Stefan Ilsanker über seine ersten Monate in Frankfurt, FaceTime mit den Großeltern und das Gefühl nach dem Sieg im DFB-Pokal gegen Bremen.

Stefan, zunächst einmal abseits der aktuellen Corona-Krise: Wie hast du dich eingelebt in Frankfurt, sportlich wie privat?  
Sehr gut. Ich bin toll aufgenommen worden von den Mannschaftskameraden und dem Verein insgesamt. Alle haben mir es extrem leicht gemacht, vom ersten Tag an habe ich mich sehr wohlgefühlt. Von der Stadt bin ich überrascht. Ich habe gedacht, Frankfurt wäre viel größer. Sie ist kompakt, was kein Nachteil ist. Es ist sehr lebenswert hier, es gefällt mir sehr gut. Ich war unter anderem schon im Palmengarten und in der Schirn, sehr empfehlenswert. 

Haben dir die bekannten Gesichter aus deiner Vergangenheit in Österreich nochmals die Eingliederung in die Mannschaft erleichtert?
Wir haben einen tollen Geist in der Mannschaft. Viele sind von sich aus auf mich zugekommen. Meinen Freund Hinti kenne ich schon lange, er hat mir natürlich zuallererst geholfen. Aber natürlich kenne ich auch den Trainer, mit dem ich in meinem ganz jungen Jahren noch auf dem Platz gestanden habe. Mit Athletiktrainer Andreas Biritz habe ich ebenso schon in Salzburg zusammengearbeitet.

Nach der Partie gegen Bremen war in den Medien von deiner „herausragenden Leistung“ und dem „Kampfschwein“ zu lesen. War das dein bestes Spiel bisher für die Eintracht?
(überlegt lange) Ich habe meine Aufgabe auch gegen Augsburg auf zwei Positionen sehr gut gemacht. Gegen Salzburg haben wir alle sehr stark gespielt und es hat Spaß gemacht. Aber natürlich sind Cupspiele etwas ganz Besonderes. Du kannst nur weiterkommen oder ausscheiden. Von daher war es ein sehr geiles Gefühl.

„Haben einen tollen Geist in der Mannschaft“

Wie geht’s dem Cut am Auge?
Er ist komplett verheilt. Ich hoffe jetzt, dass ich einige Zeit ohne größere Blessuren durchkomme. Unser Doc hat das sehr gut behandelt.

Du hast schon angesprochen, dass dich der Trainer schon auf zwei Positionen eingesetzt hat, in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld. Wo spielst du lieber?
Ich möchte, dass wir gemeinsam erfolgreich sind. Wenn der Trainer mich ins Tor stellt, spiele ich im Tor. Aber Moment: unsere drei Torhüter machen einen sehr guten Job, das wird nicht nötig sein (lacht). Ich habe früher aber auch mal im Kasten gestanden, das war zur Jugendzeit.

Mit der Nationalmannschaft Österreichs habt ihr euch am Ende überzeugend für die EM qualifiziert. Wie hast du die Qualifikation insgesamt gesehen und ist die Vorfreude auf die EM nun erstmal getrübt?
Die Vorfreude war natürlich schon größer. Aber natürlich ist es die richtige Entscheidung, die EM erst im kommenden Jahr stattfinden zu lassen. Wir hatten einen sehr schlechten Start in die Qualifikation mit zwei Niederlagen und standen mit Rücken zur Wand. Dann mussten wir in jedem Spiel abliefern, und das haben wir geschafft. Denn nach dem vorletzten Spieltag waren wir bereits qualifiziert.

Zurzeit herrscht eine besondere Situation, ihr befindet euch in befristeter häuslicher Quarantäne. Wie verbringst du die Zeit?
Wenn wir fertig telefoniert haben, setze ich mich aufs Fahrrad. Das steht natürlich jeden Tag auf unserem Trainingsplan, ebenso wie Kraftübungen. Ansonsten nutze ich viel FaceTime und telefoniere mit der Familie und Freunden. Eine Einrichtungsseite und Amazon habe ich schon leergekauft, denn ich möchte meine Wohnung aufhübschen (lacht). Ich vermisse aber schon den Fußball auf dem Platz, das ist klar.

Du sprichst den Kontakt zur Familie an. Wie geht es ihnen in Österreich?
Es ist ganz besonders wichtig, dass es den Großeltern gutgeht. Ich habe kürzlich erstmals mit ihnen FaceTime genutzt. Sie haben es noch nicht ganz raus, aber es war natürlich sehr schön, sie gesund zu sehen. Meine Mutter und mein Bruder gehen noch arbeiten. Meinem Dad [Anm. d. Red.: arbeitet als Torwarttrainer] ist verdammt langweilig zuhause. Ich bin froh, dass die Familie und alle Freunde gesund sind und es zum Glück für mich keine schlechten Nachrichten aus der Heimat gibt.

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