Das erste Europacup-Heimspiel seit 1681 Tagen hätte für die SGE nicht besser laufen können. Und trotzdem schwang nach dem 4:1-Sieg gegen S.S. Lazio die Trauer mit.

Arm in Arm stand die Mannschaft gemeinsam mit Cheftrainer Adi Hütter gestern Abend auf dem Rasen. Normalerweise verzichtet der Coach auf den obligatorischen Kreis nach einem Match, doch der 4:1-Sieg am Donnerstagabend in der UEFA Europa League gegen S.S. Lazio war weder ein normales Spiel, noch ein normaler Moment. Besonders für Lucas Torró. Denn was keiner zu diesem Zeitpunkt wusste: Der junge Spanier hatte eine Nacht zuvor seinen älteren Bruder verloren. Und trotzdem stand der Mittelfeldmann gegen Lazio auf dem Platz, als wäre nichts passiert. Weder die Öffentlichkeit noch die Mannschaft hatten davon erfahren - bis zu dieser Szene kurz nach dem Spiel. Während Vize-Kapitän Marco Russ seinen Teamkollegen direkt herzte und ihm mit den Händen durch den Wuschelkopf fuhr, konnte Torró seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Die Mannschaft nahm ihren Teamkollegen in den Arm und versuchte ihm so gut es ging Trost in diesem schwierigen Moment zu spenden. Auch die Eintracht-Familie steht ihm in dieser Zeit bei und würde ihm gerne zurufen: Wir sind bei Dir, Lucas. Für immer inEintracht!

Gänsehaut-Moment

Wie sehr diese Eintracht-Familie zusammenhält, wurde zwei Stunden vorher eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Angefangen von einer Fan-Choreographie, die wieder Mal ihres gleichen suchte. In der Nordwestkurve prangte ein gelber Adler, auf der Gegentribüne wurde mit Fahnen an den UEFA-Pokalsieg von 1980 erinnert. "Ich habe mal wieder gestaunt, was die Fans auf die Beine gestellt haben. Einfach der Wahnsinn", sagte Marco Russ nach der Partie und bedankte sich bei seinen Anhängern. Auch Trainer Adi Hütter war begeistert: "Gänsehaut-Moment. Die Fans haben das zu einer magischen Nacht gemacht."

Kein normale Nacht, sondern eher ein magischer. Das hatten sich nicht nur die Fans, sondern auch die Spieler auf die Fahnen geschrieben. Ein Satz, den auch Danny Da Costa unterschreiben konnte. Zweimal schweißte der nicht gerade als Torjäger bekannte Rechtsverteidiger die Kugel in die Römer Maschen. "Hätte mir das jemand am Morgen des Spiels gesagt, hätte ich ihm geantwortet, dass er einen Dachschaden hat und sich lieber mal untersuchen lassen soll", sagte der gewohnt lockere Da Costa, der den Spielball unter seinen Arm klemmte und nicht mehr hergab. 

Eintracht zaubert

Genau diesen Ball hatte er bereits nach vier Spielminuten zum ersten Mal ins Tor gewuchtet. Auch der zwischenzeitliche Ausgleich der Römer konnte die Magie der Nacht nicht durchbrechen. Die Eintracht reagierte darauf mit einer zauberhaften Kombination: Erst Sébastien Haller, dann Mijat Gacinovic und schlussendlich Filip Kostic - 2:1 für die Eintracht. Die Gelb-Rote Karte für Basta kurz vor der Pause und ein entzückender Konter über Haller und Luka Jovic direkt nach dem Seitenwechsel brachten die Eintracht auf Siegeskurs. Da Costa zurrte diesen kurz vor Schluss endgültig fest.

Ein 4:1-Heimsieg gegen Lazio Rom - sowohl für Fans, Mannschaft als auch für RTL Nitro hätte dieser Abend kaum besser laufen können. Der Sender erlebte mit der Übertragung der Partie zwischen Eintracht Frankfurt und S.S. Lazio den stärksten Tag seit Sendestart. Über zwei Millionen Zuschauer schalteten am Donnerstagabend ein. Eine magische Zahl in einer magischen Nacht.

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