Beim Regionalligisten FC Gießen verliert die Eintracht das Benefizspiel vor 7000 Zuschauern im ausverkauften Waldstadion mit 1:3 (0:0). Erik Durm trifft zum zwischenzeitlichen Anschluss.

Cheftrainer Adi Hütter nahm fünf U19-Spieler in den Kader, alleine elf Nationalspieler sorgten für einen ausgedünnten Kader in dieser Länderspielpause. Fynn Otto, der geborene Gießener, durfte dabei von Beginn an in der Dreierkette an der Seite von Timothy Chandler und David Abraham verteidigen. Chandler unterdessen musste nach 25 Minuten raus, er hatte Samuel Sesays Kopf beim Luftduell an seine Schläfe bekommen. Noch während der Partie gab es Entwarnung. Im Mittelfeld bekam Nils Stendera ebenso Einsatzzeit wie im Sturm Nicolai Müller, der mit Goncalo Paciencia die Doppelspitze bildete.

Vor 7000 Zuschauer waren gefährliche Torchancen in der ersten Halbzeit Mangelware. Die Gießener standen zunächst extrem defensiv und ließen wenig zu, so dass die Eintracht kaum in den Strafraum kam. Bezeichnend dafür war, dass die beste Gelegenheit der ersten halben Stunde ein Fernschuss von Dominik Kohr war, den Ellenfeld mühelos parierte (20.). Die Gastgeber konterten einige Male gefällig, der durchgebrochene Michel (11.) und Kara (33.) prüften Wiedwald. Der Eintracht-Torhüter war aber auf dem Posten und hielt insbesondere gegen Michel stark. In guter Schussposition war Kara auch nach 37 Minuten, das Leder landete aber im Fangzaun. Gießen griff nun gelegentlich etwas früher an, die große Gelegenheit hatte jedoch David Abraham. Der Eintracht-Kapitän leitete den Angriff selbst ein und tauchte plötzlich fünf Meter vor Ellenfeld auf, schoss jedoch am kurzen Eck vorbei (41.).

Sieg für Gießen, Scheck für Landessportbund Hessen

Nach der Pause erhöhte die Eintracht das Tempo. Müllers Versuch parierte Jomaa, der einschussbereite Paciencia kam nicht mehr ans Leder (53.), der Portugiese traf dann den Außenpfosten (55.). Doch die Gießener gingen kurz darauf in Führung. Ein individueller SGE-Fehler führte zum FCG-Konter, daraus resultierte eine Ecke, die Koch für Nico Rinderknecht servierte. Der ehemalige Adlerträger köpfte freistehend zur Führung der Gastgeber (57.). Acht Minuten später erhöhte der Regionalligist, als Rinderknecht den Ball eroberte und am Sechzehner quer auf Marco Koch legte und dieser trocken zum 2:0 einschoss. Die Eintracht verkürzte durch den früheren Stürmer Erik Durm, der es ganz abgezockt machte und nach einem Chipball von Paciencia Jomaa umkurvte. Mit links schoss er zum 1:2 ein (75.). Samir Benamars schöner Freistoß aus 25 Metern stellte den alten Abstand wieder her (78.), der vertragslose Akteur ist in Pflichtpartien (noch) nicht spielberechtigt für die Gießener. Die Eintracht versuchte noch einmal alles, es blieb jedoch beim 3:1 für Gießen. Die Adlerträger haben nun drei Tage frei, ehe am Montag die Vorbereitung auf die Bundesligapartie gegen Leverkusen beginnt. Felix Wiedwald bilanzierte selbstkritisch: „Wir haben alle nicht gezeigt, was wir konnten und hätten uns anders verkaufen müssen. Die jungen Spieler, die heute dabei waren und gestern erstmals mit uns trainiert haben, nehmen hoffentlich etwas mit aus dem Spiel.“ Gastgeber-Coach Daniyel Cimen war zufrieden mit dem „mutigen Auftritt meiner Jungs. Wir wollen den Sieg nicht überbewerten, wollen aber natürlich das Selbstvertrauen mit in die Liga nehmen und am Sonntag gegen Ulm gewinnen.“

Freudige Gesichter gab es in der Halbzeitpause bei Innenminister Peter Beuth und dem Landessportbund Hessen, denn sie konnten einen Scheck in Höhe von 40.000 Euro für die Sporthilfe Hessen entgegennehmen.

So spielte die SGE

Wiedwald - Chandler (25. Irorere), Abraham, Otto - Fernandes - Kohr, Stendera (64. Cakar) - da Costa, Durm - Müller (64. Molenaar), Paciencia.

Tore

1:0 Rinderknecht (57.)
2:0 Koch (65.)
2:1 Durm (75.)
3:1 Benamar (78.)

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