Als der EFC Donauadler eine Bustour in London organisiert, sind die Plätze so schnell weg wie Tickets für Eintracht-Spiele. Am Nachmittag fahren 200 Eintracht-Fans durch London.

Hier regiert die SGE“, hallt es lautstark durch den roten Doppeldeckerbus. In allen Ecken sind Kaltgetränke untergebracht, sogar der Possmann'sche Apfelwein hat es bis in den Londoner Norden geschafft. Kein Platz ist mehr frei. Die Stimmung ist hervorragend, als nächstes stimmen die Insassen „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ an. Man spürt die Zuversicht und Vorfreude der Fans auf dieses in den vergangenen 39 Jahren nicht dagewesene Ereignis: Halbfinale mit der Eintracht in einem europäischen Wettbewerb.

Drei Doppeldeckerbusse hat der EFC Donauadler aus Ingolstadt angemietet, drei Stunden wird es an diesem Nachmittag durch London gehen. Los geht’s am Lancaster Gate, unweit der geschichtsträchtigen Tubestation Paddington, pausiert wird an einigen Sehenswürdigkeiten und als erstes am Stadion des Arsenal FC, der ebenfalls am Abend im Einsatz ist.

Fragengewitter

Eine Viertelstunde zuvor stehen Heiko Egert die Schweißperlen auf der Stirn. „Hast du noch ein Bändchen für mich?“, ruft ein Fan aus der einen Ecke. „Hier will noch einer bezahlen“, „ist in Bus eins noch ein Platz frei?“ – die Fragen prasseln auf den Ingolstädter ein wie an diesem Tag schon der Regen. Aprilwetter in London am 9. Mai. „Aber zum Glück haben wir Busse mit Dach“, sagt Egert, der dabei noch eine Palette eines hessischen Kaltgetränks im Bus verstaut.

Entstanden sei die Idee zur Bustour in London bei der vergangenen Reise. „In Lissabon haben wir mit der alten Tram einen Ausflug gemacht. Das ist gut angekommen. Da dachten wir uns, dass wir auch in London so etwas anbieten können“, erzählt Egert. 20 Mitglieder hat der Eintracht-Fanclub Donauadler, ein paar mehr Mitfahrer könnten es in London schon werden. „Einen 72er-Bus machen wir voll“, dachte sich Egert und begann, die Werbetrommel zu rühren. Schnell gingen zahlreiche Anmeldungen ein. Ein zweiter Bus wurde bestellt, der binnen acht Stunden ausgebucht war. „Also kam Nummer drei hinzu“. Über 200 Eintracht-Fans aus verschiedenen EFCs steigen also am Donnerstagnachmittag in die Busse, auf denen stilecht die bisherigen Reiseziele in dieser Europa League-Saison aufgedruckt waren. In der letzten Zeile, in etwas größeren Buchstaben, kam noch hinzu: „Baku via London“. In der Hauptstadt Aserbaidschans findet am 29. Mai das Finale der Europa League statt – hoffentlich mit Beteiligung von Eintracht Frankfurt.

Die Euphorie steigt weiter

Drei Stunden später endet die Tour am Trafalgar Square. Die Dosen und Flaschen sind allesamt geleert, die Gesichter sind zufrieden bis euphorisch. Gänsehaut ist zwar nicht mehr zu sehen, aber ein Fan versichert: „Wir hatten Gänsehaut. Die Stimmung war hervorragend. Unglaublich, wie die Frankfurter Fans Festtage aus den Partien in der Europa League machen“. Eintracht Frankfurt international eben. Nicht ausgeschlossen, dass ab dem morgigen Tag das beste Verkehrsmittel für Baku gesucht werden darf. Die EFC Donauadler werden dabei sein.


Fanimpressionen aus London

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