In ihrem letzten großen internationalen Wettkampf sicherte sich Hammerwerferin Kathrin Klaas bei der EM in Berlin den siebten Platz.

Die Tränen konnte Kathrin Klaas nicht mehr zurückhalten. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beendete die 34-Jährige am Sonntag das Finale bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin. Einerseits blickt die Hammerwerferin der Eintracht wehmütig auf eine beachtliche Karriere zurück, andererseits darf sie sich über einen starken Auftritt im Finale freuen. Der gestrige Wettkampf war ihr letzter auf der großen internationalen Bühne.

Klaas, die Kämpferin

Seit zwei Jahren plagten Klaas immer wieder gesundheitliche Probleme. Immer wieder hatte sich unsere Hammerwerferin in dieser Saison die Zähne an der 70-Meter-Marke ausgebissen. Nur zum Saisoneinstieg hatte sie die Marke mit 70,38 Metern einmal übertroffen und sich damit für die EM qualifiziert. Dass sie noch einmal in einem internationalen Finale steht, hatten ihr viele nicht mehr zugetraut. Klaas zeigte sich als Kämpferin, gab niemals auf - und schaffte es unter die besten Zwölf der Qualifikation und damit ins Finale im Berliner Olympiastadion.

Und auch das EM-Finale sah zunächst fast so aus wie die bisherige Saison. Nach zwei Versuchen lag Kathrin Klaas mit 66,49 Metern außerhalb der besten Acht, die in den Endkampf kommen. Doch dann zeigte die 34-Jährige all ihre Routine und warf endlich wieder über 70 Meter - eben dann, wenn es darauf ankommt.

Mit neuer Saisonbestleistung von 70,66 Metern schob sie sich auf den siebten Platz, was gleichbedeutend mit drei weiteren Versuchen war. Dort zeigte sie ihre jahrelange Erfahrung und steigerte ihre Saisonbestleistung auf 71,50 Meter. Zwar änderte das nichts an der Platzierung, doch so weit warf Klaas seit zwei Jahren nicht mehr. Eine tolle Leistung zum Abschluss ihrer internationalen Karriere.

"Manchmal selbst nicht dran geglaubt"

"Es war unglaublich toll hier, ich kann noch nicht glauben, was hier passiert ist", sagte sie später mit Tränen in den Augen. "Manchmal habe ich selbst nicht dran geglaubt." Rückblickend auf ihre Karriere meinte sie, vielleicht zu viele vierte Plätze gemacht und keine Medaille gewonnen zu haben. "Aber auch darauf kann ich stolz sein."

Stolz kann sie auch sein, denn in ihren 14 Jahren als Adlerträgerin erlebte sie neben den Tiefen der vergangenen Jahre auch viele Höhen. Erreichte Platz vier bei der EM 2012 und wurde Fünfte bei Olympia. Jetzt aber ist Schluss: Die Athletensprecherin der Eintracht-Leichtathleten wird den Hammer am Ende der Saison an den Nagel hängen. Doch eines ist klar: Die aktive Karriere wird sie war beenden, doch den Adler wird sie weiter mit Stolz auf der Brust tragen. Einmal Adler, immer Adler!

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