Dank einer couragierten Leistung trotzt die Eintracht Borussia Mönchengladbach ein 1:1 (1:0)-Remis ab.

Mit dem Pausenpfiff gelingt Danny Da Costa die Führung (45. + 1), ehe die Gäste durch Denis Zakaria den gerechten 1:1-Endstand markieren (82.). Die Zuschauer in der restlos ausverkauften Commerzbank-Arena sehen ein frühsommerliches Bundesligaspiel, in dem es insbesondere im zweiten Durchgang hin und her geht.

Ausgangssituation: Schwer zu knacken

Zusammengerechnet hatten die SGE und BMG in der Rückrunde in acht Bundesligaspielen nur ein Mal verloren. Am vorherigen Spieltag hatte es die Fohlen mit 0:3 gegen Hertha BSC erwischt. Während die Rheinländer sich die komplette Folgewoche auf das Gastspiel im Stadtwald fokussieren konnten, waren die 2019 noch ungeschlagenen Hessen erst am Freitag vom Europapokalauftritt in Charkiw zurückgekehrt und hatten kaum zweieinhalb Tage Pause.

Personal: Ohne Rode, dafür mit Haller

Im Vergleich zum 2:2 bei Shakhtar Donetsk beorderte Cheftrainer Adi Hütter Sébastien Haller zurück in die Spitze. Für den Topscorer blieb Luka Jovic zunächst auf der Bank. Außerdem begann Jonathan de Guzman für den angeschlagenen Sebastian Rode und lief zum ersten Mal im neuen Jahr von Beginn an neben Gelson Fernandes auf der Doppelsechs auf. Der Schweizer vertrat erneut den verletzten David Abraham als Kapitän.

Frankfurt forsch, Gladbach gefährlich, Da Costa zur Stelle

Die Eintracht erwischte den aktiveren Beginn, bot den pfeilschnellen Gästen aber durch ihren mutigen Vorwärtsdrang zwangsläufig Räume zu Gegenstößen. So gelangte ein Ballverlust im Vorwärtsgang früh zu Thorgan Hazard, der aus halblinker Lage haarscharf am kurzen Pfosten vorbeifeuerte (8.). Der Belgier setzte außerdem einen Freistoß aus 18 Metern zentraler Position knapp über den Kasten (17.). Als die Eintracht immer besseren Zugriff aufs Mittelfeld zu finden schien, leitete Patrick Herrmann die Kugel direkt in den Lauf des durchgestarteten Denis Zakaria weiter, der allerdings im Eins-gegen-eins-Duell in Kevin Trapp seinen Meister fand (25.).

Jene beiden blieben gleichwohl für lange Zeit die letzten brenzligen Situationen, da die Absicherung im Frankfurter Verbund weitgehend gegeben war. Auf der anderen Seite trafen die Adler auf ein nicht weniger kompaktes Gebilde der Gladbacher, die bewiesen, warum sie bereits zehn Mal ohne Gegentor geblieben waren. Den gefährlichsten Frankfurter Versuch verzeichnete in der ersten Halbzeit Filip Kostic, als er von der linken Flanke kommend nicht lange fackelte, ins lange Eck zielte, aber Yann Sommer war rechtzeitig unten (39.). Als vieles auf ein leistungsgerechtes Pausenremis hinauslief, kamen die Adler in der Nachspielzeit zu einer weiteren Ecke, die de Guzman zusammen mit Kostic kurz ausführte, anschließend aus dem Halbfeld in den Sechzehner schaufelte, wo Danny Da Costa aus nächster Nähe zum 1:0 einschob (45. + 1). Es war nebenbei das 49. 1:0 einer Eintracht-Mannschaft gegen Borussia Mönchengladbach – Vereinsrekord.

Flotte Richtungswechsel

Mit dem Seitenwechsel entwickelte sich bald ein offener Schlagabtausch. Erstens, weil der Tabellendritte natürlich auf den Ausgleich drängte und zweitens, weil sich die Eintracht nicht auf dem dünnen Vorsprung ausruhte und vehement auf die Entscheidung drängte. Entsprechend hetzte Haller nach einer Gladbacher Ecke dem Leder bis in die gegnerischen Hälfte hinterher, brachte das Spielgerät am Ende zum mitgelaufenen Kostic, dessen Einschuss die Fohlen aber im letzten Moment zur Ecke blocken konnten (55.). Auf der Gegenseite ließ Lars Stindl im Strafraum zwei Gegenspieler aussteigen, ehe die Kugel zu Oscar Wendt sprang, an dessen harten Schuss aber Trapp noch die Fäuste bekam (57.). In der Folge machten die Hessen keine Anstalten, den Vorwärtsgang herauszunehmen, ließen es aber im letzten Spielfelddrittel meist an der entscheidenden Genauigkeit vermissen. Entweder beim letzten Pass oder auch beim Torabschluss, wie in der Schlussviertelstunde Ante Rebic, der nach einer Kopfballverlängerung Hallers auf und davon war, aber leicht verzog (75.). Was zunächst nicht schwerer ins Gewicht fiel, weil die Hausherren gegen den Ball äußerst diszipliniert agierten und den Rheinländern wenige Freiräume gestatteten. Allein nach einer kurzen Unachtsamkeit kam der eingewechselte Josip Drmic auf der rechten Seite zum Abschluss, vermochte Trapp aber spitzem Winkel aber nicht zu überwinden (80.). Ein anderer Joker landete dagegen einen härteren Wirkungstreffer, als nämlich Tobias Strobl durchs Zentrum auf Zakaria spielte, der sich nicht nochmal bitten ließ und flach zum 1:1 einschoss (82.). Die letzte erfreuliche Szene gehörte trotzdem dem Gastgeber, bei dem der kurz vor Schluss eingewechselte Goncalo Paciencia sein langersehntes Comeback feierte.

Aufwändiger Punktgewinn

Einmal mehr musste die Eintracht gegen ein Spitzenteam an ihre Leistungsgrenze gehen, was mit zunehmender Spieldauer immer besser gelang. Auch wenn der in der Schlussphase kassierte Ausgleich schmerzt, müssen am Ende beide Seiten mit der Punktteilung leben können. Schlussendlich ist Frankfurt dem nächsten favorisierten Gegner auf Augenhöhe begegnet.

So spielte die SGE:

Trapp - Da Costa, Hinteregger, Hasebe, Ndicka, Kostic - de Guzman, Fernandes (78. Willems) - Gacinovic - Haller (89.), Rebic (84. Jovic).

Tore:

1:0 Da Costa (45. + 1)
1:1 Zakaria (82.)

22. Spieltag: Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach

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