Hinter Martin Hinteregger (62) und David Abraham (47) hat Bas Dost die meisten Einsätze in internationalen Klubwettbewerben aufzuweisen (38) – und entsprechend viel zu erzählen.

Doppelpack gegen späteren Klub

In der Saison 2014/15 betritt Bas mit dem VfL Wolfsburg die internationale Bühne, die Niedersachsen sind in der UEFA Europa League am Start. Bas kommt auf neun Einsätze, erst im Viertelfinale gegen den SSC Napoli ist Endstation. Zwei Tore gelingen ihm, ein Doppelpack gegen Sporting Lissabon. „Damals wusste ich natürlich noch nicht, dass ich mal dort spielen werde“, sagt der Stürmer heute.

Treffer gegen den Kumpel

Ein Jahr später sind die Wölfe in der UEFA Champions League vertreten. Im September 2015 debütiert Dost beim 1:0-Erfolg gegen ZSKA Moskau, im zweiten Heimspiel gegen die PSV Eindhoven leitet Dost mit seinem Tor zum 1:0 den Sieg ein. „Kein spektakuläres Tor, sondern eher wie das gegen Union kürzlich. Aber das erste Tor ist immer speziell, zumal ich es gegen meinen Kumpel Jeroen Zoet erzielt habe“, erzählt Dost. Wolfsburg kommt durch ein 3:2 gegen Manchester United als Gruppenerster weiter, es ist Dosts einzige Partie ohne Einsatz bis dato. „Ich weiß nicht mehr, warum ich nicht gespielt habe. Es war in Wolfsburg immer mal wieder so, dass ich auch mal auf der Bank saß.“ Bitter war dann das Ausscheiden gegen Real Madrid durch das 0:3 im Bernabeu (drei Tore Ronaldo), nachdem der Bundesligist das Viertelfinalhinspiel mit 2:0 gewonnen hatte. Ein Jahr später sollte es im Bernabeu wieder zu einem Schlüsselerlebnis kommen…

Stolz trotz Niederlage

Auftakt zur Champions-League-Saison 2016/17. Dost spielt mittlerweile bei Sporting Lissabon, am ersten Spieltag geht’s direkt zum Favoriten Real Madrid unter Zinedine Zidane. Dost erzählt: „Wir haben ein überragendes Spiel gemacht und lange 1:0 geführt. In der 89. Minute macht Ronaldo mit einem direkten Freistoß das 1:1. Wir dachten: Okay, damit können wir nach dieser starken Leistung leben. Aber dann trifft Real in der 94. Minute zum 2:1. Wir haben in der Kabine gesessen und keiner wusste, was er sagen sollte. Das war richtig bitter, obwohl wir richtig stolz auf unsere Leistung beim späteren Champions-League-Sieger sein konnten. Es war eines unserer besten Spiele, die ich mit Sporting erlebt habe.“ Für Sporting lief die Gruppenphase unterdessen ernüchternd. Nach dem 2:0 gegen Legia Warschau inklusive eines Dost-Treffers verloren die Portugiesen alle weiteren vier Partien mit einem Tor Unterschied und mussten so im direkten Duell um Platz drei am letzten Spieltag sogar noch die Polen vorbeiziehen lassen, die zuvor unter anderem vom BVB alleine 14 Gegentore (0:6/4:8) hatten einstecken müssen.

„Dumme“ Gelbe Karte

Die Saison 2017/18 startete Dost mit Sporting in der Qualifikation zur UEFA Champions League, die diese erfolgreich meisterten. Der 1,96-Meter-Mann aus Deventer in den Niederlanden markierte in der Gruppe einen Doppelpack gegen Piräus (3:1), zum Weiterkommen gegen die Granden aus Barcelona und Turin reichte es dennoch nicht. Im neuen Jahr ging es für Sporting in der UEFA Europa League weiter, und Dost misslang im Viertelfinalhinspiel gegen Atletico Madrid ein ärgerliches Malheur. „Das war nicht so clever. Ich habe mir in der Ecke eine Gelbe Karte abgeholt. Ich wusste aber nicht, dass ich dann gesperrt bin. Das war dumm. Wir sind sehr unglücklich ausgeschieden. 0:2 im Hinspiel nach lediglich zwei Chancen für Atletico, das 1:0 in Lissabon hat nicht gereicht“. Auch hier war für Dost also Endstation gegen den späteren Gewinner des Wettbewerbs. In der Spielzeit 2018/19 scheitert Sporting mit Dost im Sechzehntelfinale erneut an einem spanischen Verein, dem FC Villareal.

Von den Fans überrascht

Seit Ende August ist Dost nun in Frankfurt und durfte mit der Eintracht direkt in der Europa-League-Gruppenphase starten, die Qualifikationsrunden der Adlerträger erlebte er noch als offizieller Angestellter von Sporting. Der Auftakt misslang beim 0:3 gegen den Arsenal FC. „Aber wie die Fans danach reagiert haben, war unglaublich. Sie haben uns gefeiert, uns damit motiviert. Die Erlebnisse waren in der vergangenen Saison schon sehr speziell für den Verein, das habe ich mitbekommen. Nun geht es genau so weiter. Das gibt uns Auftrieb, ganz klar“. Nach dem Hinspielsieg bleibe die Marschroute unverändert: „Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir beide Spiele gewinnen. Das ist auch unser Ziel“.

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