Pflichtbewusst und unspektakulär gewinnt Frankfurt 1:0 gegen den FC Vaduz. De Guzman schießt das Tor des Tages (31.).

Ausgangssituation: Vergnügen im Vordergrund

Glasklar: Für die Eintracht war mit dem 5:0-Polster im Rücken der Einzug in die Play-offs nur Formsache, wohingegen sich die Gäste vor einer für die meisten Rekordkulisse anständig aus der Qualifikation verabschieden und den nächsten europäischen Festakt genauso genießen mochten wie die Hausherren.

Personal: Neun Neue

Die entspannte sportliche und komfortable personelle Situation erlaubten es Adi Hütter, mit Blick auf den Bundesligastart am Sonntag gegen Hoffenheim die Rotationsmaschine anzuwerfen, um einerseits Kräfte zu sparen, andererseits zuletzt weniger berücksichtigten Akteuren eine Empfehlungschance zu gewähren. Im Vergleich zum Pokalspektakel in Mannheim stand eine auf neun Positionen veränderte Mannschaft auf dem Rasen. Unter anderem feierte Sebastian Rode sein Saisondebüt, Marco Russ führte die Adler als Kapitän an.

Lattenschießen und Ladehemmung

Etwas überraschend agierten auf den Außenbahnen Erik Durm rechts und Timothy Chandler links, also bei Anbetracht ursprünglicher Annahmen seitenverkehrt. Das frische Flügelduo machte sogleich auf sich aufmerksam, als Rode das Leder durch die gegnerische Hälfte trieb und Durm mitnahm, dessen Flanke beim in den Strafraum eingelaufenen Chandler landete, der aber in der Vaduzer Deckung hängen blieb (3.). Auch die Gäste versteckten sich nicht und kamen durch den von rechts nach innen ziehenden Tunahan Cicek zu ihrem ersten Abschluss, der aber bei Trapp in sicheren Händen war (7.).

In der Folge erlangten die Hessen zwar ein optisches Übergewicht, ließen es aber auf dem Weg zum Tor an Genauigkeit und zwangsläufig Automatismen vermissen. Gefährlicher waren sogar die Liechtensteiner: Erst zwang Pius Dorn aus dem rechten Halbraum Trapp zu einer reaktionsstarken Rettungstat (22.), dann landete ein abgefälschter Schuss von der Strafraumkante von Boris Prokopic auf dem Tordach (28.). Quasi im Gegenzug setzte Mijat Gacinovic die Kugel nach einer formvollendeten Drehung an die Latte, den Abpraller verwertete Jonathan de Guzman über die Unterkante zum 1:0 (31.). Keine zehn Zeigerumdrehungen später zitterte erneut das Gebälk, als Almamy Toure nach einem Eckstoß beinahe mit einem artistischen Fallrückzieher erfolgreich gewesen wäre (40.). Kurz zuvor hatte Marco Russ verletzt das Feld verlassen, seinen Posten als zentraler Innenverteidiger und Spielführer übernahm ab der 37. Minute Martin Hinteregger. In der Nachspielzeit hätte de Guzman fast einen Doppelpack geschnürt, scheiterte nach einer schnörkellosen Kombination von Gacinovic und Rode aber aus kurzer Distanz an Torwart Benjamin Büchel (45.+1).

Nichts geht mehr

Der zweite Durchgang ist schnell erzählt. Frankfurt ließ Ball und Gegner gefällig laufen, ohne dabei zwingenden Zug zum Tor zu entwickeln. Ein harter Versuch Gacinovics aufs Torwarteck (58.) und eine Koproduktion des eingewechselten Daichi Kamada und Joveljic, der im Eins-gegen-eins-Duell mit Büchel unterlag (79.), blieben die einzigen offensiven Highlights. Als letztes fand Goncalo Paciencia im FCV-Schlussmann seinen Meister (86.), de Guzmans Ecke landete in der Nachspielzeit auf der Latte.

Fazit: Pflicht erfüllt, Bundesliga im Blick

Der Sieg, geschweige denn das Weiterkommen, war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Die Eintracht kontrollierte das Geschehen, ohne zu glänzen. Während im Spiel nach vorne die den Umstellungen geschuldeten Automatismen fehlten, hatten die tapferen Gäste nach einer halben Stunde ihr Pulver verschossen. Aufschlüsse hinsichtlich des Bundesligastarts in drei Tagen liefert der solide Auftritt wenige.

So spielte die SGE

Trapp - Toure, Russ (37. Hinteregger), Ndicka - Torró - Durm, de Guzman, Rode (72. Kamada), Chandler - Gacinovic (65. Paciencia) - Joveljic.

Tor

1:0 de Guzman (31.)

UEFA Europa League Qualifikation: Eintracht Frankfurt - FC Vaduz

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