Über den Pokal qualfiziert: liest sich nach einer der Eintracht bestens bekannten Geschichte – mit einem feinen Unterschied.

Situation

Die Mannheimer waren bereits vor dem Endspiel um den Badischen Landespokal beim Karlsruher SC für den DFB-Pokal qualifiziert, da die Karlsruher als Zweiter der 3. Liga bereits sicher in der ersten Runde dabei waren. Vor gut 7000 Zuschauern im Wildpark wollte Waldhof trotzdem die Aufstiegssaison krönen und führte nach 24 Minuten bereits 2:0. Der KSC drehte jedoch den Zwei-Tore-Rückstand in eine Zwei-Tore-Führung und ließ sich auch vom 3:4-Anschluss des Mannheimers Jannik Sommer nicht mehr von der Siegerstraße abbringen. Am Ende stand ein 5:3 der klassenhöheren Karlsruher. Beim letzten DFB-Pokal-Auftritt des SV Waldhof vor 16 Jahren setzte es in Runde 1 ein 0:4 gegen Union Berlin.

Bereits zuvor durften die Badener eine weitere Rückkehr feiern. Äußerst souverän gelang dem SV Waldhof in der Saison 2018/19 die Rückkehr in den Profifußball. Bereits Mitte April stand der Aufstieg in die 3. Liga fest. Die Freude in der Residenzstadt war umso größer, nachdem der SV Waldhof zuvor dreimal in Serie in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga gescheitert war, 2016 sogar als Meister der Regionalliga Südwest.

Formkurve

An den ersten vier Spieltagen entpuppte sich Waldhof auch eine Liga höher als harte Nuss. Nach zwei 1:1 in Chemnitz und Magdeburg sowie einem 0:0 zuhause gegen Meppen stand zwar noch kein Sieg zu Buche. Doch am vergangenen Montag schoss der Neuling den TSV 1860 München mit 4:0 aus dem Carl-Benz-Stadion, sodass die die Sieglos- vielmehr als Ungeschlagen-Serie zu interpretieren ist, nach welcher Mannheim auf Rang neun liegt.

Trainer

Bernhard Trares, seit Januar 2018 Trainer des SV Waldhof, wechselte 1982 von seinem Heimatklub SV Kirschhausen in die Jugend von Eintracht Frankfurt und blieb dort bis 1985, ehe er beim SV Darmstadt 98 in der 2. Liga anheuerte. Mit der Eintracht wurde Trares gleich in seiner ersten Saison Deutscher A-Jugend Meister und steuerte mit einem herrlichen Distanzschuss beim 2:0 im Endspiel gegen den 1. FC Köln auch noch ein „Tor des Monats“ zum Titel bei. Und auch einen Lokalrivalen der SGE trainierte der in Bensheim – rund 50 Kilometer südlich des Frankfurter Waldstadions gelegen – geborene, frühere Mittelfeldspieler bereits. Beim FSV Frankfurt übernahm Trares von November 2010 bis Saisonende das Traineramt der 2. Mannschaft in der Regionalliga und hielt mit den Bornheimern knapp die Klasse.

Taktiktafel

Die bislang zelebrierte Kompaktheit fußt taktisch auf einem kompakten 4-2-3-1-System, das sich gegen den Ball auch als 4-4-2 darstellen kann, wenn sich Gianluca Korte an die Seite von Sturmspitze Valmir Sulejmani schiebt. Vor heimischer Kulisse setzt Trares wiederum auch gerne auf ein mutigeres 4-3-3, wenngleich das in der Außenseiterrolle abzuwarten bleibt. Entscheidender als die Grundordnung sind beim SVW aber Tempo und Leidenschaft innerhalb der Aktionen, für ersteres stehen insbesondere Korte und Maurice Deville. Das Auftreten der Hausherren ist grundsätzlich von enormer Laufbereitschaft geprägt. Dafür stehen im Zentrum Florian Diring und Marco Schuster, im defensiven Zentrum behalten Marcel Seegert und Michael Schultz die (Luft-)Hoheit.

Spieler im Fokus: Maurice Deville

Mit seinen 1,94 Metern würde auch Maurice Deville einen stattlichen Innenverteidiger abgeben. Doch der 27-Jähriger sorgt mehr für offensive Akzente, kommt in dieser Saison auf ein Tor und eine Vorlage, taucht wahlweise im Wechsel mit Korte im Zentrum oder auf dem Flügel auf, um die Außenbahn zu überlagern. Für den Luxemburger ist das Aufeinandertreffen mit der Eintracht ein durchaus besonderes. Der Luxemburger spielte in der 3. Liga 2016/17 ebenfalls für den Stadtnachbarn FSV Frankfurt, in 14 Pflichtspielen für die Bornheimer traf der Sohn des 35-maligen Luxemburger Nationalspielers Franck Deville zwei Mal. Seinen Vater hat er in dieser Hinsicht mit 36 Auftritten für sein Heimatland bereits übertroffen.

Teilen
Funktionen