Dank eines mit wenigen Ausnahmen stabilen Auftritts konnte die Eintracht am Freitagabend 3:0 beim VfB Stuttgart gewinnen.

Sébastien Haller (11.) und Ante Rebic (32.) brachten die Gäste auf die Siegerstraße, ehe der eingewechselte Nicolai Müller (89.) den 3:0-Endstand besorgte.

Ausgangssituation: Siegdruck gegen Siegeswille

Während der VfB Stuttgart als Tabellenletzter mit dem Rücken zur Wand ins Heimspiel ging, reiste die Eintracht nach sechs ungeschlagenen Pflichtspielen in Serie mit breiter Brust nach Bad Cannstatt.

Personal: Gacinovic angeschlagen, Sturmtrio erstmals vereint

Während den Gastgeber somit derzeit durchaus sportliche Sorgen plagen, waren die einzigen Frankfurter Problemchen wenn überhaupt personeller Natur, weil kurzfristig Mijat Gacinovic ausgefallen war. Cheftrainer Adi Hütter antwortete mit der Hereinnahme von Sébastien Haller neben Lukas Jovic, sodass Ante Rebic etwas zurückgezogen vor einer Doppelsechs agierte.

Pass, pass, press

Obwohl das Dreigestirn das erste Mal überhaupt gemeinsam in der Anfangself stand, wirkte es, als hätte es nie in einer anderen Konstellation gespielt. Nachdem Rebic die vermeintliche Führung noch wegen einer knappen Abseitsstellung via Videobeweis aberkannt wurde (4.), dribbelte sich der Kroate nach zehn Minuten durchs Stuttgarter Zentrum, steckte die Kugel durch auf Jovic, der zunächst an Ron-Robert Zieler scheiterte, ehe Haller zum 1:0 für Frankfurt abstaubte (11.). In der Folge kombinierte die Eintracht wie aus einem Guss und ging doch mal ein Ball verloren, eroberten ihn die klug gestaffelten Adlerträger im Handumdrehen wieder zurück.

Erst Mitte des ersten Durchgangs verloren die Gäste kurzzeitig etwas den Zugriff im Mittelfeld, sodass die Hausherren ihrerseits Akzente setzen konnten, was die Frankfurter Abwehrreihe aber durch eine kompromisslose Restverteidigung weitgehend eindämmte. Nur nach einer scharfen Flanke Dennis Aogos, die der am kurzen Pfosten heranrauschende Nicolas Gonzales am Kasten vorbeifeuerte (26.) stockte kurz der Atem. Ansonsten war es dem Gastgeber zugute zu halten, dass er ebenfalls die schnörkellosen Frankfurter Angriffe rechtzeitig ablief. Jedenfalls bis ein schneller Gegenstoß über Filip Kostic zu Haller gelangte, dessen Versuch Zieler gerade so abwehren konnte, ehe Jovic das Spielgerät wie einen Bumerang in den Strafraum zurückbeförderte und Rebic unbedrängt zum 2:0 einköpfte (32.). Nach Distanz- beziehungsweise Standardchancen durch Kostic auf der einen (38.) sowie Thommy (40.) und Gonzales (41.) auf der anderen Seite war Pause.

Die Joker stechen

Wer von der ersten Halbzeit nichts mitbekommen hatte, hätte vermuten können, die Hessen müssten einen Rückstand wettmachen, so konsequent behielten sie den Vorwärtsgang bei. Allein Jovic hatte in der ersten Viertelstunde nach dem Seitenwechsel drei Möglichkeiten auf die Vorentscheidung. Erst zielte der Serbe nach einer messerscharfen Flanke von Danny Da Costa (49.) knapp vorbei, dann nach einem unnachahmlich mit der Hacke weitergeleiteten Ball von Haller (56.) ans Außennetz und wenige Augenblicke später unter Bedrängnis übers Gehäuse (58.). Nicht anders erging es Goalgetter Haller nach einem lehrbuchreifen Konter über Rebic, als er im Eins-gegen-eins-Duell mit Weltmeistertorwart Zieler unterlag (66.). In diesem Rhythmus ging es weiter, etwa als Rebic nach einem Ballgewinn von Innenverteidiger Evan Ndicka in der gegnerischen (!) Hälfte den Kasten nur um Haaresbreite verfehlte (79.). Dass am Ende die eingewechselten Jetro Willems und Nicolai Müller den 3:0-Endstand besorgten (89.), rundete den homogenen Gesamteindruck ab.

Fazit: Abgeklärt und effektiv

Mit einer unwiderstehlichen Mischung aus körperlicher Präsenz und spielerischer Leichtigkeit gestattete die Eintracht dem Gastgeber selten Freiräume, hatte aber zeitweise etwas Glück, als manche Durchbrüche des VfB Stuttgart nicht bestraft wurden und das Geschehen nicht in die andere Richtung kippte. Mit der Führung im Rücken ließen die abgeklärten Gäste nichts mehr anbrennen, verpassten aber die Vorentscheidung, ehe kurz vor Schluss das verdiente 3:0 fiel.

So spielte die SGE:

Trapp - Da Costa, Abraham, Hasebe, Ndicka, Kostic (86. Willems) - Fernandes (46. Stendera), de Guzman - Rebic (80. Müller) - Haller, Jovic.

Tore:

0:1 Haller (11.)
0:2 Rebic (32.)
0:3 Müller (89.)

10. Spieltag: VfB Stuttgart - Eintracht Frankfurt

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