Stolz ja, Zufriedenheit nein. Die Beteiligten wissen das Remis gegen Chelsea zu schätzen, aber auch um die Fallstricke der nächsten Wochen.

Sportvorstand Fredi Bobic: Natürlich willst du zuhause kein Gegentor bekommen, aber Chelsea ist eine Topmannschaft. Dennoch haben wir alles gezeigt: unsere Leidenschaft und Mentalität waren richtig stark. Filip Kostic hat ein sehr starkes Spiel gemacht. Er hat alles abgerufen, was ihn auszeichnet. Wie das gesamte Team.

Cheftrainer Adi Hütter: Das war heute ein absoluter Achtungserfolg gegen eine Topmannschaft, wir haben uns toll verkauft. Besonders in der Zeit unmittelbar vor und nach der Halbzeit hat man gesehen, über welche Qualität Chelsea verfügt. Wir haben vor allem in der Anfangsphase eine klasse Leistung gezeigt, da haben uns die Fans mit ihrer fantastischen Choreo einmal mehr angesteckt. Der Gegentreffer kurz vor dem Seitenwechsel hat uns ein wenig aus der Spur gebracht, aber trotzdem sind wir immer aggressiv und leidenschaftlich geblieben. Darauf bin ich stolz. Wir hatten am Ende sogar noch gute Chancen, zum Beispiel durch David Abraham. Insgesamt war es ein durchaus gerechtes Unentschieden, auch wenn die Klasse von Chelsea natürlich deutlich wurde. Für das Rückspiel ist die Favoritenrolle weiterhin klar, Chelsea hat die Trümpfe in der Hand. Trotzdem ist alles möglich, weshalb wir zuversichtlich sind. Auch, weil mit Ante Rebic im Rückspiel ein wichtiger Spieler zurückkehrt, der uns mit seiner Schnelligkeit guttun wird. Wir müssen mit Mut und Selbstvertrauen nach London fahren und dann wieder eine Top-Leistung abrufen. Mal sehen, was mit Sébastien Haller ist. Aber jetzt freuen wir uns auf das Spiel in Leverkusen, dann kommt das Rückspiel. Zum Saisonende wird jedes Spiel intensiv. Diesen Abend dürfen wir genießen, müssen dann alle Kräfte mobilisieren und frisch für Sonntag werden. 

Makoto Hasebe: Wir müssen auswärts ein Tor schießen, das wird schwierig. Ich freue mich, dass Ante dann wieder dabei sein kann. 46 Spiele oder mehr in einer Saison habe ich noch nie absolviert. Aber das ist Kopfsache. Ich hoffe jetzt noch auf fünf Spiele. Wir haben nur zwei Tage Pause, aber alle anderen sind ja jünger als ich. Also schaffen wir das! Es war ein gutes Spiel, aber wir müssen im Rückspiel noch besser spielen.

Gelson Fernandes: Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können. Es bleibt alles offen. Chelsea hat richtig Qualität einwechseln können. Das war der schwerste Gegner in dieser Saison. Wir haben alles versucht. Schade, dass das Gegentor so spät in der ersten Halbzeit gefallen ist. Die Choreografie war überragend. Ich bin stolz auf unsere Fans.

Mijat Gacinovic: Wir haben bis zum Schluss gekämpft. Ein 1:1 gegen diese Mannschaft ist kein schlechtes Resultat. Wir hatten zwar die Möglichkeit auf ein zweites Tor, aber Chelsea genauso. Sie haben enorm viel Qualität. Wenn Willian geht, kommt Hazard – allein daran sieht man ihre Möglichkeiten. Wir müssen im Rückspiel ein Tor erzielen und keins bekommen. Ich hoffe auf einen Auswärtssieg, aber mit einem 2:2 könnte ich natürlich auch leben.

Maurizio Sarri (Trainer Chelsea FC): In den ersten 20 Minuten haben wir es nicht gut gemacht, weil wir nicht die richtige Mentalität an den Tag gelegt haben. Erst ab der 25. Minute haben wir angefangen, richtig Fußball zu spielen. Danach haben wir unsere Sachen sehr ordentlich gemacht, wir hatten die Partie über lange Zeit im Griff. Aber die Eintracht ist immer gefährlich geblieben, insbesondere über Konter. Letztlich hätten wir den Sieg aus meiner Sicht verdient gehabt, aber ein 1:1 auswärts ist in Ordnung. Wir spielen nun zuhause, wollen ins Finale und anschließend den Titel holen. Aber die Eintracht hat auch auf fremdem Platz schon unterstrichen, dass sie sehr gefährlich sein kann. Das ist uns bewusst.

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