Eintracht Frankfurt treibt die Internationalisierung weiter voran. Nun vollzieht der Fußball-Bundesligist mit der Gründung einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft offiziell den Markteintritt nach China.

Die Eintracht-Begeisterung von Li Xin, Head of China Office, ist unübersehbar.
Die Eintracht-Begeisterung von Li Xin, Head of China Office, ist unübersehbar.

Zweck der chinesischen Tochtergesellschaft mit dem Namen Eintracht Frankfurt Football (Beijing) Co., Ltd. ist es, den chinesischen Markt mit deutschem Knowhow im Fußballbereich zu bedienen. Die von der Eintracht gewählte Unternehmensform WFOE (Wholly Foreign-Owned Enterprise) entspricht in etwa den rechtlichen Verhältnissen in einer deutschen GmbH, ermöglicht es dem Bundesligisten in China wirtschaftlich tätig zu werden und chinesische oder ausländische Arbeitskräfte in China direkt anzustellen. Die Gesellschaft nimmt zum 1. Dezember 2018 ihre Tätigkeit auf. Markus Weidner, Bereichsleiter Internationale Beziehungen und Sportkooperationen und Geschäftsführer der Tochtergesellschaft, sagt dazu: „Der offizielle Markteintritt in China ist der nächste Schritt im Rahmen unserer Internationalisierungsstrategie. Wir bündeln damit unsere verschiedenen Aktivitäten in China und schaffen administrative Erleichterungen, um unsere Projekte weiter auszudehnen. Die Gründung der Gesellschaft hilft uns, unsere Ziele in China zu erreichen.“

Die Büroräume in Peking sind bereits bezogen, für das erste Quartal des kommenden Jahres ist eine feierliche Eröffnung geplant. Head of China Office ist Li Xin. Die 52-Jährige Chinesin arbeitete zuvor bereits einige Jahre für deutsche Organisationen im Sport, der Wirtschaft und der Politik. Seit ihrem Studium der Ingenieurwissenschaft vor 30 Jahren in Deutschland ist sie mit der deutschen Sprache und Kultur bestens vertraut. „Ich kenne Li Xin seit vielen Jahren und weiß, dass sie sich in beiden Kulturen zuhause fühlt. Wir freuen uns, dass wir so eine erfahrene Mitarbeiterin für uns gewinnen konnten“, erklärt Weidner.

Kooperationen ausgebaut

In den vergangenen Jahren hat Eintracht Frankfurt bereits Kooperationen in China abgeschlossen, die nun ausgebaut werden können. Partner sind insbesondere Bildungsinstitutionen wie beispielsweise die Sportuniversität Peking (BSU) und der chinesische Universitätssportverband (FUSC). Gemeinsam mit dem ebenso dem Bildungsministerium unterstellten chinesischen Schulsportverband (CSSF), ist die FUSC für den gesamten Schul- und Universitätssport an über 270.000 Bildungseinrichtungen in China verantwortlich. Die Vereinbarung beinhaltet die Unterstützung der Eintracht bei der Trainer- und Lehrerausbildung und der Entwicklung von Fußballtraining-Programmen sowie Studentenaustauschprogramme, Weiterbildungsseminare und eine Medienkooperation. Im vergangenen September fand zum zweiten Mal ein Trainingslager mit 30 chinesischen Studenten in Frankfurt unter der Leitung von Nicolai Adam (Leiter der internationalen Sportprojekte bei der Eintracht) statt. Bei der Chinese Football Academy unter dem Dach der BSU waren zwei deutsche Trainer im Einsatz, die seit fast einem Jahr talentierte U15-Spieler coachen. Derzeit befindet sich die Eintracht mit der BSU in Verhandlungen über eine Fortführung der Zusammenarbeit.

Die intensive Bindung zu China verdeutlicht auch die Tatsache, dass Yang Chen Markenbotschafter von Eintracht Frankfurt ist. Der ehemalige Stürmer war der erste Chinese in der Bundesliga und wirkte unter anderem beim Herzschlagfinale der Saison 1998/99 mit, als die Eintracht mit einem 5:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern in letzter Minute den Klassenerhalt sicherte.

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