Die Beteiligten thematisieren die kurzfristig zurückliegende Schlussphase, haken sie ab und widmen sich vor allem sportlichen Themen. Hütter zieht ein Zwischenfazit.

Sportvorstand Fredi Bobic: David Abraham darf so etwas nicht machen. Er war emotional und hat sich provoziert gefühlt, aber das darf ihm nicht passieren. Das weiß er auch. Es ist schade, dass ein eigentlich ansehnliches Spiel so endet. Was genau vorgefallen ist, bleibt erst mal zwischen den Beteiligten. Fakt ist, dass es für alle Beteiligten Konsequenzen geben wird. Letztlich hatte diese Situation aber nichts mit dem Spiel zu tun. Am meisten ärgert mich heute die Gelb-Rote Karte, die man bei einer ansonsten so großzügigen Linie eigentlich nicht geben muss. Denn die Mannschaft hat eine richtig gute Leistung gezeigt. Mit einem Mann weniger haben wir stark verteidigt und uns viele Chancen erarbeitet. Nur einmal waren wir nicht richtig aufmerksam.

Cheftrainer Adi Hütter: Herzliche Gratulation an Freiburg zum Sieg, der Sport-Club ist so gut wie nie. Zum Schluss ist es etwas hektisch geworden. Emotionen gehören zum Fußball dazu. Wir haben im sechsten Spiel innerhalb von 18 Tagen eine gute Leistung abgeliefert, sowohl taktisch, als auch läuferisch. Wir hatten hinten heraus sogar die besseren Möglichkeiten und hätten einen Punkt verdient gehabt. Schade, dass wir heute ohne Punkte nach Hause fahren. Die Gelb-Rote Karte war unnötig, weil sie an der Außenlinie war. Aber es ist nun mal passiert, Gelson hat schon viele gute Spiele für uns gemacht und weiß selbst, dass er uns damit nicht geholfen hat. Die beiden letzten Niederlagen tun weh. Wir wären fast im Sechzehntelfinale gewesen. Heute hätte ich mir einen Punkt gewünscht. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir zehn Spiele mehr absolviert haben als Freiburg. Was mir gefällt ist, dass alle Spiele knapp enden, auch wenn wir auswärts zu viele Niederlagen haben. Insgesamt sind wir im November gut unterwegs mit 17 Punkten in der Liga und dem Achtelfinale im DFB-Pokal.

Frederik Rönnow: An dem Vorhaben, ein gutes Ergebnis erzielen zu wollen, hat sich auch nach der Pause und dem Platzverweis nichts geändert. Wir hatten unsere Chancen, stehen aber am Ende mit leeren Händen da, obwohl wir bis zum Schluss alles gegeben haben. Das fühlt sich ähnlich wie in Lüttich an. Aber so ist der Fußball manchmal.

Evan Ndicka: Läuft es zu unseren Gunsten, freuen wir uns. Läuft es wie heute, ist das natürlich ärgerlich. Aber wir haben noch viele Spiele vor uns und wollen die Spannung aufrechterhalten. Wir behalten den Kopf oben und schauen nach vorne. Der Platzverweis vor der Pause hat uns sicher geschwächt, aber das kann immer mal passieren.

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): Es ist bewundernswert, wie Frankfurt die Belastung mit sechs Spielen in 18 Tagen gemeistert hat. Es war für uns deshalb auch spannend zu sehen, wie sie personell gegen uns antreten würden. Frankfurt hat taktisch extrem diszipliniert gespielt und uns das Leben schwer gemacht. Wir sind fast nicht über die Mittellinie gekommen. Nach der Pause mussten wir auf die schnellen Kostic und Gacinovic aufpassen. Wenn es unentschieden ausgegangen wäre, wäre es auch in Ordnung gewesen. David Abraham ist ein extrem emotionaler Spieler. Er ist mit Vollgas auf mich zugekommen, wollte an den Ball und irgendwie noch ein Tor schießen. Ich konnte nicht mehr ausweichen und er hat mich über den Haufen gerannt. Das ist alles. Wir sollten nun alle runterfahren und nicht unüberlegt über diese Aktion rumschwätzen. Fußball ist ein Kampfsport – auch wenn hier der Einsatz sicherlich an falscher Stelle war.

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