriebsergebnis von 8,9 Millionen Euro. Nach Abzug des Finanzergebnisses von 0,2 Millionen Euro und der Ertragssteuern in Höhe von 3,3 Millionen Euro verbleibt ein Jahresüberschuss in Höhe von 5,4 Millionen Euro. Dadurch konnte das Eigenkapital auf 34,6 Millionen Euro gesteigert werden. Das gleiche gilt für die Eigenkapitalquote, die derzeit bei 38,9 Prozent liegt.

Mediale Mehrwerte

Ausschlaggebend für die großen Sprünge ist nicht zuletzt der starke Aufschwung der Fußballprofis – in Deutschland wie auf internationaler Bühne. So brachte der rauschende Einzug ins Halbfinale der UEFA Europa League nicht nur unvergessliche Europapokalnächte und einen enormen Imagegewinn mit sich, sondern rational gesehen auch mehr Geld als erwartet. Erschien mit Blick auf die Gruppenphase zunächst ein Umsatz von rund 15 Millionen Euro realistisch, summierte sich dieser Umsatz am Ende auf circa 44 Millionen Euro, der Großteil davon generiert sich aus den Fernsehgeldern des europäischen Fußballverbandes UEFA. In Addition mit dem siebten Platz in der Fußball-Bundesliga sowie dem daraus resultierenden Sprung von Platz 13 auf 9 (!) in der TV-Tabelle beliefen sich allein die medialen Erlöse auf 91,3 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 54 Millionen Euro gewesen.

Auch wenn die Bedeutung der medialen Erlöse mit einer Zunahme des Umsatzanteils von 38,5 auf 45,3 Prozent weiter gestiegen ist, konnte die Eintracht auch auf sämtlichen anderen Geschäftsfeldern Wachstum verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr hat jeder Bereich für sich ein Umsatzplus verzeichnet:

  • Medien: Von 54,0 auf 93,1 Mio.
  • Vermarktung: Von 41,1 auf 48,5 Mio.
  • Spielbetrieb: Von 19,6 auf 27,8 Mio.
  • Transfers: Von 12,8 auf 17,6 Mio.
  • Merchandising: Von 10,0 auf 13,3 Mio.
  • Sonstige: Von 2,6 auf 2,9 Mio.

Kapital durch Kulturwandel

Dass der sportliche Höhenflug alles andere als zufällig zustande kommt, hat neben der akribischen Arbeit der Verantwortlichen auch mit einer gezielten Änderung der Transferpolitik zu tun. Nachdem bereits in 2017/18 29,7 Millionen Euro in Spielerwerte investiert wurden, waren es in 2018/19 36,3 Millionen Euro. Dass sich die Politik, ungeschliffene Diamanten zum Glänzen zu bringen, nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf dem Transfermarkt auszahlt, beweist zum einen das gesteigerte Spielervermögen von 27,2 auf 40 Millionen Euro. Zum anderen die zuletzt getätigten Transfers von Sébastien Haller zu West Ham United und Luka Jovic zu Real Madrid. Möglich wurde der Kulturwandel nicht zuletzt dank der im April 2018 umgesetzten Eigenkapitalmaßnahme in Form der Umverteilung der Anteile, als die Freunde des Adlers GmbH 18,55 Prozent an der Eintracht Frankfurt Fußball AG erwarben.

Angesichts dieser Entwicklung zeigt sich Finanzvorstand Oliver Frankenbach optimistisch, 2020 den nächsten Umsatzrekord verkünden zu dürfen, da die Gesellschaft neben den bereits erzielten Transfererlösen auch in anderen Geschäftsfeldern weiter wachsen werde.


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