Dem größten Jahr der Vereinsgeschichte folgte das schleichende Abrutschten in die europäische Mittelschicht. Doch das Selbstverständnis der Nerazzurri ist unerschütterlich.

In der Champions League zog Inter knapp den Kürzeren.
In der Champions League zog Inter knapp den Kürzeren.

2010 war die Football Club Internazionale Milano, kurz Inter, auf dem Gipfel ihrer Schaffenskraft. Getreu dem Vereinsnamen hatte eine vielfältige und vor allem abgebrühte Truppe um Trainerfuchs José Mourinho als erste italienische Mannschaft das große Triple aus Meisterschaft, Pokal und UEFA Champions League gewonnen. Im Winter folgte der Gewinn des Weltpokals, doch nach dem erneuten Triumph in der Coppa Italia blieb der unter anderem mit 18 Meisterschaften und sieben Pokalsiegen gespickte Trophäenschrank der Italiener unverändert.

Welches Schwergewicht auf die Adler wartet, zeigt auch die Tatsache, dass Inter als einziges Mitglied der Serie A ununterbrochen Italiens Oberhaus angehört. Doch auch wenn sich die Italiener nach einem steten Auf und Ab in den vergangenen Jahren in dieser Saison wieder auf Kurs Königsklasse befinden, liegen zwischen dem Tabellendritten und Abonnementmeister Juventus Turin mit 20 Punkten doch Welten. Zudem ist mit der Coppa seit dem gegen S.S. Lazio verlorenen Elfmeterschießen im Viertelfinale eine weitere Titelhoffnung passé. Bleibt noch der Abstecher in die Europa League, in die Inter durch den dritten Rang in der Champions-League-Gruppenphase gerutscht war, weil Mailand gegen Tottenham Hotspur den direkten Vergleich verloren hatte.

Herausforderung statt Herabstufung

Dass die Mannschaft von Luciano Spaletti, der am Tag des Hinspiels 60 Jahre alt wird, die Herabstufung nicht auf die leichte Schulter nimmt, untermauerte sie, indem sie in der Zwischenrunde Rapid Wien mit 1:0 und 4:0 eliminierte. Finalcharakter erfährt die Metropole Mailand zuletzt vor allem durch ihren Fußballtempel San Siro als Austragungsort diverser Endspiele, wie das der Champions League 2016. Das Giuseppe-Meazza-Stadion ist zugleich Heimspielstätte des Lokalrivalen AC Mailand, weshalb den Inter-Tifosi die Curva Nord gehört, den Milan-Anhängern die Südkurve. Das San Siro ist mit 80.018 Plätzen das größte des Landes.

Während auf die meisten Adler spätestens im Rückspiel eine neue Erfahrung wartet, ist den Italienern der Stadtwald nicht mal so fremd. 2014 gastierte Inter Mailand im Rahmen der Saisoneröffnung zum Gastspiel in der Commerzbank-Arena. Sieger damals: Eintracht Frankfurt.

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