Im Hinspiel ließ er mit seiner Vorlage zum 4:2 den Funken Hoffnung lodern. Bereits in den Jahren zuvor erlebte de Guzman zahlreiche internationale Highlights.

Feyenoord, Villarreal, Swansea, Napoli und nun die Eintracht. Jonathan de Guzman spielt aktuell mit seinem fünften Verein in einem internationalen Klubwettbewerb. 41 Spiele hat der Niederländer mit kanadischen Wurzeln bereits in der UEFA Europa League und dessen Qualifikation, im UEFA-Cup und der UEFA Champions League absolviert. In dieser Saison hat der 31-Jährige damit klubintern Kapitän David Abraham (aktuell 39) überholt, vor ihm liegen nur Martin Hinteregger (53) und Jetro Willems (43). Der 14-fache Nationalspieler blickt auf seine Meilensteine mit diesen fünf Klubs zurück.

Das Debüt

In der Saison 2005/06 startet de Guzman mit Feyenoord Rotterdam, zu dem er als Zwölfjähriger gewechselt war, im UEFA-Cup. Wenige Tage nach seinem 18. Geburtstag ist er mit den Niederländern bei Rapid Bukarest gefordert, das Hinspiel endete 1:1. „Ich bin zur Halbzeit eingewechselt worden für Hossam Ghaly, wir lagen 0:1 hinten. Es war ein hartes Spiel, aber es hat dennoch Spaß gemacht. Der Trainer hatte mir mit auf den Weg gegeben, einfach das zu machen, was ich täglich im Training zeige. Ich habe das Spiel genossen, trotzdem blieb es beim 0:1 und wir sind ausgeschieden“, erinnert sich de Guzman. „Seitdem genieße ich es, international zu spielen. Es ist eine spezielle Atmosphäre, wenn das Flutlicht angeht und man in der Regel gegen ein Team aus einem anderen Land spielt“. Unter anderem sein Teamkollege damals: Salomon Kalou, heute Hertha BSC.

Die Königsklasse

Nochmal „ein anderes Level und spezieller“ nennt Johnny seine Erfahrungen in der UEFA Champions League. 2011 darf er dort mit dem spanischen Klub FC Villarreal ran. „Das Gefühl an jedem Spieltag war grandios. Leider haben wir alle sechs Spiele verloren. Wir hatten eine sehr schwere Gruppe mit Bayern München, Manchester City und SSC Napoli. Immerhin habe ich in München mein bislang einziges Tor in der Königsklasse erzielt“, berichtet de Guzman, der sechsmal in der Startelf stand. „Es war keine einfache Saison, wir hatten drei Trainer und haben die Liga auf Rang 18 beendet“.

Beste Atmosphäre? In Neapel

In Neapel erlebt Jonathan de Guzman als Villarreal-Spieler dabei „die beste Atmosphäre. Schon als wir mit dem Bus vorgefahren sind, war die Leidenschaft der Fans unglaublich. Das haben wir selbst als Gegner gespürt. Daran werde ich mich noch lange erinnern“. Kurioserweise wechselte der Niederländer später zum SSC Napoli. Vorher kickte er aber noch auf der Insel.

Zwischenrunde mit Swansea

Von Villareal wird de Guzman im Jahr 2012 zu Swansea City verliehen. Der Klub aus Wales war erst im Jahr vorher erstmals in die Premier League aufgestiegen und setzt zum Höhenflug im Ligapokal an. Gegen Bradford City holt Swansea den Titel, fast schon sensationell ist der Weg ins Finale. Swansea schaltet unter anderem Liverpool und Chelsea aus, gegen beide Kontrahenten sammelt Johnny Scorerpunkte (ein Tor, zwei Vorlagen). Beim 5:0 im Finale trifft er doppelt. So darf Swansea in der folgenden Spielzeit 2013/14 in der Qualifikation zur UEFA Europa League antreten und kämpft sich bis in die Zwischenrunde vor, in der der SSC Napoli die Endstation ist – trotz des zwischenzeitlichen 1:1-Treffers von de Guzman im Rückspiel (0:0/1:3). Am selben Tag scheidet übrigens die Eintracht gegen den FC Porto aus.

Hattrick gegen Bern

Am 6. November 2011 gelingt Johnny im Dress des SSC Napoli ein seltenes Kunststück. Im Gruppenspiel der UEFA Europa League erzielt der Mittelfeldspieler drei Tore zum 3:0 (1:0)-Erfolg gegen BSC Young Boys. Zwei Wochen zuvor hatten die Italienier in Bern noch mit 0:2 verloren. „Wir wollten unbedingt hoch gewinnen, um noch den direkten Vergleich für uns zu entscheiden“, erzählt de Guzman. „Ich habe einen Hattrick geschafft, das erste und letzte Mal bisher in meiner Profikarriere“. Das 1:0 wird dabei in den Medien als „Kunstschuss“ gefeiert. De Guzman kommt heute noch ins Schwärmen, wenn er vom SSC Napoli redet. „Auch wenn es eine schwierige Saison war: Ich bin immer noch in Italien und den Club verliebt und habe Freunde dort. Ich liebe das Leben dort, das Essen, die Mode, die Leidenschaft, den Fußball. Ich hatte dort eine großartige Zeit.“

Festtage mit der Eintracht

In dieser Saison erlebt de Guzman die internationalen Festtage mit der Eintracht. Dazu hat er selbst beigetragen, denn im DFB-Pokalfinale 2018 wirkte der Niederländer mit und sorgte auch im Kinofilm über das Ereignis mit einigen emotionalen Statements für Ausrufezeichen. „Es ist grandios, mit der Eintracht Europa League spielen zu dürfen. Was die Fans dort an jedem Spieltag auf die Beine stellen, ist atemberaubend. Wir müssen weiter hart arbeiten, dann können wir sehr weit kommen“, sagt de Guzman, der in bislang acht der elf Partien auf dem Platz stand.

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