Er spielte zwischen 2016 und 2017 für die Eintracht, in dieser Saison war Michael Hector vom Chelsea FC an Zweitligist Sheffield Wednesday verliehen. Das Finale würde er beiden Seiten gönnen.

Big Hec, schön, dich in deiner Heimatstadt London zu treffen. Wie läuft es bei dir?
Die Saison ist für mich nun zu Ende und ich besuche gerade meine Familie. Ich kann jetzt von außen die heiße Phase der Champions League und Europa League genießen. Vor allem freue ich mich auf die Partie am Donnerstagabend.

Du kannst auf eine gute Saison für dich persönlich zurückblicken, oder?
Ja, für mich persönlich war es eine erfolgreiche Spielzeit, ich wurde zum „Spieler des Jahres“ meines Klubs ernannt. Es war schön, diese Auszeichnung entgegenzunehmen. Es war eine gute Saison auf und neben dem Platz.

Wie würdest du die englische Championship, in der du spielst, beschreiben?
Sie ist stark und intensiv. Man spielt in der Regel zweimal pro Woche – meistens samstags und dienstags. Sie verlangt einem körperlich viel ab. Es war eine harte Saison, aber ich habe sie genossen.

Du hast ein Jahr bei Eintracht Frankfurt gespielt. Verfolgst du das Team nach wie vor?
Ja, ich habe mir im vergangenen Jahr das DFB-Pokalfinale live angesehen. Auch heute noch stehe ich mit einigen Ex-Kollegen in Kontakt. Es ist spannend zu sehen, wie es unter dem neuen Trainer läuft. Er macht seine Sache richtig gut. Ins Halbfinale der Europa League zu kommen, ist sensationell. Und es besteht sogar die Chance, sich für die Champions League zu qualifizieren.

Hast du das Hinspiel gegen Chelsea gesehen?
Ja, ich habe es mir angesehen. Die Stimmung im Stadion war einfach unfassbar. Es war eine harte Partie für beide Teams. Mit etwas Glück hätte Frankfurt auch gewinnen können, aber ich glaube, Chelsea hat am Ende mehr investiert, um ein Tor zu erzielen.

Was war dein erster Gedanke, als du gehört hast, dass die Eintracht im Europa-League-Halbfinale auf Chelsea trifft?
Als ich die Auslosung gesehen habe, habe ich mich erstmal darüber geärgert, dass ich bei keinem der beiden Spiele persönlich dabei sein kann. Es ist etwas schwierig für mich, denn ich bin Chelsea-Anhänger, habe aber auch viele Freunde in Frankfurt. Ich kann mich irgendwie nicht entscheiden, wem ich den Sieg mehr wünsche. Ich werde mir die Partie entspannt ansehen und sie genießen.

Welche Erinnerungen hast du als ehemaliger Chelsea-Spieler an die Stamford Bridge?
Ich bin dort praktisch aufgewachsen und bin schon als Kind zu den Spielen gegangen. Auch wenn ich keine Spiele für die erste Mannschaft bestritten habe, war es toll für mich, ein Teil dieses Klubs zu sein. Egal, wer ins Finale kommt – ich werde mich für das siegreiche Team freuen.

Das Hinspiel in Frankfurt ist ja 1:1 ausgegangen. Ist es ein Vorteil für Chelsea, das Rückspiel zuhause zu bestreiten?
Ja, definitiv. Chelsea ist auf dem Papier der größere Klub und der Favorit. Sie wissen bereits, wie es ist, die Europa League zu gewinnen. Geht es nach der Theorie, sollten sie gewinnen. Aber in einem Halbfinale kann alles passieren. Frankfurt hat in dieser Saison schon so oft tolle Leistungen gezeigt, auch auswärts.

Was kannst du deinen Teamkollegen von Sheffield Wednesday über die deutsche Bundesliga und deren Teams berichten?
Einige der Spieler haben Freunde in der Bundesliga, sie verfolgen sie also auch. Ich habe ihnen erzählt, dass die Stimmung in den Stadien einfach unglaublich ist, insbesondere in den Kurven hinter den Toren. Das ist etwas ganz Besonderes. Ich habe ihnen den Tipp gegeben: wenn du mal die Chance hast, ein Bundesligaspiel live zu sehen, musst du das einfach erleben. Es ist eine andere Fußballkultur als in England. Ich habe es genossen, in Deutschland zu spielen, und würde mich freuen, eines Tages zurückzukehren und das wieder zu erleben.

Was denkst du über die Entwicklung der Eintracht?
Diese Saison war und ist einfach unglaublich. Es ist eine Freude, die Spiele zu sehen. Das Team hat sich sehr verändert. Der neue Trainer hat der Mannschaft seinen Stempel aufgedrückt. Der Saisonstart war etwas wackelig, aber das kann passieren. Vor allem die drei Angreifer machen einen richtig guten Eindruck.

Am Donnerstag kehrt Ante Rebic nach seiner Sperre zurück, womöglich auch Sébastien Haller. Was hältst du von den beiden?
Sie sind Eintrachts Schlüsselspieler. Jeder will, dass sie zurückkommen und fit für die letzten Saisonspiele sind. Sie waren im Hinspiel nicht dabei und natürlich hoffen die Eintracht-Fans, dass beide am Donnerstag spielen werden.

Was muss die SGE deiner Meinung nach tun, um Chelsea zu schlagen?
Sie muss mehr Tore erzielen als Chelsea. (lacht) Sie muss das Spiel genießen. Ich weiß, dass wieder viele Fans aus Deutschland anreisen und die Mannschaft unterstützen werden. Es wird einmal mehr eine besondere Atmosphäre herrschen. Die Spieler müssen dieses Ereignis genießen und die sich bietenden Chancen nutzen.

Was meinst du, Michael – wer schafft es ins Finale nach Baku?
Ehrlich gesagt bin ich in einer guten Lage – ich würde mich für beide freuen. Als Chelsea-Fan wünsche ich mir immer, dass Chelsea gewinnt. Aber wenn es Frankfurt schafft, wäre das eine tolle Sache für den Klub. Da ich dort viele Freunde habe, hoffe ich, dass sie ein gutes Spiel machen.

Abschließend noch eine Frage zu deiner Zukunft. Wirst du nach dem tollen Jahr in Sheffield bei Wednesday bleiben?
Ich weiß es noch nicht. Wir werden uns im Sommer zusammensetzen und das Thema besprechen. Im Fußball weiß man nie, was passieren kann. Ich bin eigentlich noch immer ein Chelsea-Spieler, daher kann ich noch nicht sagen, was im Sommer passiert.


Teilen
Funktionen