Die Tränen konnte Carolin Schäfer im Ziel nicht mehr zurückhalten. Vor heimischem Publikum sicherte sich unsere Vize-Weltmeisterin nun auch die Bronze-Medaille bei der Leichtathletik-EM im Berliner Olympiastadion.

Als Dritte in den zweiten Tag gestartet, hieß es noch einmal in drei Disziplinen Alles zu geben. Zum Auftakt des zweiten Tages gab es gleich eine Saisonbestleistung für Carolin Schäfer. Im Weitsprung flog sie gleich im ersten Versuch 6,24 Meter weit. Doch die Österreicherin Ivona Dadic gelang ein weiterer Satz, die sie damit in der Gesamtwertung überholte und unsere Adlerträgerin zwischenzeitlich von Rang drei auf vier rutschen ließ. Der Zweikampf um Bronze begann.

Persönliche Bestleistung beim Speerwerfen

Am Speerwerfen, der folgenden und vorletzten Disziplin des Siebenkampfes, arbeitete Schäfer im Winter intensiv. Zusammen mit Olympiasieger und neuem Europameister Thomas Röhler wurde die Technik verfeinert und die persönliche Bestleistung deutlich gesteigert. Mit deutlich größerem Selbstvertrauen hieß es am frühen Nachmittag dann: Punkte aufholen und den Abstand zum Führungsduo Johnson-Thompson und Thiam zu verkürzen beziehungsweise nicht größer werden zu lassen.

Und sie startete richtig stark in den Speerwurf. Gleich mit dem ersten Versuch feuerte sie ihr Sportgerät auf 53,73 Meter - neue persönliche Bestleistung! Mit dem zweiten Wurf konnte sie dieses Ergebnis nicht toppen, auf den dritten Versuch verzichtete Schäfer dann gänzlich. Damit erkämpfte sie sich Platz drei zurück.

6602 Punkte reichen für Bronze

Doch noch war sie nicht sicher. Der abschließende 800-Meter-Lauf konnte spannender nicht sein. Die vor ihr liegende Katarina Johnson-Thompson schlug bereits zu Beginn an ein hohes Tempo an, in ihrem Windschatten wieder die Österreicherin Ivona Dadic, die volles Risiko ging. Doch Schäfer zeigte sich unbeeindruckt, konzentrierte sich auf ihr eigenes Tempo und ließ zu keiner Zeit im Rennen den Gedanken aufkommen, sie könnte den Podestplatz noch verlieren. Sie kämpfte bis zum Schluss, zog zum Ende sogar noch einmal einen Endspurt an.

Nach 2:14,65 Minuten - wieder Saisonbestleistung - kam Schäfer ins Ziel und sicherte sich mit 6.602 Punkten die Bronzemedaille. Europameisterin wurde erneut das belgische Ausnahmetalent Nafissatou Thiam, Platz zwei ging an die Britin Katarina Johnson-Thompson.

Teilen
Funktionen