Sportvorstand, Trainer und Spieler zwischen sportlichen Erklärungsversuchen und emotionalem Leerlauf.

Sportvorstand Fredi Bobic: Wenn wir uns zwei solche Gegentore fangen, wird es verdammt schwer. Zwei Tore dieser Art habe ich in einem Spiel selten erlebt. Das ist extrem bitter. Aber wir müssen weitermachen. Ich glaube nicht, dass wir nach dem 4:1 im Hinspiel jetzt Warnungen aussprechen müssen. Es ist klar, dass wir eine gute Ausgangsposition haben. Wenn wir die Leistung aus dem Hinspiel bestätigen, kommen wir weiter. Es sind knackige Wochen. Aber wenn die Jungs große Träume und Ziele haben, dann macht ihnen das nichts aus. Es gibt keine Ausreden. Wir wollten das immer so!

Cheftrainer Adi Hütter: Die erste Halbzeit war nicht gut, weil wir zu wenige spielerische Lösungen gefunden und zu langsam gespielt haben. Nach dem 0:1 und erst recht 0:2 wird es gegen einen disziplinierten Gegner wie Union schwer. Nichtsdestotrotz bleibt die Eintracht eine Mannschaft, die immer alles versucht. Am Ende sollte es nicht sein. Die Niederlage ist sehr bitter und stört mich sehr. Wir sind erst in den letzten 30 Minuten in die Zweikämpfe gekommen und haben unser Spiel gezeigt. Insgesamt sind wir noch nicht so weit, wie ich mir das vorstelle. Am Donnerstag ist wieder Europacup-Tag. Wenn wir so spielen wie in der ersten Halbzeit, wird es in Salzburg ganz schwer.

Makoto Hasebe: Die Niederlage ist unnötig. Die Gegentore waren fast zwei Eigentore. Dem Spiel haben die Emotionen gefehlt. Es war nicht alles schlecht, aber schönreden dürfen wir es nicht. In Salzburg wird es wieder ein ganz anderes Spiel. Ein Spiel überragend, dann wieder wie heute – das ist unser Problem. Zweikampfverhalten und Konsequenz hat auch mit Mentalität zu tun. Natürlich ist es nicht einfach, alle drei Tage zu spielen. Eine einfache Erklärung dafür gibt es nicht. Wir haben am Donnerstag gezeigt, was in uns steckt, das ist auch im Rückspiel wieder möglich.

Timothy Chandler: Heute hat viel gefehlt, gerade was Emotionen und Kampf angeht. Union hat einfache Tore geschossen. In der zweiten Halbzeit war es etwas besser. Wir haben nicht gut ins Spiel gefunden. Ich kann mir vorstellen, dass es für die Zuschauer vor der Pause ein langweiliges Spiel war. Jeder Einzelne muss sich an die eigene Nase packen. Wir wollten aggressiv und früh vorne drauf gehen. Das ist uns nicht gelungen. Auch haben wir die Ballgewinne nicht gut ausgespielt. Die Räume waren da. Wenn wir die Schwankungen erklären könnten, würden wir sie abstellen.

André Silva: Jeder Spieler muss alles und das Beste für den Erfolg geben. Wir sind ein Team, egal wer in der Startelf steht. Ich arbeite kontinuierlich weiter. Wir müssen die Leistung schnell abhaken und uns auf das nächste wichtige Spiel fokussieren.

Urs Fischer (Trainer 1. FC Union Berlin): Das sind sehr wichtige drei Punkte, die in der Endabrechnung wichtig sein können. Es war ein tolles Spiel meiner Mannschaft. Wir hatten erst keine Großchancen, waren aber gut im Spiel, aktiv und haben immer wieder Balldruck ausgeübt. Damit hatte die Eintracht ihre Probleme. Das 1:0 war wichtig, weil es uns Schwung verliehen hat, das 2:0 natürlich umso mehr, auch wenn beide Tore in der Entstehung glücklich waren. Aber die Jungs haben immer nachgesetzt und waren im Strafraum präsent. Frankfurt war gefährlich, wenn sie in den Schnittstellen zwischen Mittelfeld und Tor aufdrehen konnten. Am Ende war der Sieg auch etwas glücklich, doch wir nehmen die Punkte sehr gerne mit nach Berlin.

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