Die Eintracht bleibt beim 0:0 gegen den FC Internazionale Milano wie vorgenommen ohne Gegentor und hält sich für das Rückspiel alle Möglichkeiten offen.

Angesichts eines deutlichen Chancenplus in der zweiten Halbzeit wäre sogar ein Sieg möglich gewesen. Auf der anderen Seite hatte die SGE vor dem Seitenwechsel durchaus ihre Probleme und Glück, nicht in Rückstand geraten zu sein. Kevin Trapp parierte einen Foulelfmeter gegen Marcelo Brozovic (22.).

Ausgangssituation: K.o.-Modus at its best

Der Konstellation bedurfte keiner weiteren Fragen. Der Fünfte der deutschen Bundesliga empfing den Vierten der italienischen Serie A zum Hinspiel im Achtelfinale der UEFA Europa League. Hieß: Losgelöst vom Formhoch der 2019 in neun Spielen ungeschlagenen Adler und dem kleinen Ergebnistief der Gäste standen die Uhren wieder bei Null.

Personal: Keine Überraschungen

Im Vergleich zum finale furioso gegen Hoffenheim tauschte Cheftrainer Adi Hütter auf zwei Positionen. Für den verletzten Ante Rebic begann der schon am Wochenende für den Kroaten eingewechselte Luka Jovic. Außerdem kehrte der wieder gesunde Gelson Fernandes zurück ins defensive Mittelfeld und übernahm auch gleich die Kapitänsbinde von Makoto Hasebe, der von der Sechs zurück in die zentrale Innenverteidigung rutschte. Den Platz des in der UEFA Europa League nicht spielberechtigten Almamy Toure als rechter Innenverteidiger nahm Martin Hinteregger ein.

Nervöser Beginn, famoser Trapp

Die Gäste erwischten den schwungvolleren Beginn und untermauerten die Vorteilhaftigkeit eines Auswärtstores, das die Eintracht unbedingt zu verhindern gedachte. Erste Vorstöße über die Außenbahnen konnten die Hausherren aber meist im letzten Moment noch entschärfen – und sei es durch ein taktisches Foul, das schon in der vierten Minute die erste Gelbe Karte gegen Filip Kostic nach sich zog.

Nach einer Viertelstunde bekamen die Hessen besser Zugriff auf das Spiel, verwickelten die Nerazzurri effektiver in Zweikämpfe und eroberten daraufhin das Leder tiefer in der gegnerischen Hälfte und nicht mehr erst am eigenen Strafraum. Ein erster Teilerfolg dieser Entwicklung mündete in einer verheißungsvollen Abschlusssituation für Luka Jovic, der aus etwa 20 Metern knapp verzog (15.).

Doch wie in dieser Situation ging den einsatzfreudigen Frankfurter in vielen Aktionen die gewohnte Selbstverständlichkeit ab, sodass die Lombarden zu weiteren gefährlichen Umschaltaktionen kamen. So wie nach 20 Minuten, als sich die in Weiß gekleideten Schwarz-Blauen technisch ansehnlich aus der Bedrängnis befreiten, sich in den Strafraum kombinierten, wo Lautaro Martinez nach einer leichten Berührung durch Fernandes zu Fall kam (21.). Zum Punkt trat Marcelo Brozovic an, zielte ins rechte untere Eck, doch Kevin Trapp hatte die richtige Ecke gerochen und parierte reaktionsstark zur Ecke (22.). Auch bei der folgenden Hereingabe war der Schlussmann zur Stelle (22.). Die Rettungstat kam genau zur richtigen Zeit, denn fortan ließ sich die Eintracht nicht mehr überspielen und fing die Bälle wieder früher ab, wie Mijat Gacinovic, der auf Filip Kostic durchsteckte, welcher zurücklegte auf den aus der Drehung abschließenden Jovic. Doch ein gegnerischer Rettungsblock ließ den serbischen Dreiklang im letzten Moment verstummen (30.).

Frankfurter Dauerfeuer

Kaum wieder die Kabinen verlassen präsentierte sich Eintracht wie verwandelt. Die fahrigen Momente des ersten Durchgangs wichen schnörkellosen Angriffszügen, sodass bald Durchbrüche im buchstäblichen Minutentakt auf den Kasten von Samir Handanovic zurollten. Der Torwartroutinier war aber weder ruhenden Bällen wie den Kopfbällen von Martin Hinteregger (49.) und Danny Da Costa (61.) zu überwinden, noch vom Kopfball Jovics nach Halbfeldflanke Evan Ndickas (55.). Als Sébastien Haller das Leder über die Linie spitzelte, hob der Linienrichter die Fahne (51.). Auch der defensiv umsichtige Hinteregger platzierte die Kugel nach einer Flanke von Kostic freistehend neben das Gehäuse (70.), dann fand der Österreicher aus dem Hinterhalt in Handanovic seinen Meister (72.). Genauso wie Jovic aus halbrechter Position (87.) und Gacinovic aus der Distanz (88.)

Fazit: Respekt abgelegt, Teilerfolg das Mindeste

In der ersten Halbzeit war den Frankfurter Jungs der Respekt vor Gegner und Rampenlicht in einigen Situationen noch anzusehen, indem insgesamt die gewohnte Leichtigkeit fehlte. Die nichtsdestotrotz jederzeit beherzt auftretenden Adlerträger konnten sich bei Torwart Trapp bedanken, nicht spätestens mit dem Elfmeter in Rückstand geraten zu sein. Mit dem Seitenwechsel präsentierten die Hausherren ihr gewohnt freches Gesicht, kauften dem Favoriten mit Wille und Verstand den Schneid ab, verpassten es aber, aus den sich häufenden Einschussgelegenheiten Kapital zu schlagen, sodass das Minimalziel, zuhause ohne Gegentor zu bleiben, für das Rückspiel in einer Woche alle Möglichkeiten offen lässt.

So spielte die SGE:

Trapp - Da Costa, Hinteregger, Hasebe, Ndicka, Kostic - Rode (77. Willems), Fernandes - Gacinovic - Haller (80. Paciencia), Jovic.

Tore:

Fehlanzeige

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